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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

12. Juli 2013

Flughafen Frankfurt: Wirbel um Terminal 3

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Am Frankfurter Flughafen drängeln sich die Passagiere nicht so dicht wie beim Ausbau prognostiziert.  Foto: Michael Schick

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wirft der Fraport vor, größer als ursprünglich geplant bauen zu wollen. Die hessischen Grünen greifen das auf - und fordern Wirtschaftsminister Rentsch (FDP) auf, sofort über das Planänderungsverfahren aufzuklären.

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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wirft der Fraport vor, größer als ursprünglich geplant bauen zu wollen. Die hessischen Grünen greifen das auf - und fordern Wirtschaftsminister Rentsch (FDP) auf, sofort über das Planänderungsverfahren aufzuklären.

Die Flughafenbetreiberin Fraport will im Schnellverfahren eine Vergrößerung des Terminals 3 um 35.000 Quadratmeter durchsetzen. Zu diesem Schluss kommt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der wegen einer Planänderung eine Stellungnahme abgegeben hat. Die Angegriffenen weisen den Vorwurf der Heimlichtuerei zurück: „Der Fußabdruck des Flughafens wird nicht größer“, versichert Fraport-Sprecher Dieter Hulick.

Und sein Kollege Marco Krause vom hessischen Wirtschaftsministerium versichert, dass es sich um „gemessen an der Gesamtfläche des Terminals geringfügige Änderungen“ handele. Sie seien den seit 2006 erhöhten Luftsicherheitsanforderungen geschuldet, dem Bedarf nach „passagierfreundlicheren Prozessen und vor allem dem Wunsch, das Gebäude besonderen Nachhaltigkeitsanforderungen zu unterwerfen“. Dazu müsse eine Änderung an der höchstrichterlich bestätigten Planfeststellung vorgenommen werden. Weder Krause noch Hulick bestätigen die Zahl von 35.000 Quadratmetern.

„Eine Provokation“

Wie der Umweltverband am Freitag mitteilte, hat er sich in seiner „umfangreichen Einwendung gegen die geplante Planänderung ausgesprochen und die Einleitung eines förmlichen Planfeststellungsverfahrens“ gefordert. Inklusive der damit verbundenen gesetzlich garantierten Öffentlichkeit. Statt das neue Terminal im Süden des Flughafens noch größer zu planen, solle Fraport komplett darauf verzichten, sagte BUND Vorstandssprecher Thomas Rahner: „Es ist unnötig, da die Passagierzahlen kaum noch steigen, besteht noch auf Jahre hinaus eine ausreichende Abfertigungskapazität.“

Die Ausbauplanung hätte sich auch hinsichtlich der Passagierentwicklung als Fehlplanung erwiesen. Dennoch wolle Fraport „offenbar im Schnellverfahren eine Vergrößerung des Terminals 3 um 35.000 Quadratmeter noch vor der Landtagswahl und vor einem möglichen Regierungswechsel durchsetzen“. Rahner nennt dies „eine Provokation“.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Mitglied im Aufsichtsrat der Fraport, habe angesichts der Passagierentwicklung eine Verkleinerung des Terminals ins Auge gefasst. Der Vorsitzende der hessischen Grünen, Tarek Al-Wazir hat im Interview mit der Frankfurter Rundschau gesagt, er werde sich dafür einsetzen, dass Terminal 3 nicht gebaut wird. Zwei Tage nach Veröffentlichung des Interviews habe das hessische Wirtschaftsministerium das Anschreiben an den BUND zur Beteiligung am Planänderungsverfahren verfasst, obwohl Fraport ihren Antrag dort schon vor einem Jahr gestellt habe. Rahner: „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“

Wirtschaftsministerium geht von Unwahrheiten aus

Die hessischen Grünen forderten Wirtschaftsminister Rentsch (FDP) auf, sofort über das Planänderungsverfahren aufzuklären. „Hier sollen offensichtlich wenige Wochen vor der Landtagswahl vollendete Tatsachen geschaffen werden“, kritisierte der wirtschaftspolitische Sprecher Kai Klose. „Es ist ein unerhörter Vorgang, dass Fraport an der Öffentlichkeit vorbei die Möglichkeit gegeben werden soll, das geplante Terminal 3 noch einmal zu vergrößern.“

Der Sprecher des Wirtschaftsministeriums wirft den Grünen und dem BUND vor, bewusst die Unwahrheit zu verbreiten. „Die Behauptung, das Terminal 3 werde infolge der Planänderung kapazitiv vergrößert, ist eine bewusste Fehlinterpretation.“ In den dem BUND vorliegenden Unterlagen stehe ausdrücklich, dass sich an der Passagierkapazität des Terminals nichts ändere. Krause wirft den Grünen vor, auch im Wahlkampf den Frankfurter Flughafen mit allen Mitteln zu bekämpfen. „An solchen Spielchen werden wir uns nicht beteiligen.“

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