Tag des Protestes: Der Flughafen spaltet. Die einen fühlen sich vom Lärm terrorisiert, andere preisen den Wohlstandsmotor. Zur Demo am Samstag erwarten die Organisatoren bis zu 12.000 Menschen - unter ihnen auch Grüne, die sich im Römer zum Stillhalten verpflichtet haben.
Immer wieder Montags: Für die Passagiere am Flughafen sind sie schon ein gewohnter Anblick, die Fluglärmgegner.
Foto: Alex Kraus
Immer wieder Montags: Für die Passagiere am Flughafen sind sie schon ein gewohnter Anblick, die Fluglärmgegner.
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Der fürsorgliche Arbeitgeber hat aus der Erfahrung von gut einem halben Dutzend Montagsdemonstrationen eine Empfehlung an seine Mitarbeiter ausgesprochen: „Ohrenstöpsel“, so sagt Fraport-Sprecher Dieter Hulick, „können ganz nützlich sein.“ Diesen Rat sollten sich Beschäftigte und möglicherweise auch Flugreisende für Samstag merken. Dann wird’s wieder laut im Inneren des Frankfurter Flughafens. Seit Ende des vergangenen Jahres „kracht“ es immer montags im Terminal 1. Die vom Fluglärm genervten Bürger im Rhein-Main-Gebiet skandieren „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Ruhe klaut.“ Am Samstag – fünf vor zwölf – wird es in der Abflughalle noch ein wenig lauter und turbulenter zugehen als bei den bisherigen Besuchen zur montäglichen Abendzeit um 18 Uhr. Zwischen zwei- und fünftausend Leute waren bisher immer in einem kunterbunten Protestzug durch das Terminal gezogen, um dem Flughafenbetreiber Fraport, seinen Beschäftigten und insbesondere den Fluggesellschaften ein klein wenig von dem heimzuzahlen, was Zigtausenden Menschen rund um Frankfurt spätestens seit der Eröffnung der neuen Landebahn widerfährt. Sie fühlen sich vom Fluglärm beraubt um die Ruhe am Tag und trotz Nachtflugverbot zwischen 23 und fünf Uhr auch um einen gesunden, durchgängigen Schlaf in der Nacht.
Wieder demonstrieren Tausende gegen Fluglärm
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Wieder demonstrieren Tausende gegen Fluglärm
Sie geben nicht auf: Wieder demonstrieren mehr als 2000 Menschen am Montag, 30.Januar 2012, im Terminal 1 des Flughafens Frankfurt gegen eine zunehmende Belastung durch Fluglärm. Auch gegen einen Rückbau der umstrittenen Nordwest-Landebahn hätten sie nichts einzuwenden.
Foto: Alex Kraus
Sie geben nicht auf: Wieder demonstrieren mehr als 2000 Menschen am Montag, 30.Januar 2012, im Terminal 1 des Flughafens Frankfurt gegen eine zunehmende Belastung durch Fluglärm. Auch gegen einen Rückbau der umstrittenen Nordwest-Landebahn hätten sie nichts einzuwenden.
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Sie geben nicht auf: Wieder demonstrieren mehr als 2000 Menschen am Montag, 30.Januar 2012, im Terminal 1 des Flughafens Frankfurt gegen eine zunehmende Belastung durch Fluglärm. Auch gegen einen Rückbau der umstrittenen Nordwest-Landebahn hätten sie nichts einzuwenden.
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Alex Kraus
Fotostrecken Frankfurt
Fotostrecken Main-Taunus
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
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Am Samstag – High Noon – wird es bestimmt noch ein Stück lärmiger und ungemütlicher für diejenigen, die gerade etwas anderes zu tun haben, als zu demonstrieren. Die mehr als 60 Bürgerinitiativen, die sich zwischen dem östlichen Main-Kinzig-Kreis, der rheinland-pfälzischen Hauptstadt Mainz, zwischen Taunus und Ried gegründet haben, wollen acht- bis zwölftausend Menschen bei der Großdemonstration gegen den Fluglärm und den Flughafenausbau zusammenbringen.
„Nachtflugverbot zwischen 22 und sechs Uhr, Stilllegung der Nordwestbahn und Begrenzung der Flugbewegungen“ sind die harten Forderungen der Demonstranten, welche die Manager von Fraport und der Airlines auf die Palme bringen. Die Beschäftigten im Terminal 1, dort wo die mit Abstand größte Fluggesellschaft am Standort Frankfurt, die Lufthansa, praktisch ihr Wohnzimmer hat, haben bislang mit stoischer Ruhe auf die montägliche Lärmbelästigung reagiert. „Nichts anderes erwarte ich auch am Samstag“, sagt Dieter Hulick.
Deutlich ängstlicher betrachtet FR-Leserin Elisabeth Barth (Name geändert) die Ansammlung von zehntausend Menschen im Terminal und insbesondere an den Auf- und Abgängen zu den S- und Eisenbahnzügen. „Ich empfand den Menschenstrom schon montags als beängstigend“, sagte sie am Donnerstag.
Polizei sieht Demo entspannt entgegen
Als geradezu gefährlich bezeichnet sie die Eingänge zu den Bahnstationen, wo sich die Menschenströme ja begegneten. Elisabeth Barth erinnert gar an die fürchterliche Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg. Sie, und sie kennt eine Reihe anderer Mitstreiter und Mitstreiterinnen, die ähnlich denken, sagt sie, will sich noch sehr genau überlegen, ob sie zur Demo geht.
Das Frankfurter Ordnungsamt, das über Auflagen und im extremsten Fall auch über ein Verbot von Demonstrationen entscheidet, sieht die Situation genau wie die Polizei deutlich entspannter. „Die Leute versammeln sich ja auch außerhalb des Terminals, dort wo auch Lautsprecherwagen aufgestellt werden“, sagt Ordnungsamtssprecher Ralph Rohr. Pro 50 Teilnehmer sollte ein Ordner des Veranstalters bereitstehen. Außerdem sorgt natürlich die Polizei für Sicherheit und Ordnung. Über deren Stärke „geben wir nie Auskunft“, sagt Sprecher Manfred Füllhardt. Probleme erwarten die Ordnungshüter, „wir haben es hier ja nicht mit einer Risikoklientel zu tun“, ohnehin nicht.
Die lautstarke Klientel wird sich allerdings an die bekannten Auflagen halten müssen: keine Luftdruckhupen und keine Vuvuzelas. Genügend Fantasie im Krachmachen haben die Demonstranten bisher schon bewiesen. Die Bahn stellt sich am Samstag auf reichlich Auftrieb auf der Achse Frankfurt–Flughafen–Wiesbaden– Mainz ein. Bei Bedarf sollen auf der Strecke Sonderzüge der Bahn eingesetzt werden. „Wir haben uns mit der DB auf eine flexible Reaktion geeinigt“, so RMV-Sprecher Peter Vollmer.