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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

29. September 2015

Flughafen Frankfurt: Mehr als 1000 Ausbaugegner am Flughafen

 Von 
Groß war sie, die 150. Demonstration der Flughafenausbaugegner.  Foto: peter-juelich.com

Die 150. Montagsdemo am Frankfurter Flughafen zieht drei Mal so viele Demonstranten an wie sonst. In einer Woche ist Spatenstich für das Terminal 3 - die von Fluglärm geplagten Anwohner wollen seinen Bau wenigstens verzögern.

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Die runde Zahl zieht sie alle an. Menschen aus Frankfurt, Offenbach, Mainz, Hochheim. 1320 Demonstranten sind laut Polizei zur 150. Montagsdemo im Frankfurter Flughafen erschienen. „Drei Mal so viele wie sonst“, sagte der Veranstalter.

Michael Wilk vom Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden (AKU) spricht und seine Rede wird immer wieder unterbrochen. Ratschen, Trommeln, Pfeifen, Klatschen. „Wir müssen unseren Widerstand entschlossener durchführen“, sagte Wilk. „Wenn wir nicht mehr machen, wird Fraport das Terminal 3 durchziehen.“

In einer Woche, am 5. Oktober, lädt Fraport ein zum Spatenstich für das dritte Terminal. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) kommt nicht, der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) auch nicht, dafür viele andere, die den Ausbau des Frankfurter Flughafens loben werden. „Egal, wer beim Spatenstich ist oder nicht, sie sind für den Ausbau und wir sind dagegen“, meinte Wilk, der jeder „regierenden Partei“ vorwarf, den Ausbau zu unterstützen. Pochen, Rasseln, Klopfen, Gellen.

Linke solidarisiert sich

Den Grünen hielt Wilk entgegen, sich „von verbalen Ausbaugegnern zu realen Ausbaudurchwinkern“ gewandelt zu haben. Die sogenannten Lärmpausen seien lediglich eine „Lärmverschiebung“. Unterstützung für diese Position – kein Ausbau, Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr, Begrenzung der Flugbewegungen, kein Terminal 3 – finden die Flughafenausbaugegner bei der Frankfurter Linken. „Zum Schutz der Gesundheit und Lebensqualität lehnen wir einen weiteren Flughafenausbau ab“, teilte Dominike Pauli, die Vorsitzende der Linken-Fraktion im Römer, mit. Die Nordwestlandebahn gehöre geschlossen, ein Flugverbot müsse von 22 bis 6 Uhr gelten, Flugbewegungen müsse der Flughafenbetreiber auf 380 000 im Jahr beschränken.

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„Wir sind diejenigen, die einen schnellen Expansion im Wege stehen“, so Wilk, der seine Wurzeln im Widerstand gegen die Atomkraft hat. 40 Jahre lang habe sich da die Politik nicht bewegt, bis Fukushima ein Umdenken hervorgerufen habe. Politik bewege sich nie ohne massiven Druck. „Wir brauchen mehr zivilen Ungehorsam“, sagte Wilk.

Das Terminal 3 gelte es, falls nicht zu verhindern, so doch zumindest zu verzögern. Nur durch Widerstand lasse sich der Ausbau des Flughafens zeitlich in die Länge ziehen. Das habe sich bei der Startbahn West und der Nordwestlandebahn gezeigt. Die hat Fraport zwar gebaut, aber später als geplant. „Wir sind diejenigen, die einer schnellen Expandierung im Wege stehen“, so Wilk.

Bevor der Protestzug durchs Terminal 1 marschierte, warf Wilk der Fraport noch vor, nur von „Steigerungsraten und Profitmaximierung“ getrieben zu sein. Die Gesundheit der Anwohner leide indes unter dem Fluglärm.

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