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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

17. September 2013

Flughafen Frankfurt: Fraport besteht auf Terminal 3

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Der Flughafenbetreiber Fraport hat den Bauantrag für den ersten Bauabschnitt des umstrittenen dritten Terminals eingereicht.  Foto: dpa

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport stellt unmittelbar vor der hessischen Landtagswahl den Bauantrag für das umstrittene dritte Passagier-Terminal. Die Bauarbeiten für den ersten Bauabschnitt sollen laut Fraport im Jahr 2015 beginnen.

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Dort, wo später einmal die Flugzeuge stehen sollen, auf dem Vorfeld des Terminal 3, wird schon gearbeitet. Von 2015 an soll dann das eigentliche Abfertigungszentrum im Süden des Flughafengeländes gebaut werden und 2021 in Betrieb gehen. Das erklärte Fraport-Sprecher Dieter Hulick am Dienstag, nachdem der Flughafenbetreiber mitgeteilt hatte, man habe den Bauantrag für das Terminal 3 bei der Stadt eingereicht. Mehrere Monate werde es dauern, bis die Stadt ihre Prüfungen abgeschlossen habe, sagte Wulfila Walter vom Planungsdezernat. Dabei gehe es um Statik, Brandschutz und Fluchtwege. Die Pannen beim Bau des Berliner Großflughafens würden den Frankfurtern eine Lehre sein, erklärte Walter. Wenn alle Bedingungen des Baugesetzbuches erfüllt seien, müsse die Stadt genehmigen, sagte Walter. Einen politischen Spielraum gebe es nicht. Damit fällt dem Planungsdezernenten und Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) die undankbare Rolle zu, voraussichtlich einen Bau durchwinken zu müssen, den die eigene Partei ausdrücklich ablehnt.

Grüne lehnen Bau ab

Thomas Scheffler, Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen in der Rhein-Main-Region, zeigte sich enttäuscht, dass Frapoert nicht die Landtagswahl am 22. September abgewartet hat. Es gebe ja zwei potenzielle Regierungsparteien, die das Terminal 3 so nicht wollten, sagt Scheffler.
Der Spitzenkandidat der SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, habe ein Moratorium angeregt, um die gesamten Ausbaupläne auf den Prüfstand zu stellen. Bei den Grünen lehne der Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir den Bau des Terminals ausdrücklich ab. Das tatsächliche Verkehrsaufkommen, so Scheffler weiter, liege deutlich unter den Wachstumsprognosen des Flughafenbetreibers. „Der fundamentalen Fehlplanung Nordwestlandebahn wird mit einem zwei Milliarden Euro teuren Terminal 3 die Narrenkappe aufgesetzt.“ Fraport gibt die Kosten für den ersten Bauabschnitt des Terminals mit 1,6 Milliarden Euro an. Nach Angaben von Dieter Hulick bezieht sich der jetzt eingereichte Bauantrag nur auf diesen ersten Teil. Ob und wann die Anträge für die beiden anderen geplanten Module gestellt werden, hänge von der Verkehrsentwicklung ab. „Wir bauen dann, wenn wir es brauchen.“

Langfristige Planung

Entscheidend im Luftverkehr sei eine „langfristige Perspektive“, sagt Fraport-Chef Stefan Schulte. Mit dem neuen Terminal 3 werde die Infrastruktur für „den Bedarf des kommenden Jahrzehnts“ geschaffen. Von 2021 an sollen im Terminal 3 bis zu 14 Millionen Passagiere abgefertigt werden. Sollten alle drei Module verwirklicht werden, würde sich die Kapazität auf 25 Millionen Fluggäste erhöhen. Im vergangenen Jahr wurden auf dem Frankfurter Flughafen 57,5 Millionen gezählt. Neben dem Hauptgebäude sind im ersten Bauabschnitt auf einer Grundfläche von 90.000 Quadratmetern fünf Ober- und zwei Untergeschosse vorgesehen, so dass eine Geschossfläche von etwas über 300.000 Quadratmetern entsteht. Die Fluggäste gelangen über 24 Gangways direkt in die Flugzeuge. Mit den beiden anderen Terminals und den zwei Bahnhöfen auf dem Flughafengelände soll das Terminal 3 durch die „Skyline“ verbunden werden, die derzeit zwischen Terminal 1 und Terminal 2 verkehrt. Es wird einen eigenen Autobahnanschluss und Parkflächen mit mehr als 2500 Stellplätzen geben.

Verkehrsexperten und die SPD-Fraktion im Frankfurter Römer fordern dagegen einen eigenen S-Bahn-Anschluss. Dieser aber ist im Planfeststellungsbeschluss für den Flughafenausbau nicht vorgesehen. Wulfila Walter vom Planungsdezernat machte am Dienstag deutlich, dass für die Prüfung der Verkehrserschließung nicht die Stadt, sondern das Regierungspräsidium in Darmstadt zuständig sei.

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