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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

12. August 2014

Flughafen Frankfurt: Terminal 3 darf gebaut werden

 Von 
Terminal 3: So soll es einmal aussehen.  Foto: Fraport AG

Flughafenbetreiber Fraport kann mit dem Bau von Terminal 3 beginnen: Die Stadt Frankfurt hat die Baugenehmigung für das umstrittene Projekt erteilt. "Baurecht heißt nicht Baupflicht", komentierte der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Die schwarz-grüne Regierung in Hessen hatte im Koalitionsvertrag vereinbart, noch einmal den Bedarf zu überprüfen.

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Schon wieder eine Niederlage für die Flughafenausbau-Gegnern: Sie konnten die neue Landebahn im Nordwesten des Frankfurter Flughafens nicht verhindern. Trotz vielfältiger und anhaltender Proteste steht seit Dienstag fest: Auch das umstrittene dritte Terminal darf gebaut werden. Und die Genehmigung wurde ausgerechnet von einer Bauaufsicht erteilt, für die ein grüner Bürgermeister und Planungsdezernent, Olaf Cunitz, verantwortlich ist. Cunitz, der im Urlaub ist, ließ durch seinen Referenten, Wulfila Walter, gestern noch einmal klarstellen: Nach Abschluss der fast einjährigen Prüfung durch die Bauaufsicht habe die Stadt die Genehmigung aus rechtlichen Gründen erteilen müssen.

Die Fraport AG setzt weiter auf Wachstum und eine aktuelle Zahl kommt da sehr gelegen: Mit 5,9 Millionen Passagieren wurde der Ferienmonat Juli der stärkste Monat in der Geschichte des Flughafens überhaupt. Bis zu 68 Millionen Fluggäste pro Jahr können nach Angaben von Fraport-Sprecher Christopher Holschier bisher in den beiden vorhandenen Terminals abgefertigt werden. Das neue Terminal 3 wird in seinem ersten, jetzt genehmigten Abschnitt 14 Millionen Passagiere bewältigen können.
Von den beiden weiteren Bauabschnitten, die ebenfalls im Planfeststellungsbeschluss zum Flughafenausbau enthalten sind, redet im Moment niemand mehr. Sollten diese Abschnitte jemals Realität werden, würde sich die Kapazität des Terminals 3 auf insgesamt 25 Millionen erhöhen.

Der Baubeginn ist für Ende 2014 oder auch Anfang 2015 vorgesehen. Die Grundfläche wird mit circa 90 000 Quadratmeter, die sogenannte Geschossfläche mit 306 000 Quadratmeter angegeben, was in etwa 62 Fußballfeldern entspricht. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt wurden auf 2,5 Milliarden Euro taxiert – einschließlich der Verkehrserschließung. So wird im Süden des Flughafens nicht nur ein riesiges Gebäude mit 24 Positionen entstehen, an denen Flugzeuge direkt andocken können.

Betrieb soll 2021 beginnen

Vorgesehen sind ein eigener Autobahnanschluss und Parkflächen für mehr als 2500 Fahrzeuge. Durch eine Erweiterung der Passagierbahn „Skyline“ und der Gepäckförderanlage sollen die drei Terminals miteinander verbunden werden. Die Flughafenausbau-Gegner hatten kürzlich ein Gutachten vorgelegt, wonach das Terminal 3 nicht genehmigt werden könne, weil die Verkehrsanbindung nicht sichergestellt sei. Auch nachdem die Baugenehmigung jetzt erteilt wurde, will Ursula Fechter von der Bürgerinitiative Sachsenhausen nicht aufgeben. Im FR-Interview erklärt sie, dass der Münchener Jurist Martin Schröder, der maßgeblich für das Gutachten verantwortlich ist, im Auftrag der Initiative Zukunft Rhein-Main (ZRM) bei der Obersten Bauaufsichtsbehörde einen Antrag auf „Bauaufsichtliche Prüfung des Terminals 3“ gestellt habe. Die Initiative, der über 30 Gemeinden im Umfeld des Flughafens angehören, hatte auch das Gutachten erstellen lassen.

Die Enttäuschung unter den Flughafenausbau-Gegnern dürfte um so größer sein, weil wichtige Politiker, wie der Frankfurter OB Peter Feldmann (SPD) das Terminal 3 infrage gestellt und eine ernsthafte Prüfung des Bauvorhabens gefordert hatten.
Fraport-Chef Stefan Schulte lobte dagegen „die gute Arbeit“ der eigenen Bauexperten und der städtischen Bauaufsicht. Den bisher veröffentlichten Prognosen zufolge seien die Kapazitäten von Terminal 1 und 2 „spätestens im Jahr 2020“ erschöpft. Folgerichtig soll das neue Terminal „spätestens im Jahr 2021“ in Betrieb gehen.

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