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Fluglärm im Planungsausschuss: "Es wird Krieg geben, weil wir am Ende sind"

Durch Zwischenrufe, Kopfschütteln und Wutausbrüche machen Fluglärm-Betroffene gegenüber dem Römer-Planungsausschuss ihrem Ärger Luft. Bei den Politikern herrscht dagegen schiere Hilflosigkeit. Bürger und der Planungsausschuss reden aneinander vorbei.

Hans Glock ist von seiner Partei, den Grünen, enttäuscht.  Foto: A. Kraus

Am Ende steht Hans Glock in seiner weinroten Jacke mitten im Raum am Mikrofon und ruft: „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ Über eine Stunde tagt da schon der Römer-Planungsausschuss in der Martin-Buber-Schule, mitten in der neuen flugverlärmten Zone Sachsenhausens. Zwischenrufe, Kopfschütteln, Wutausbrüche der Bürger – und auf der anderen Seite, bei den Politikern, schiere Hilflosigkeit. Weniger denn je scheinen beide Lager miteinander kommunizieren zu können.

Hans Glock, der sich selbst als „Gründungsmitglied der Grünen in Sachsenhausen“ vorstellt, bescheinigt seinen Parteifreunden im Ausschuss: „Ich bin von eurem Abtauchen schwer enttäuscht!“ Der Einzige, der noch wirklich den Dialog versucht, ist der Grüne Uli Baier, seit mehr als zwei Jahrzehnten Stadtverordneter. Er fordert von „allen Vielfliegern“ im Raum zu sagen: „Ich fliege nicht mehr!“ Er erinnert sich daran, schon vor 15 Jahren vor weiterem Wohnungsbau in Sachsenhausen wegen des Flughafens gewarnt zu haben – vergeblich: „Man kann keinem Eigentümer das Baurecht verwehren.“

"Es wird Krieg geben"

Doch die Emotionen bei den Betroffenen lassen alle Schranken fallen. Gerald Weinholt fragt die Stadtverordneten: „Wäre es möglich, die südlichen Stadtteile zu Industriegebieten umzuwidmen und die Wohnungen nördlich des Mains anzusiedeln?“ Ein anderer prophezeit: „Es wird Krieg geben, weil wir hier am Ende sind.“ Zwei Mütter wollen wissen: „Wie kann es sein, dass hier nebenan gerade ein Kindergarten gebaut wird für 90 Kinder?“ Eine Geschäftsfrau: „Wenn ich als Unternehmerin einen Fehler mache, muss ich dafür einstehen – warum wird bei der Fraport eine Ausnahme gemacht?“

Montagsdemo gegen Fluglärm (13.02.2012)

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Besonders blamabel wirkt der Auftritt von Planungsdezernent Edwin Schwarz. Bei seinem letzten Termin im Ausschuss weigert sich der CDU-Politiker, der am 14. März in Ruhestand geht, zum Thema Fluglärm ein Wort zu sagen. Nur Schulterzucken und Kopfschütteln.

Jan Schneider, der planungspolitische Sprecher der CDU, versichert: „Niemand hier im Raum will Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad aufgeben!“ Langfristig müsse man den Flughafen verlegen, sagt Hans Günter Müller von den Freien Wählern. „Das ist Science-Fiction“, kontert Martin Kliehm von der Piratenpartei. Konsens herrscht bei den Politikern nur in einem: Über Lärmschutz für die Martin-Buber-Schule wird nachgedacht.

Autor:  Claus-Jürgen Göpfert
Datum:  14 | 2 | 2012
Kommentare:  46
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