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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

15. Dezember 2011

Fluglärm-Debatte im Römer: Die Ruhe ist vorbei

 Von Jürgen Ahäuser und Friederike Tinnappel
Triebwerke wie dieses hier, das einem Airbus A380 gehört, haben jede Menge Power, machen aber auch jede Menge Krach.

Lange war es rund um das Thema Flughafen still im Römer. Doch mit der Inbetriebnahme der Nordwestbahn ist es damit vorbei. In der letzten Sitzung des Jahres brachen im Stadtverordnetenparlament zwischen den Fraktionen alte Gräben wieder auf.

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Lange war es rund um das Thema Flughafen still im Römer. Doch mit der Inbetriebnahme der Nordwestbahn ist es damit vorbei. In der letzten Sitzung des Jahres brachen im Stadtverordnetenparlament zwischen den Fraktionen alte Gräben wieder auf.

Lange war der Flughafen kein Thema mehr im Frankfurter Römer. Doch das war nur die Ruhe vor dem Sturm. Seit der Inbetriebnahme der Nordwestbahn am 21. Oktober ist es mit der Ruhe vorbei – auch im Stadtverordnetenparlament, das am Donnerstag zu seiner letzten Sitzung in diesem Jahr zusammentrat. Die stärksten Worte fand die grüne Stadtverordnete Martina Feldmayer. Sie nannte den Bau der Bahn „die größte Fehlentscheidung“ der Landesregierung in den letzten zwei Jahrzehnten. „Die Bahn sollte abgerissen und wieder aufgeforstet werden“, sagte Feldmayer – um dann jedoch einschränkend hinzuzufügen, dass dies politisch nicht machbar sei. Man dürfe den Bürgern keine leeren Versprechungen machen.

Schnell hatten die Schatten der Vergangenheit die Gegenwart eingeholt, brachen alte Gräben wieder auf. So warf der SPD-Fraktionschef Klaus Oesterling den Grünen „partielle Amnesie“ vor. Als der Bau der Nordwestbahn im Jahr 2006 von der Mehrheit der Stadtverordneten mit den Stimmen von SPD und Flughafen-Ausbau-Gegnern abgelehnt wurde, hätten sich die Grünen zusammen mit der CDU enthalten. Sie hätten sich „der CDU gebeugt“.

Feldmann muss einstecken

Für die Sozialdemokraten musste vor allem der frisch gekürte OB-Kandidat Peter Feldmann Prügel einstecken und zwar vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Helmut Heuser. Heuser zitierte Feldmann, der gesagt haben soll: „Bisher bin ich von meiner Tochter geweckt worden, jetzt werde ich von Flugzeugen geweckt.“ Soweit er, Heuser, wisse, wohne Feldmann in Bonames. Da habe es, etwa am vergangenen Tag nur ein paar wenige Abflüge in einer Höhe von 2000 bis 3500 Metern gegeben.

Heuser warf Feldmann vor, die Menschen, die in Niederrad oder Sachsenhausen wohnen, zu verhöhnen. Martina Feldmayer legte nach: Die Bürger bräuchten keine Politiker, die sich nur während des OB-Wahlkampfes mit dem Thema beschäftigen.
Carmen Thiele (Die Linke) nannte den Antrag von CDU und Grünen, der ein gemeinsames Vorgehen mit den anderen lärmgeplagten Kommunen der Rhein-Main-Region ermöglichen soll, einen „Rein-Wasch-Antrag“. Er sei eine Reaktion darauf, dass plötzlich „eher konservative, bodenständige Menschen“ zu Tausenden gegen den Fluglärm aufstehen.

Für eine Liberale recht ungewöhnlich, forderte die FDP-Fraktionsvorsitzende Annette Rinn mehr Regulierung: Der Lärmschutz müsse gesetzlich festgeschrieben werden, um die Einführung einer neuen Gebührenordnung zu erleichtern, damit der Flughafen für laute Flugzeuge teurer wird. Das Bundesumweltministerium sollte Grundlagen für Entschädigungszahlungen an die Lärmopfer schaffen. Außerdem sollte eine verbindliche Lärm-Obergrenze für den Airport festgesetzt werden. „Alles, was jetzt passiert, ist vorhersehbar gewesen“, meinte Wolfgang Hübner (Freie Wähler). Insofern sei die Diskussion über den Flughafenausbau auch „eine Diskussion über Glaubwürdigkeit“.

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