Die Deutsche Flugsicherung (DFS) will mit Hilfe von optimierten An- und Abflugverfahren im Rhein-Main-Gebiet den Fluglärm der neuen Nordwest-Landebahn reduzieren. Dafür solle die sogenannte Südumfliegung, über die derzeit 80 Prozent der Abflüge geleitet würden, weiter ausgebaut werden, sagte Andre Biestmann von der DFS am Dienstag in Frankfurt am Main. Ab August sollen bis zu 90 Prozent der abfliegenden Flugzeuge den Schlenker über Nauheim (Kreis Groß-Gerau) machen.
Dadurch würden die bereits durch den Lärm anfliegender Flugzeuge besonders belasteten Orte Flörsheim und Hochheim entlastet, betonte die DFS. Bereits am 1. Dezember war angeordnet worden, dass Piloten länger als bisher auf der vorgegeben, neuen Südabflugroute bleiben müssen. Dadurch konnte eine weite Streuung der Flugzeuge und damit des Lärms über den Ballungszentren vermieden werden, wie Biestmann weiter sagte. Die Funknavigationsanlage an der Autobahn 67 nahe dem Rüsselsheimer Dreieck solle ab März für noch mehr Präzision sorgen.
Die DFS prüfe außerdem die Anhebung des Gleitwinkels auf den Instrumentenlandesystemen der Nordwest-Landebahn von 3,0 auf 3,2 Grad, sagte Biestmann weiter. Dadurch würden Flugzeuge über Offenbach beispielsweise 80 Meter höher einfliegen und wären entsprechend leiser. Allerdings seien sie dadurch auch schneller, sodass der Pilot mit den Klappen abbremsen müsse. Das wiederum verursache Lärm, sagte Biestmann. Man müsse also Testflüge machen und abwägen. Ab Oktober solle das geschehen.
Zusätzlich will die DFS die Anzahl der kontinuierlichen Sinkflüge erhöhen. Dafür seien zwei Probetage im Februar angesetzt, kündigte Biestmann an. Beim kontinuierlichen Sinkflug gibt der Pilot nur 35 Prozent Gas, sodass das die Triebwerke wesentlich leiser sind. Wird der Sinkflug unterbrochen, braucht das Flugzeug bis zu 85 Prozent Schub und ist dementsprechend lauter.
Ferner prüf die DFS laut Biestmann die Anhebung der Anflughöhe um 1.000 Fuß (circa 300 Meter). Dadurch verursachten anfliegende Flugzeuge später und in einem kleineren Gebiet Lärm. Entlastet würden dadurch der Main-Kinzig-Kreis, der Main-Taunus-Kreis, Aschaffenburg und die vom Fluglärm betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz.
Bei der Prüfung müssten mögliche Streckenänderungen und daraus resultierende Verspätungen einkalkuliert werden, sagte Biestmann. Sie soll im August abgeschlossen sein. Das Ergebnis sei offen. Die Fluglärmkommission sei in alle Maßnahmen eingebunden. (dapd)
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