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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

25. Juni 2012

Fluglärm-Protest Frankfurt: Menschenkette am Main gegen Fluglärm

 Von Friederike Tinnappel
Die Fluglärm-Gegner geben nicht auf.  Foto: dapd

Von der Friedens- bis zur Flößerbrücke reicht die Menschenkette. Etwa 8000 Teilnehmer stehen Hand in Hand am Mainufer, um gegen den Fluglärm zu demonstrieren.

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Mehrere tausend Fluglärm-Gegner haben sich am Sonntagnachmittag die Hand gereicht und eine Menschenkette von der Friedensbrücke bis zur Flößerbrücke gebildet. Sie standen in Zweier-Reihen am südlichen Mainufer. Gegen 15.30 Uhr verwandelte sich die vier Kilometer lange Menschenkette in eine jauchzende La-Ola-Welle. Alexandra Walken von der Bürgerinitiative „Eintracht gegen Fluglärm“ sprach später auf der Kundgebung von „8000 bis 9000 Leuten“. Nach Angaben der Polizei waren es 5000.

Ursula Fechter von der Bürgerinitiative Sachsenhausen kündigte an, dass die Initiativen ein „neues Fass“ aufmachen werden. Gedacht werde dabei an eine Verfassungsbeschwerde, weil durch den Fluglärm das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit verletzt werde.

Werner Gerhardt, der mit 35 Mitstreitern aus Berlin angereist war, meinte, wer dieses Grundrecht mit Füßen trete, sei „ein Verfassungsfeind“. Fluglärm sei kein regionales Problem. „Das ist ein nationales, wenn nicht ein europäisches Problem“. Die Bürgerinitiativen beteuerten, in Zukunft stärker zusammenarbeiten zu wollen. Der Wunsch nach „Vernetzung“ wurde in Gesprächen immer wieder geäußert.

Der Immobilieninvestor und ehemalige Verleger Bernd Lunkewitz räumte als dritter Redner ein: „Ich bin Geschäftsmann und oft hin- und hergeflogen.“ Der Flughafenbetreiber Fraport lüge, wenn er behaupte, Arbeitsplätze schaffen zu wollen. „Es geht ums Geld. Um nichts anderes.“

Außer der Stilllegung der Nordwestbahn, die am 21. Oktober 2011 in Betrieb genommen wurde, fordern die Bürgerinitiativen die Ausweitung des Nachtflugverbots von jetzt 23 bis 5 auf 22 bis 6 Uhr und eine Deckelung der Flugbewegungen.

Zum Schluss der Kundgebung wurde ein alter Maffay-Song mit neuem Text gesunken: „Über sieben Brücken musst Du gehen, um den Süden Frankfurts zu verstehen, ...“. Der Main gilt als eine Art Lärmgrenze zwischen dem vom Fluglärm geplagten Frankfurter Süden und dem ruhigeren Norden. Und sieben Brücken sind es genau, wenn man von der Friedensbrücke bis zur Flößerbrücke auch den Eisernen Steg und den Holbeinsteg mitzählt.

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