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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

27. Februar 2014

EU-Politiker Jacek Protasiewicz: Eklat am Flughafen sorgt für Aufregung

Jacek Protasiewicz soll am Frankfurter Flughafen Zollbeamte beleidigt haben. Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments weist die Vorwürfe zurück und kritisiert seinerseits die Beamten.  Foto: dpa

Der Vizepräsident des EU-Parlaments soll in Frankfurt betrunken zwei Zollbeamte beschimpft haben, eine Anzeige gegen ihn liegt vor. Der polnische Politiker weist die Vorwürfe zurück - muss sich aber Kritik von seinem Regierungschef gefallen lassen.

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Frankfurt –  

Der Vize-Präsident des Europäischen Parlaments, Jacek Protasiewicz, soll am Frankfurter Flughafen nach Angaben der Polizei zwei Zollmitarbeiter beschimpft haben. Gegen den 46 Jahre alten polnischen Politiker sei Anzeige wegen Beleidigung erstattet worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Protasiewicz wies die Vorwürfe zurück. Dem polnischen Nachrichtensender TVN 24 sagte er, die Beamten hätten sich bei dem Zwischenfall am Dienstagabend unhöflich und aggressiv verhalten.

Laut einem Bericht der «Bild»-Zeitung soll Protasiewicz die Zoll-Mitarbeiter als «Hitler» und «Nazi» bezeichnet und «Heil Hitler» gerufen haben. Ein Augenzeuge habe berichtet, der Politiker sei stark betrunken gewesen. Die Polizei nahm Protasiewicz mit auf die Wache. Nach der Aufnahme seiner Personalien konnte er wieder gehen. Welche Worte genau fielen, sagte der Polizeisprecher nicht. Der Frankfurter Zoll war für eine Stellungnahme am Donnerstag nicht zu erreichen.

Protasiewicz wehrt sich

«Ich habe ihm nur gesagt, dass er die diplomatische Immunität verletzt», sagte Protasiewicz über ein Gespräch mit einem Zollbeamten, der seine Papiere kontrolliert habe. Als er daraufhin mehrfach ein barsches «Raus», gehört habe, sei es zu einem Streit gekommen. «Ich habe ihm gesagt, er soll Auschwitz besuchen, da dort die Deutschen das Wort "raus" benutzt hätten», sagte Protasiewicz.

Der Zollbeamte, der ihn kontrolliert habe, sei von Anfang an "provokant" aufgetreten und habe ein "aggressives Verhalten" an den Tag gelegt, kritisiert der polnische Politiker. Im Zuge der verbalen Auseinandersetzung habe ihn der Beamte mehrfach gestoßen, beklagt Protasiewicz, der betont, während der Amtshandlung keinerlei körperlichen Widerstand geleistet zu haben.

"Raus" werde in Polen als ausgesprochen grobe Aussage aufgefasst, die auf einer Stufe mit "Heil Hitler" und "Hände Hoch" stehe, rechtfertigte Protasiewicz am Donnerstag in einer Pressekonferenz in Straßburg seinen Nazi-Vergleich, der inzwischen europaweit für Aufregung sorgt.

Protasiewicz bestreitet auch, bei dem Vorfall betrunken gewesen zu sein. Dem Sender TVN 24 sagte er, er habe im Flugzeug lediglich «zwei kleine Flaschen Wein» getrunken.

Im Plenum des Europäischen Parlamentes nannte Protasiewicz den Bericht der "Bild"-Zeitung "irreführend und verzerrt" und forderte eine förmliche Stellungnahme von Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) betreffend die Verletzung der Immunität eines EU-Abgeordneten.

Polens Premier kritisiert Parteifreund

Polens Regierungschef Donald Tusk kritisierte das Verhalten von Protasiewicz auf dem Flughafen. «Ein Mensch, der eine so wichtige öffentliche und internationale Funktion ausübt, muss in der Lage sein, seine Gefühle und Nerven zu kontrollieren», sagte er in Warschau. Entscheidungen über mögliche Konsequenzen werde er nach einem Gespräch mit Protasiewicz treffen. Der EU-Parlamentarier gehört Tusks liberalkonservativer Partei «Bürgerplattform» (PO) an. (dak/dpa)

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