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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

09. Februar 2012

Lufthansa Cargo: Ende des Nachtflug-Abenteuers

 Von Friederike Tinnappel
Lufthansa Cargo investiert in den Standort Frankfurt.  Foto: Andreas Arnold

Lufthansa Cargo startet demnächst nicht mehr von Köln, sondern wieder von Frankfurt aus. Man hofft, dass nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts wieder einige Nachtflüge ab Frankfurt möglich werden.

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Nachtflugverbot

Seit dem 30. Oktober 2011 gilt für den Frankfurter Flughafen ein Nachtflugverbot: Zwischen 23 und 5 Uhr dürfen keine Flugzeuge starten und landen.

Die hessische Landesregierung hatte 17 Nachtflüge genehmigt – ein Beschluss, der vom Verwaltungsgerichtshof in Kassel außer Kraft gesetzt wurde.

Am 13. März beginnen in Leipzig die Verhandlungen vor dem Bundesverwaltungsgericht. Eine Entscheidung über Nachtruhe und Nachtflüge wird wohl einige Tage später fallen.

Nach Angaben von Pressesprecher Nils Haupt hatte Lufthansa Cargo mit dem Inkrafttreten des Nachtflugverbots auf dem Frankfurter Flughafen nur „die Wahl zwischen Pest und Cholera“. Jetzt sieht es so aus, als habe sich das Unternehmen gegen die Pest und für die Cholera entschieden: Ab dem 25. März sollen keine Lufthansa-Maschinen mehr vom Ausweich-Flughafen Köln/Bonn aus nach China oder Nordamerika geschickt werden. Die Fracht wird dann wieder wie vor dem Nachtflugverbot von Frankfurt aus starten.

Für China habe man inzwischen mit den zuständigen Behörden andere Ab- und Anflugzeiten für die Flughäfen in Hongkong, Schanghai und Peking vereinbart, erklärte Haupt. Die Flieger würden demnächst während der erlaubten Betriebszeit zwischen 5 Uhr morgens und 23 Uhr Frankfurt verlassen. Auch für einen Flug nach Chicago sei eine Lösung gefunden worden – über die Haupt allerdings alles andere als glücklich ist: Die Maschine, die bis Ende Oktober zwischen 3 und 5 Uhr morgens abhob, wird nun erst um 14.45 Uhr starten und gegen 17 Uhr in Chicago eintreffen. Das bedeute, so Haupt, dass die Fracht nicht mehr „in den Produktionstag hinein“ geliefert wird. Vor allem die Kunden von Express-Sendungen könnten auf andere Airlines umsteigen.

Dass Lufthansa Cargo die Kräfte wieder in Frankfurt bündelt, hat auch etwas mit dem 13. März zu tun. Dann wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig darüber verhandeln, ob es beim Flugverbot zwischen 23 und 5 Uhr bleibt. Haupt hofft, dass das Gericht „weise“ abwägen wird und ein paar Nachtflüge wieder möglich werden.

Lastwagenkolonne von Frankfurt nach Köln

In Köln gibt es derzeit kein Nachtflugverbot. Seit Januar hat Lufthansa Cargo dort eine MD 11 für Flüge nach New York stationiert. Jede Nacht setzt sich nach Darstellung von Haupt eine Karawane von 20 bis 30 Lastwagen in Bewegung, um die Güter für diese Maschine von Frankfurt nach Köln zu schaffen.

Die Flugzeuge mit dem Ziel Fernost starten derzeit in Frankfurt gegen 22.30 Uhr und landen 15 bis 20 Minuten später in Köln. Dort steigt die Crew in den Bus und fährt zurück nach Frankfurt. Wenige Stunden später fliegt eine andere Crew den Flieger nach Asien. Die Wartezeit ist notwendig, weil die mit vielen Behörden vereinbarten Flugzeiten nicht kurzfristig geändert werden können. So werde mehr Kerosin und Personal gebraucht, die Frankfurter hätten nicht weniger, die Kölner aber mehr Fluglärm, zieht Haupt Bilanz – ein „ökonomischer und ökologischer Unsinn“, eben „die Pest“.

Die Kölner werden den Rückzug von Lufthansa Cargo kaum bemerken. Dort gibt es zwischen 22 Uhr und 6 Uhr 92 Flugbewegungen. Nur zwei davon gehen auf das Konto von Lufthansa. Zwar ist der Fluglärm in Köln noch kein so großes Politikum, aber auch dort klagen Menschen unter den An- und Abflugrouten über die Lärmbelastung.

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