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Fluglärm: "Wir laufen uns erst warm"

Wieder demonstrieren am Flughafen Tausende gegen den Lärm. Mit dabei sind auch zwei OB-Kandidaten. "Wir brauchen einen langen Atem", sagt Rosemarie Heilig, die Kandidatin der Grünen.

Die Polizei schätzt, dass 7.500 Demonstranten da waren.
Die Polizei schätzt, dass 7.500 Demonstranten da waren.

Es ist voll und laut im Terminal Eins. Tausende Menschen drängen sich in der Abflughalle, stauen sich auf den Treppe zu den Bahngleisen. Sie protestieren am Samstagmittag am Frankfurter Flughafen gegen den Fluglärm. Es sind weit mehr Teilnehmer, als bei den Montagsdemonstrationen.

Mit Vuvuzelas, Trommeln und Trillerpfeifen machen die Menschen ihrem Ärger Luft. Sie fordern ein Nachtflugverbot zwischen 22 und sechs Uhr, die Stilllegung der Nordwestbahn und eine Einschränkung der Flugbewegungen.

Auch gegen den geplanten Bau des Terminals 3 im Süden des Airport demonstrieren einige. Das Ende des Meeres aus Plakaten und Transparenten ist kaum zu sehen. Die ganze Region rund um den Flughafen ist vertreten. Ingrid Kopp, Sprecherin des Bündnisses der Bürgerinitiativen, wird später von 20000 Demonstranten sprechen. Nach Aussage von Fraport-Pressesprecher Wolfgang Schwalm seien es rund 6000 gewesen. Die Polizei schätzt 7500 Demonstranten.

Peter Feldmann demonstriert mit

Großdemo gegen Fluglärm

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Auch Oberbürgermeisterkandidat Peter Feldmann (SPD) hat sich unter die Demonstranten gemischt. Zum ersten Mal. „Man muss diesen Protest ernst nehmen.“ Die Landebahn muss Thema in ganz Frankfurt sein, auch südlich der Mainlinie, sagt Feldmann.

Er fürchtet, dass nur der Süden der Stadt sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Auch OB-Kandidatin Rosemarie Heilig (Grüne) ist da, so wie bei jeder Demonstration gegen den Fluglärm. „Wir brauchen einen langen Atem, aber wir werden durchhalten.“

Aufgrund der regen Beteiligung fällt die geplante Runde durch das Terminal aus. Stattdessen geht es gleich nach draußen, auf die Zubringerstraße des Terminals zur Abschlusskundgebung auf den Busbahnhof.

Auf dem Weg kommt es zu leichten Verkehrsbehinderungen. Laut Polizei verlief die Demo friedlich.

Einer der Redner ist Klaus Niemann aus Berlin. Auch am Flughafen Berlin-Schönefeld demonstrieren am Samstag wieder einige hundert Menschen gegen den vom neuen Flughafen Berlin Brandenburg erwarteten Fluglärm.

Um ihrer Solidarität Ausdruck zu verliehen, sind rund 30 Berliner nach Frankfurt gekommen, tauschen mit Frankfurter Initiativen als Symbol der Verbundenheit ihre Banner. „Gesundheit ist ein Gut, das wir nur verlieren können“, sagt Niemann.

"Zieht euch warm an, wir laufen uns erst warm"

Der Fluglärm werde mittlerweile als „nationales Problem“ gesehen. „Zieht euch warm an, wir laufen uns erst warm“, warnt er die Politiker. Von einer „bundesweiten Vernetzung“ spricht auch Bettina Appelt, Sprecherin der Bürgerinitiativen aus Mainz.

Auch um Arbeitsplätze geht es bei der Abschlusskundgebung. „Ich ziehe in Zweifel, dass der Flughafen Arbeitsplätze schafft, ohne dass er Arbeitsplätze vernichtet“, sagt Katinka Poensgen, 2. Bevollmächtigte der IG Metall. Sie fordert, auch andere Arbeitsplätze zu schaffen und die Eisenbahn als Bürgerbahn auszubauen. „Metaller können auch Bahnen bauen.“

Am Ende der Kundgebung gegen 15 Uhr ist die Masse der Demonstranten aufgrund der Kälte deutlich geschrumpft. Am Montag wird wieder demonstriert. Kopp geht davon aus, dass der Protest in den kommenden Wochen weiter zunehmen wird.

Über 70 Bürgerinitiativen aus dem Rhein-Main Gebiet haben sich bereits zusammengeschlossen. „Wir werden immer mehr.“ Allein in den vergangenen sechs Wochen seien zehn neue dazu gekommen.

Autor:  Laura Wagner
Datum:  4 | 2 | 2012
Kommentare:  67
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