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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
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15. Oktober 2014

Flugzeugteil im Stadtwald entdeckt: "Es hätte Tote geben können"

 Von  und 
Mitglieder der Bürgerinitiative begutachten das herabgestürzte Flugzeugteil.  Foto: Bürgerinitiative Sachsenhausen

Der Vorfall beunruhigt nicht nur die Bürgerinitiative Sachsenhausen: Im Frankfurter Stadtwald fanden Fluglärmgegner die Landeklappe eines koreanischen Frachtflugzeugs. Die Polizei hat seit einer Woche nach diesem schweren Metallteil gesucht. Die Öffentlichkeit war nicht informiert worden.

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Zum Glück, meinte Ursula Fechter von der Frankfurter Bürgerinitiative (BI) Sachsenhausen am Mittwoch, ist das Teil einer Landeklappe über dem Stadtwald und nicht über einem Wohngebiet auf die Erde gestürzt. Das Flugzeug habe sich im Anflug auf die Centerbahn befunden. Wenn es auf der Nordwestbahn gelandet wäre, „hätte es in Oberrad, Sachsenhausen und Niederrad Tote geben können“.

Patrick Schuffenhauer, ein Maschinenbau-Ingenieur aus Oberrad, hatte das etwa vier Meter lange und ein Meter breite Flugzeugteil am Dienstagabend beim Spaziergang mit der Familie entdeckt. „Aus den Augenwinkeln“, so Schuffenhauer, habe er kurz vor der Dämmerung etwa zwanzig Meter vom Weg entfernt etwas Graues gesehen. Erst habe er gedacht, es handele sich um ein Zelt oder eine Leitplanke.

Nach Angaben von Fechter wusste ihre BI bereits seit Mittwoch, 8. Oktober, dass „ein blaues Flugzeug“ ein Teil verloren habe. Der Vorgang sei von einem Mitglied der BI beobachtet worden. Fechter befürchtet, dass die Öffentlichkeit nie etwas von dem Vorfall erfahren hätte, wenn dieses Flugzeugteil „nicht von uns“ gefunden worden wäre.

Schuffenhauer ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Wählergemeinschaft Flughafenausbaugegner (FAG), die jetzt eine Schließung der Nordwestbahn und der Centerbahn fordern. Alternativ müssten die im Endanflug befindlichen Wohngebiete evakuiert werden. Die „Bürger für Wohnen ohne Fluglärm und Absturzbedrohung“ aus Oberrad weisen darauf hin, dass ihr Stadtteil nur wenige hundert Meter parallel zur Absturzstelle beginnt.  

Die SPD-Fraktion und die Linke im Hessischen Landtag wollen vom zuständigen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) wissen, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte. Janine Wissler (Linke) möchte außerdem herausfinden, „warum die Bevölkerung mutmaßlich eine Woche lang nichts davon erfuhr“.

Al-Wazir selbst forderte, den Vorfall „zügig und umfassend“ aufzuklären: „Wir wollen wissen, wie sich ein derart großes Metallteil von einem landenden Flugzeug lösen konnte und ob die Wartungsarbeiten an dem Flugzeug regelmäßig und vorschriftsmäßig durchgeführt wurden.“          Man habe zur Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) Kontakt aufgenommen, um über die Untersuchungen „fortlaufend und umfänglich“ informiert zu werden.

Die Bundesstelle erklärte, dass sie von der betroffenen Airline am Tag des Geschehens auf den Verlust des Flugzeugteils aufmerksam gemacht wurde. BFU-Pressesprecher Germout Freitag wollte weder die Airline noch den Flugzeugtyp nennen, solange die Untersuchungen nicht abgeschlossen sind. Danach könne jeder im Internet den Abschlussbericht lesen. Nach Angaben von hr-online handelt es sich um einen Fracht-Jumbo der Fluggesellschaft Korean Air.

„Haben nichts vertuscht“

Zwei Experten der BFU, so Freitag weiter, seien umgehend nach Frankfurt gefahren. Sie hätten sich das Flugzeug angeschaut, einige Stücke abgebaut und die Polizei gebeten, nach dem fehlenden Flugzeugteil zu suchen. Hinweise auf eine mangelhafte Wartung gebe es nicht. Dass ein Flugzeug einen Teil der Landeklappe verliert, sei sehr selten. In Deutschland habe es bisher nur einen weiteren Vorfall dieser Art gegeben und zwar im Jahr 2009, wiederum in Frankfurt. Der Pilot habe die jetzt betroffene Maschine problemlos landen können. Den Vorwurf, die Öffentlichkeit nicht informiert zu haben, wies Freitag zurück. Das sei nicht Aufgabe der BFU.

„Wir haben nichts vertuscht“, betonte Fraport-Sprecher Dieter Hulick. Der Flughafenbetreiber sei von der Polizei informiert worden und habe sich dann, so wie es vorgeschrieben ist, an die BFU gewandt. Die Frage, wie gefährlich das Leben unter der Einflugschneise sei, erwiderte Hulick mit dem Hinweis darauf, dass der Luftverkehr das mit Abstand sicherste Verkehrssystem sei. Für die Wartung gebe es strenge, internationale Vorschriften.

Inzwischen wurde das 30 bis 50 Kilogramm schwere Flugzeug-teil aus dem Stadtwald von einem Abschleppwagen zum 19. Polizeirevier auf dem Flughafengelände gebracht. Von dort aus soll es nach Braunschweig, dem Sitz der BFU gebracht werden.

Der Vorfall erregt bei Bürgern im Rhein-Main-Gebiet Besorgnis. Auf der Webseite von stop-fluglaerm.de finden sich viele Kommentare. Ein User schreibt: „Wäre das Flugzeug nicht über den Wald zur Center- oder Südbahn angeflogen, sondern direkt in niedriger Höhe über Wohngebiete zur NW-Bahn.... nicht auszudenken!“

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