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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

10. Juli 2014

Flughafen: Terminal 3 rückt näher

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Noch ist es ein Modell, in sieben Jahren vielleicht Realität: das geplante Terminal 3.  Foto: Fraport AG

Die Prüfung des Bauantrags für das umstrittene Flughafen-Terminal steht vor dem Abschluss. Die Inbetriebnahme könnte im Jahr 2021 erfolgen, sofern die Kasseler Richter den Ausbau genehmigen. Enteignungen der Waldbesitzer sind im nächsten Jahr voraussichtlich nicht nötig.

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Die Prüfung des Bauantrags für das umstrittene neue Flughafen-Terminal ist weit fortgeschritten. „Wir gehen davon aus, dass sie in wenigen Wochen abgeschlossen sein wird“, sagt Mark Gellert, Sprecher des Frankfurter Planungsdezernenten Olaf Cunitz (Grüne). Bislang gebe es keine Hinweise, die gegen eine Genehmigung sprechen. Cunitz besitze keinerlei Einfluss auf die Entscheidung der Bauaufsicht, versichert Gellert. Seine Meinung zu Terminal 3 wolle der Dezernent aber nicht äußern.

Cunitz ist also der falsche Adressat für den offenen Brief, mit dem die Frankfurter Bürgerinitiativen (F.B.I) seit der jüngsten Montagsdemonstration Unterschriften sammeln. Darin fordern sie den Baudezernenten auf, die Baugenehmigung zurückzuhalten, bis Fraport seine Prognosen überarbeitet und das Verwaltungsgericht Kassel über die noch anhängigen rund 50 Klagen entschieden hat. In die Verfahren setzen die Ausbaugegner große Hoffnungen: „Diese mündlichen Verhandlungen geben den Klägern die Möglichkeit, insbesondere die Fehler bei der Lärmberechnung und Lärmbetroffenheit sowie auch hinsichtlich der falsch ermittelten Prognosewerte ausführlich darzustellen und so zu Wort zu kommen.“

Terminal 3

Die Grundfläche beträgt 90 000 Quadratmeter. Es gibt fünf Obergeschosse und zwei Untergeschosse. Die Höhe der Halle beträgt innen 20 Meter. Der Vorfeld-Tower ragt 70 Meter über dem Gelände empor.

Die Kapazität ist auf 14 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt. Die Vorfeldfläche misst 1390 Quadratmeter.

Die Grundfläche sämtlicher Geschosse umfasst 306 000 Quadratmeter, wovon mehr als 6000 für Gastronomie und Einzelhandel reserviert sind.

Sollten die Kasseler Richter den Argumenten der Kläger folgen, dann wäre der Planfeststellungsbeschluss von 2007 im Extremfall obsolet. Der gesamte Ausbau wäre ungenehmigt – inklusive der neuen Landebahn.

Doch darüber haben die Richter zu entscheiden, nicht Frankfurts Planungsdezernent, betont dessen Sprecher Gellert: Die Behörde behandele die Genehmigung von Terminal 3 nicht anders als die für ein Reihenhaus, nur dass die Bearbeitung der 900 Ordner naturgemäß etwas länger dauert. Am 17. September hatte Fraport den Antrag für den ersten Bauabschnitt eingereicht. Er betrifft die Hochbauarbeiten. Mit einer Genehmigung, hieß es damals, sei für kommenden Herbst zu rechnen. Die vorbereitenden Arbeiten sind in vollem Gange. Sobald die Stadt grünes Licht gebe, könnten die Ausschreibungen veröffentlicht werden, sagt Fraport-Sprecher Dieter Hulick. Es bleibe beim Baubeginn im Jahr 2015. Inbetriebnahme könnte 2021 sein. Die Autobahnauffahrt, für die die Bäume des Treburer Waldes bei Zeppelinheim fallen sollen, werde erst später benötigt. Eine vorzeitige Besitzeinweisung, eine Art Enteignung der Waldbesitzer, sei im nächsten Jahr nicht nötig.

Auch in der Politik gibt es Bestrebungen, das Vorhaben zu blockieren. Diesen Eindruck erwecken die schwarz-grünen Regierungen im Land und in Frankfurt. Wiesbaden hat Fraport beauftragt, die Notwendigkeit von Terminal 3 noch mal zu überprüfen und gegebenenfalls „für die Region verträglichere Alternativen“ zu erarbeiten. Außerdem wollen das Land und die Stadt mit Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) als Hauptanteilseigner den Konsortialvertrag überarbeiten.

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