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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

05. Oktober 2012

Flughafen Frankfurt Fluglärm: Flugzeuge landen nachts billiger

 Von Jürgen Ahäuser
Lärm über dem Rhein-Main-Gebiet: Ein Airbus 380 landet auf dem Frankfurter Flughafen.  Foto: dpa

Die neue Entgeltordnung für den Frankfurter Flughafen sorgt für Ärger: Gerade in den Nachtrandstunden werden die Gebühren für Starts und Landungen gesenkt. Bürgerinitiativen sind empört.

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Die neue Entgeltordnung für den Frankfurter Flughafen sorgt für Ärger: Gerade in den Nachtrandstunden werden die Gebühren für Starts und Landungen gesenkt. Bürgerinitiativen sind empört.

Das Bündnis der Bürgerinitiativen „Kein Flughafenausbau – Für ein Nachtflugverbot“ ist empört und sieht die erst vor wenigen Tagen durch das hessische Verkehrs- und Wirtschaftsministerium genehmigte Entgeltordnung 2013 für den Frankfurter Flughafen in Teilen sehr kritisch. Für Ärger bei den 70 Initiativen im Rhein-Main-Gebiet sorgt, dass Zuschläge der Lärmentgelte in den Nachtrandstunden gesenkt werden.

BBI-Sprecher Berthold Fuld hat dazu aus der über 50 Seiten dicken Flughafenentgeltordnung ein Beispiel für die zeitliche Komponente herangezogen. Der Airbus A380 sei von je 755 Euro bei Start und Landung auf 175 Euro pro Landung und 350 Euro pro Start herabgestuft worden. Die Reduzierung um fast zwei Drittel widerspreche den bisherigen Mitteilungen aus Wiesbaden. Danach sind die Lärmentgelte erhöht und im Gegenzug die gewichtsabhängigen Entgelte gesenkt werden. Außerdem seien die Nachtzuschläge für die Finanzierung des passiven Schallschutzes und die mengenabhängigen Gebühren für Fracht reduziert worden.

Statt Anreize zur Verlegung von Flügen in den Tag zu schaffen, werde der Nachtflug noch stärker als bisher subventioniert. Das BBI bekräftigt seine Forderung, den Nachtfluglärm deutlich zu senken. Missachtet werde auch das vom Bundesverwaltungsgericht geforderte An- und Abschwellen des Flugverkehrs in den Randstunden. Im Süden des Flughafens und im Bereich der Anfluggrundlinie seien an Messstellen des Deutschen Fluglärmdienstes zwischen 22 und 23 Uhr und zwischen 5 und 6 Uhr die höchsten Stundenwerte gemessen worden.

Zum Jahreswechsel müssen laute Flugzeuge am Frankfurter Flughafen höhere Start- und Landegebühren bezahlen. Nach Angaben des hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums erhöht sich der Anteil der lärmabhängigen Einnahmen um 122 Prozent von rund 45 Millionen auf rund 100 Millionen Euro. Die Lärmkategorien seien außerdem weiter gespreizt worden, um besonders laute Flugzeuge noch stärker als bisher zu belasten.

Die Start- und Landegebühr setzt sich aus vielen Komponenten – wie Flugzeugtyp, Anzahl der Passagiere, Gewicht, Frachtanteil und dem Zeitpunkt des An- und Abflugs – zusammen.

Fraport-Sprecher Christopher Holschier widerspricht der angesprochenen Gebührensenkung für den A380 nicht, hält es jedoch für unredlich, sich aus der sehr komplexen und komplizierten Materie einen einzigen Punkt herauszugreifen. In die Berechnung, die keineswegs geheim sei, flössen sehr viel Komponenten wie zum Beispiel Flugzeugtyp, Passagierzahl und Gewicht ein. Das Hauptziel, lautere Flugzeuge stärker zu be- und leisere Maschinen zu entlasten, werde aber erreicht.

Fraport darf bei Flughafengebühren keine Gewinne machen

Als Beispiel führt Holschier den A380 an, der bisher bei einer Landung und einem Start mit Gesamtkosten von 11.200 Euro und ab 1. Januar nur noch mit 10.800 Euro belastet wird. Dagegen muss die Boeing 747 statt 7480 Euro künftig 8211 Euro berappen. „Wir wollten die Lärmspreizung, und der Minister hat das genehmigt.“ Holschier verweist auch darauf, dass Fraport bei den Flughafengebühren eigentlich keine Gewinne machen darf, sondern sich die Einnahmen an den tatsächlich nachgewiesenen Kosten orientieren müssen.

Nach Ansicht der Bürgerinitiativen verzichtet Fraport darauf, eine zulässige Eigenkapitalrendite im Geschäftsbereich Luftverkehr zu erwirtschaften. Damit werde die zur Unbewohnbarkeit großer Gebiete führende Verlärmung der Region vom Steuerzahler als Miteigentümer gefördert.

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