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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

28. November 2012

Flughafen Frankfurt Fluglärm: Gute Luft in der Einflugschneise

 Von Jutta Rippegather
Einst im Mai: Inbetriebnahme der Station. Foto: Chris Hartung

Die Öffentlichkeit wundert sich, die Aktivisten aber kein bisschen: Die Daten der Luftmessstation am Frankfurter Lerchesberg belegen, dass dort im Süden der Stadt keine größere Luftverschmutzung herrsche. Die Initiativen gegen den Airport glauben an Manipulation.

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Auf dem Frankfurter Lerchesberg, in der Einflugschneisen zur neuen Landebahn des Flughafens, ist die Luft vergleichsweise gut. Diese am Mittwoch präsentierte Zwischenbilanz des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie (HLUG) überrascht die Bürgerinitiative (BI) Sachsenhausen nicht. Schon bei der Eröffnung der Messstation habe Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) gesagt, sie erwarte nichts anderes. „Das Ergebnis wundert mich deshalb nicht“, sagt BI-Sprecherin Ursula Fechter.

Als Reaktion auf die Proteste der Anwohner hatte die Landesregierung im Mai die Station auf einem Kleingartengelände in dem Wohnviertel in Frankfurts Süden aufgebaut. Ein Vergleich mit der Situation vor Eröffnung der Landebahn vor einem Jahr ist deshalb nicht möglich. Noch bis nächsten Mai werden Experten dort die Konzentration von Luftschadstoffen erforschen, danach soll die Station nach Flörsheim verlegt werden. Wie HLUG-Experte Stefan Jacobi am Mittwoch in Kelsterbach erläuterte, seien solche Messungen zwar erst nach einem Zeitraum von einem vollen Kalenderjahr valide. Doch bislang seien „keine auffällig erhöhten oder ungewöhnlichen Belastungen“ feststellbar.

Station Lerchesberg

Gemessen werden Feinstaub, Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Gesamtkohlenwasserstoffe, Ozon. Eine Rußmessung ist in Vorbereitung.

Benzol wird „diskontinuierlich“ durch ein besonderes Verfahren gemessen. Begleitend werden die meteorologischen Bedingungen erfasst.

Weitere Informationen und die Ergebnisse stehen auf der Homepage des Umwelt- und Nachbarschaftshauses www.umwelthaus.org sowie auf www.hlug.de

Im Gegenteil: Im Vergleich zu den Stationen in Raunheim, Hanau oder an der verkehrsreichen Friedberger Landstraße in Frankfurt schneide die am Lerchesberg bei allen Werten besser ab. Einzige Ausnahme: die Ozonbelastung. Wo die Luft besonders sauber sei, lägen die Ozonwerte immer höher als dort, wo viel Stickoxide produziert werde.

Ergebnis manipuliert?

Wie Jacobi weiter ausführte, verpesten Autos oder Industrie die Luft in Bodennähe wesentlich stärker, als die Jets am Himmel. Das Gros der Schadstoffe, die Flugzeuge ausstoßen, werde in der Höhe großräumig verteilt. Zwar könnten sie bei Regen ausgewaschen werden und so doch den Boden erreichen. Doch Jacobi bezweifelte, dass dies als Erklärung dafür herhalten könne, dass Gartenmöbel ständig verschmutzten.

Dies beklagen Anwohner seit Eröffnung der Landebahn. „Der Lerchesberg ist bezüglich der Luftqualität ein für den Ballungsraum Frankfurt vergleichsweise gering belasteter Standort“, so Jacobis Fazit. BI-Sprecherin Fechter zweifelt an der Aussagekraft der Messungen: „Bei der Methode und dem Design hat man schon dafür gesorgt, dass das Ergebnis passt.“ So seien „die gefährlichen Feinstäube von 2,5 Mikrogramm, die direkt in die kleinsten Bronchien und Lungenbläschen gehen und die Blut-Hirnschranke durchbrechen“ nicht separat erfasst. Auch fehlten Aussagen zur Zusammensetzung der Staubpartikel.

"Chronische Vergiftung"

Vehement widerspricht Fechter den Aussagen des HLUG-Manns zu den Stickoxiden. Durch das zusätzliche Flugaufkommen über dem Frankfurter Süden sei deren Konzentration „signifikant“ angestiegen. Dies gehe aus den Gutachten von Fraport zur Flughafenerweiterung und einer Stellungnahmen der Stadt Frankfurt eindeutig hervor. Daraus lasse sich rückschließen, wie viel davon die Menschen einatmen müssten, sagt die BI-Sprecherin. Der Frankfurter Intensivmediziner und Professor Rafael Dudziak spreche in diesem Zusammenhang auch von einer „chronischen Vergiftung der Bürger“.

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