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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

11. Dezember 2012

Kreis Offenbach: Neu-Isenburg bleibt trotz Fluglärm teuer

 Von Martin Brust
Groß ist die Nachfrage nach Top-Objekten. 

Begehrt sind besonders Häuser im Westkreis. Rodgau und Rödermark zählen als Randgebiete. Die Nachfrage in Südhessen steigt rasant.

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Die Bodenrichtwerte im Kreis Offenbach sind stabil oder tendieren nach unten. Das steht nur scheinbar im Widerspruch dazu, dass die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt sehr groß ist. Dennoch schätzt Bernd Beinemann den Markt im Kreis Offenbach derzeit zumindest in einigen Lagen als „schwierig“ ein. Beinemann ist Innendienstleiter bei Adler Immobilien mit sieben Büros in und um Frankfurt, auch in Neu-Isenburg.

Beinemann sieht einen starken Trend, nach Frankfurt zu ziehen. „Randgebiete sind nicht mehr so stark gefragt“, sagt er. Dazu zählten bereits Rodgau oder Rödermark. Dietzenbach sei ab einem bestimmten, gehobenen Preisniveau schwierig, auch wegen des immer noch schlechten Rufs – den er für unberechtigt hält. Besser sieht es im Westkreis aus: „Dreieich und Neu-Isenburg geht eigentlich immer. Aber auch hier spielt der Fluglärm schon eine Rolle. Die Lage im Westend von Neu-Isenburg ist etwas schwieriger geworden, dafür wollen alle in den Buchenbusch.“ Auch Langen, insbesondere die Altstadt, und Egelsbach seien wegen der guten Verkehrsanbindung gefragt.

Was die Bodenrichtwerte betrifft bildet Neu-Isenburg die Ausnahme, wie ein Blick in den Immobilienmarktbericht Südhessen 2012 zeigt. Er enthält Daten der Gutachterausschüsse für Immobilienwerte der südhessischen Landkreise, herausgegeben vom Amt für Bodenmanagement (AfB) Heppenheim. Demnach haben sich 2011 die Bodenrichtwerte für Wohngrundstücke in Dudenhofen und Weiskirchen recht deutlich um zehn Euro je Quadratmeter auf 345 beziehungsweise 350 Euro verringert. Eine leichtere Abwärtstendenz zeigten sie in allen Dreieicher Stadtteilen außer Götzenhain und Buchschlag sowie in Langen und Rödermark. Stabil waren Dietzenbach, Götzenhain, Buchschlag, Jügesheim und Zeppelinheim. Einen deutlichen Sprung nach oben von 415 auf 465 Euro je Quadratmeter machten sie in Neu-Isenburg.

Nachfrage wächst

Michael Stein, Fachbereichsleiter Immobilienwertermittlung beim AfB, weist darauf hin, dass diese Bodenrichtwerte nur ein mit Vorsicht zu genießender Durchschnitt sind. So hat Neu-Isenburg rund 25 Bodenrichtwertzonen, die das Geschehen genauer abbilden. Deren Durchschnitt fließt dann in den Bericht ein. „2011 und 2012 ist die Nachfrage nach Immobilien in Südhessen rasant gewachsen. Der Trend dürfte 2012 intakt geblieben sein“, sagt Stein. Der Kreis Offenbach, insbesondere der Westkreis, gehören zu den hochpreisigen Gebieten, so Stein. In den ländlicheren Gebieten gebe es dort vor allem Nachfrage nach Top-Objekten, je näher an Frankfurt man komme, desto eher würden alle Arten rege gehandelt. Der Ostkreis sei „ein bisschen abgehängt“, so Stein.

In der Finanzkrise suchen die Menschen ihr Heil in materiellen Werten. Dieser Trend findet sein Bestätigung im Immobilienmarkt der Region. „Das bereits rekordverdächtige Niveau von 2011 wird 2012 sicher gehalten, vielleicht auch übertroffen“, so Stein. Die Zahl der Immobiliengeschäfte im AfB-Bereich ist 2010 um zwölf und 2011 um zehn Prozent gestiegen. Zum Jahresende hin könnte es noch eine starke Zunahme geben, weil ab 2013 eine höhere Grunderwerbssteuer gilt.

Auch Makler Beinemann sagt: „Die Nachfrage in der Rhein-Main-Region ist sehr groß, gesucht werden vor allem Wohnungen und Häuser. Auch Anfragen von Kapitalanlegern haben stark zugenommen, vor allem im letzten halben Jahr.“ Allerdings habe die starke Belebung im Markt bei vielen Verkäufern zu Preisvorstellungen geführt, die teilweise nur schwer erzielbar sind.

Detaillierte Richtwerte unter
www.boris.hessen.de

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