kalaydo.de Anzeigen

Fluglärm: Flughafen-Demos mit ohrenbetäubendem Lärm

Mehr als zehntausend Menschen demonstrieren am Flughafen in Frankfurt am Main gegen Fluglärm.
Mehr als zehntausend Menschen demonstrieren am Flughafen in Frankfurt am Main gegen Fluglärm.
Foto: Boris Roessler / dpa

Mehrere Tausend Menschen haben auf dem Frankfurter Flughafen gegen Fluglärm demonstriert. Die Polizei sprach von rund 6000 Teilnehmern, das Bündnis der Bürgerinitiativen von 10 000.

Tausende Demonstranten haben sich im Frankfurter Flughafen versammelt, um gegen die wachsende Lärmbelästigung in der Region zu protestieren. In der zentralen Abflughalle des Terminals Eins verursachten sie ohrenbetäubenden Krach mit Trillerpfeifen und Sprechchören.

Viele trommelten dazu auf Eimern, Keksdosen und anderen Gefäßen. Einige trugen Ohrschützer. «Fluglärm macht krank», stand auf vielen Plakaten.

Es war die bisher größte Protestaktion im Flughafen. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 6000, die Veranstalter - ein Bündnis aus Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau - sprach von 10 000 Menschen. Zwischenfälle gab es nicht. Nach einer Auftaktkundgebung zogen die Demonstranten vor das Flughafengebäude.

Mit Plakaten demonstrieren in der Ankunftshalle des Flughafens Schönefeld Gegner des neuen Berlin Brandenburg Airports gegen die Lärmbelastung durch die neuen Flugrouten.
Mit Plakaten demonstrieren in der Ankunftshalle des Flughafens Schönefeld Gegner des neuen Berlin Brandenburg Airports gegen die Lärmbelastung durch die neuen Flugrouten.
Foto: Bernd Settnik / dpa

Sie fordern ein absolutes Nachtflugverbot, einige auch die Schließung der im Oktober eröffneten neuen Landebahn. Unter den Demonstranten waren auch Vertreter der Protestbewegung Stuttgart 21 und Flughafengegner aus Berlin, wo gleichzeitig demonstriert wurde. Zu Beginn der Proteste sperrte die Polizei einen Teil des Terminals. Grund war ein herrenloser Koffer, der neben dem Eingang in Halle A stand. Er stellte sich später als harmlos heraus.

Demonstration auch in Berlin

Auch in Berlin haben mehrere hundert Fluglärmgegner in der Abflughalle des Flughafens Berlin-Schönefeld demonstriert. Mit Plakaten und Aktionen wie Trommeln, Pfeifen und Singen protestierten sie gegen den Fluglärm, den sie vom neuen Flughafen Berlin Brandenburg befürchten. Sie fordern unter anderem ein absolutes Nachtflugverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr. Der Flughafen soll am 3. Juni in Betrieb gehen. Aufgerufen hatte das Aktionsbündnis Berlin-Brandenburg (ABB).

Hunderte gegen Fluglärm

Bildergalerie ( 10 Bilder )

Nach Ansicht des Epidemiologen Eberhard Greiser ist sich die Wissenschaft mittlerweile einig, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Fluglärm und Herz- und Kreislaufkrankheiten besteht. «Das heißt: Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und coronale Herzkrankheiten», sagte Greiser am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Fluglärm sei vor allem nachts schädlich. Für eine Studie über die Auswirkungen von Fluglärm hatte Greiser Daten von einer Million Versicherten aus dem Raum Köln/Bonn ausgewertet. (dpa)

Datum:  4 | 2 | 2012
Kommentare:  26
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
        

Für diejenigen Menschen, die unter dem Fluglärm leiden, ist Frankfurt bei weitem nicht „grün“ genug.
Fluglärm in Frankfurt 
        

Wohnen in der Region: Lärm, aber noch kein Schallschutz.
Schleppende Antragsbearbeitung 
        

Nach Sonnenuntergang sollen auch die Flieger unten bleiben.
Nachtflugverbot 
Wegen der
Fluglärm Rhein-Main-Gebiet 
Spezial
Koch geht, Bouffier kommt - wohl auch im CDU-Bundesvorsitz.

Ende einer Ära: Nach elfeinhalb Jahren nimmt Hessens Ministerpräsident Roland Koch Abschied von der Politik.

Spezial

Hat Volker Bouffier als Innenminister einen Parteifreund begünstigt? Ein Untersuchungsausschuss sucht Antworten.

Spezial

Nach der Privatisierung des Uniklinikums Marburg-Gießen häufen sich Berichte über eine schlechte Krankenversorgung und Personalmangel.

Polizeimeldungen

Was ist passiert? Polizeimeldungen aus Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Hanau sowie Wiesbaden.