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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

12. Januar 2013

Fluglärm Norah-Studie: Teilnehmer für Norah gesucht

Die Lärmstudie Norah an vier Flughäfen soll im Herbst abgeschlossen, ihr Ergebnis nächstes Jahr veröffentlicht werden. Foto: ddp/Jens Schlueter

Die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg lässt auf sich warten. Welche Auswirkungen die Verzögerung auf die Lärmwirkungsstudie Norah hat, erklärt Studienleiter Dirk Schreckenberg. In Frankfurt und Rhein-Main rollt nun die letzte Welle von Befragungen an.

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Dass die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg verschoben wird, hat laut Fraport keine Auswirkungen auf den Frankfurter Flughafen. Wohl aber auf die Lärmwirkungsstudie Norah.

Herr Schreckenberg, für die Norah-Studie sollten Anlieger von vier Flughäfen untersucht werden. Frankfurt, Köln, Stuttgart und Berlin-Brandenburg. Ist das Konzept jetzt hinfällig?

Nein. Was wegfällt, und was wünschenswert gewesen wäre, wäre der Vorher-Nachher-Vergleich für Berlin. Wir wollten es mit dem Frankfurter vergleichen. Ob die Nachher-Untersuchung später einmal möglich ist, ist nun völlig unklar. Aber alle anderen Punkte in der Studie bleiben.

Hatten Sie in Berlin schon angefangen?

Ja, wir haben bereits Untersuchungen durchgeführt und der Teilnehmerkreis wartet darauf, dass er von uns wieder kontaktiert wird. Doch die Nachher-Befragung wird jetzt nicht bis Herbst möglich sein, wenn die Erhebungen für Norah abgeschlossen sind. Wir hoffen nun, dass wir einen Auftraggeber finden, der danach die Nachher-Befragung für Berlin-Brandenburg finanziert.

Wie weit sind Sie in mit Ihrer Arbeit in Frankfurt und Region?

Wir haben Befragungen vor Eröffnung der Landebahn durchgeführt, dieselben Leute ein Jahr danach gefragt. Jetzt kommt die dritte Welle. Auch die 90 Teilnehmer an der Schlafstudie werden ein weiteres Mal verkabelt, um zu sehen, wann sie wegen Verkehrslärm aufwachen. Und für das Blutdruckmonitoring beginnt die zweite Runde. Wir wollen wissen, wie sich die Situation in der Region verändert hat. Es gibt Menschen, die durch die Landebahn mehr belastet wurden, andere weniger.

Haben Sie genug Teilnehmer oder suchen Sie weitere?

Wir suchen noch. Für das Blutdruckmonitoring haben wir derzeit 1800 und wollen 2000. Außerdem möchten wir den Teilnehmerkreis an der Schlafstudie ausweiten. Dafür entwickeln wir ein einfacheres Untersuchungsverfahren. Es geht um den Frankfurter Lärmindex, der die Zahl der zusätzlich hervorgerufenen Aufwachreaktionen beschreibt. Wir wollen ihn konkret für die Rhein-Main-Region berechnen und nicht, wie bislang, auf Basis der Schlafdaten von Köln/Bonn.

Wann sind Sie mit der Rhein-Main-Region durch?

Im Herbst sind die Untersuchungen abgeschlossen. Dann werden wir den Riesendatensatz, den wir über drei Jahre gesammelt haben, auswerten. Deshalb wird der Abschlussbericht erst 2014 fertig sein.

Wurden die Berliner ebenso umfangreich untersucht wie die Frankfurter?

Nein. Die erweiterte Krankenkassenstudie, die physiologische Schlafstudie und das Blutdruckmonitoring gibt es nur für Frankfurt. Es gibt aber auch für Berlin eine Kinderstudie vorher und nachher. Doch die ist nicht Bestandteil von Norah und finanziert wird sie vom Umwelt- und Gesundheitsministerium Berlin-Brandenburg.

Im Sommer hat eine Gruppe von Ärzten die Sinnhaftigkeit der Norah-Studie infrage gestellt. Hat sich die Debatte auf die Bereitschaft der Teilnehmer ausgewirkt?

Es gibt Teilnehmer, die deshalb abgesprungen sind. Doch die Studie selbst wurde durch das Sommertheater nicht gefährdet. Ich habe mich gewundert, dass ein Teil dieser Ärzte im Herbst mitgeteilt hat, eine Krankenhausstudie zur Auswirkung des Fluglärms zu erarbeiten. Dabei haben sie doch gesagt, man bräuchte keine neuen Erkenntnisse mehr.

Das Interview führte Jutta Rippegather.

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