Fluglärm-Gipfel: Bouffier will "deutliche Lärmminderung"
Ein Flugzeug überfliegt Flörsheim am Main im Anflug auf die neue Landebahn. Foto: dpa
Ein Flugzeug überfliegt Flörsheim am Main im Anflug auf die neue Landebahn. Foto: dpa
Volker Bouffier spricht mit Vertretern der Luftfahrtindustrie über den Fluglärm am Frankfurter Flughafen. Sein Ziel: eine "deutliche Lärmminderung". Fluglärm-Gegner kritisieren, dass die betroffene Bevölkerung nicht mit einbezogen wird.
Wenn der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mit führenden Vertretern der Luftfahrtindustrie zu einem Fluglärm-Gipfel zusammentrifft, darf nach Ansicht der Bürgerinitiativen nicht nur das umstrittene Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen auf den Prüfstand gestellt werden. Auch die tägliche Belastung von über 18 Stunden durch die neue Landebahn sei für viele Menschen unerträglich, sagte Helmut Hahn, Sprecher des Bündnisses aus 60 Bürgerinitiativen.
Er kritisierte, dass die betroffene Bevölkerung nicht an den Gesprächen beteiligt sei: „Man meidet den Dialog mit den Bürgerinitiativen, weil Bouffier wahrscheinlich ahnt, welcher berechtigte Vorwurf erhoben würde: Die Piste hätte nicht gebaut werden dürfen.“
Eingeladen sind Vertreter der Luftfahrtindustrie
Bouffier will mit führenden Vertretern der Luftfahrtindustrie über den Fluglärm am Frankfurter Flughafen sprechen. Eingeladen wurden der Vorstandschef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, Stefan Schulte, Lufthansa-Vorstandschef Christoph Franz, der Geschäftsführer der Deutschen Flugsicherung, Dieter Kaden, sowie der Generalsekretär des Airline-Verbandes BARIG, Martin Gaebges. Von Regierungsseite wird neben Bouffier auch Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) dabei sein.
Was aktiver Schallschutz leisten kann - und was nicht
Weniger Fluglärm – das ist nach Einschätzung von Günter Lanz nicht machbar. Lanz ist Vorsitzender der Task Force, die an einer Optimierung der An- und Abflugverfahren für die vier Bahnen des Frankfurter Flughafens arbeitet, und Geschäftsführer des Umwelt- und Nachbarschaftshauses in Kelsterbach, das den Dialog zwischen Bürgern und Luftfahrt fördern soll.
Für die FR hat Lanz die einzelnen Maßnahmen des Aktiven Lärmschutzes erklärt und kommentiert. Sein Fazit: „Was wir erreichen können, ist eine Begrenzung der Zunahme des Lärms.“
(von Friederike Tinnappel)
Leise Flugzeuge
Die Lufthansa hat die Triebwerke ihrer 737-Maschinen umgerüstet. Auch andere Flugzeugtypen können nachgerüstet werden. Aber das Umrüsten ist teuer. Außerdem muss jeder Flugzeug-Typ, der modifiziert wird, neu zugelassen werden. Und das geht richtig ins Geld. Am wenigsten laut sind ganz neue Flugzeuge. Für Orte, die in den Anflugrouten der neuen Nordwestbahn liegen, wie Flörsheim oder der Frankfurter Süden, ist dies die einzige Möglichkeit, die Lärmbelastung zu deckeln.
Starts (Vertikale Optimierung der Abflugverfahren)
Bisher verringern die Piloten in einer Höhe von 1000 bis 1500 Fuß (1000 Fuß =304,80 Meter) den Steigwinkel, um das Flugzeug auf optimale Geschwindigkeit zu bringen. Jetzt wird diskutiert, ob sie bei einer Geschwindigkeit von 210 bis 220 Knoten (100 Knoten = 185 km/h) weiter relativ steil steigen sollen, um schneller an Höhe zu gewinnen. Dadurch wird es zwar unter der Abflugroute weniger laut, aber die Fläche, die beschallt wird, vergrößert sich.
Landungen (Continuous Descent Approach)
Die Flugzeuge schweben im Gleitflug, also im Leerlauf, ein. Flugzeuge mit besonders guten Segeleigenschaften werden oft zu schnell, so dass sie Landeklappen und Fahrwerke ausfahren müssen, die lauter sein können als die Triebwerke. Weil die Maschinen unterschiedliche Geschwindigkeiten haben, müssen die Abstände vergrößert werden. Dieses Verfahren hat nachts funktioniert, ist aber bei vollem Betrieb am Tage nicht realisierbar.
Erhöhter Anflugwinkel
Derzeit ist ein Gleitwinkel von drei Grad vorgeschrieben. Die Nordwestbahn ist mit einem System ausgestattet, das auch einen Winkel von 3,2 Grad zulässt. Für 2013 ist geplant, dass auch die Südbahn mit 3,2 Grad angeflogen werden kann. Von dem Höhengewinn profitieren aber nur die weiter entfernt liegenden Ortschaften.
Routenführung (Segmented Approach)
Das südliche Umfliegen von Mainz bei Ostbetrieb und von Offenbach, Hanau und Mühlheim bei Westbetrieb hat hervorragend funktioniert. Wegen der notwendigen größeren Abständen zwischen den Flugzeugen kann so aber nur nachts geflogen werden. Für die Südbahn könnte es zum Standardverfahren werden – wenn das Nachtflugverbot aufgehoben wird. Die Nordwestbahn muss aus Sicherheitsgründen direkt angeflogen werden.
Lärmverteilung
Die einzige Möglichkeit, Flörsheim und Raunheim zu entlasten, ist mehr Westbetrieb. Etwa ab Ende 2012 soll es möglich sein, dass Flugzeuge auch mit einer Rückenwindkomponente von maximal sieben Knoten starten. Jetzt sind es maximal fünf Knoten.
„Wir wollen eine deutliche Lärmminderung“, formulierte Bouffier das Ziel des Gesprächs. Ein Maßnahmenpaket soll dann im ersten Quartal 2012 vorgestellt werden. Die Proteste gegen den Fluglärm haben seit Eröffnung der neuen Nordwestlandebahn an Deutschlands größtem Airport im Oktober massiv zugenommen.
Die Grünen bezeichneten das Treffen in Wiesbaden als „Fluglärm-Gipfel der Heuchelei“. Während sich Bouffier mit der Luftfahrtindustrie treffe, klage die Landesregierung vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig für mehr Lärm, kritisierte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Tarek Al-Wazir. Im vergangenen Oktober hätten Bouffier und sein Kabinett die Ausbaukritiker noch als Totengräber des Wirtschaftsstandorts dargestellt.
Vor dem Gipfel forderte die SPD die schwarz-gelbe Landesregierung erneut auf, ihre Revision gegen das gerichtlich verhängte Nachtflugverbot zurückzunehmen. Dies sei das „glaubwürdigste Zeichen“, sagte der hessische SPD-Generalsekretär Michael Roth. Auch die CDU sei nun gezwungen, Stellung zu beziehen: Denn mit der Eröffnung der neuen Landebahn treffe der Fluglärm auch Siedlungsgebiete mit CDU-nahen Wählerschichten. „Fluglärm ist klassenlos“, sagte Roth.
Montagsdemonstration am Flughafen
Am Abend wollen die Bürgerinitiativen wieder im Abflugterminal des Flughafens für ihre Anliegen demonstrieren. In den vergangenen Wochen waren jeweils mehrere tausend Menschen zu den Montagsdemonstrationen der Fluglärmgegner gekommen. (dapd/dpa)
Tausende Menschen protestieren wieder am Terminal 1
Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
Foto: Alex Kraus
Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
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Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
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Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
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Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
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Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
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Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
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Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
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Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
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Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
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Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
Foto: Alex Kraus
Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
Erneut sind mehrere Tausend Menschen zur Montagsdemo gekommen um gegen die Fraport und die neue Landebahn, Nordbahn und für den Erhalt des Nachtflugverbot zu demonstieren.
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