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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

12. Dezember 2011

Montagsdemo am Flughafen: "Fraport foltert Flörsheim"

 Von Friederike Tinnappel
Rund 3000 Menschen protestierten am Montag wieder am Frankfurter Flughafen gegen Fluglärm.

Rund 3000 Menschen versammeln sich am Frankfurter Flughafen und protestieren gegen Fluglärm. Noch einmal wird in diesem Jahr demonstriert. Dann ist Pause.

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Lange vor 18 Uhr, dem offiziellen Beginn der Montagsdemonstration gegen Fluglärm, klang es im Terminal 1 unüberhörbar: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Ruhe klaut.“ Noch hörte sich das alles relativ zurückhaltend an. So, als würden die Beteiligten die aus Sicherheitsgründen von der Stadt erteilten Auflagen einhalten.

Doch als der Versammlungsleiter, Berthold Fuld vom Bündnis der Bürgerinitiativen, erklärte, Trillerpfeifen und Vuvuzelas seien verboten, ertönte ohrenbetäubender Krach. Mindestens eine Vuvuzela, eine Trompete, unzählige Trillerpfeifen und Ratschen, dazu jede Menge Topfdeckel, die gegeneinandergeschlagen ganz ordentlichen Lärm machen, kamen zum Einsatz.

Und so funktionierte passiver Lärmschutz am Montagabend im Flughafengebäude: Eine junge Frau fischte Ohropax aus dem Etui, Kinder und Erwachsene setzten ihre Kopfhörer auf. Aus vielen Städten und Gemeinden waren sie gekommen – nach Angaben von Fuld „rund 3000“. Auch die Polizei habe eingeräumt, dass sich diesmal mehr Teilnehmer auf den Weg zum Flughafen gemacht hätten als in der vergangenen Woche.

Pause bis zum 16. Januar

Es ist die nun schon fünfte Montagsdemo in Folge. Gelbe Schilder gaben die Herkunft der Demonstranten preis: Lerchesberg, Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad, Offenbach, Linsengericht, Steinheim, Gelnhausen, Rodgau, aber auch Mainz, Hochheim, Nierstein. Und alle riefen immer wieder: „Die Bahn muss weg. Die Bahn muss weg.“

Der herausragende Mann an diesem Abend war mindestens zwei Meter groß, trug blau-weiß gestreifte Obelix-Hosen und stimmte einen Karnevalssong an, der gerne mitgesungen wurde. Da ging es fast heiter und beschwingt zu auf dem Flughafen. Dann wieder wütend: „Wir sind das Volk.“ Die ehemalige Stadträtin Ursula Fechter sprach für die Frankfurter Bürgerinitiativen: „Wir werden solange demonstrieren, bis diese Bahn geschlossen wird.“ Dann zogen die Demonstranten durch das Terminal, vorbei an Lufthansa-Schaltern und verstörten Fluggästen. Und auch auf diesem Rundgang ging es nicht leise zu: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Ruhe klaut.“

Wenige Stunden vor Beginn der Demonstration hatte der Flughafenbetreiber, die Fraport AG, „klargestellt“, dass sie an „schnellstmöglichen Entlastungen“ für die lärmgeplagten Bürger arbeite. „Wir nehmen die Klagen der Anwohner sehr ernst und wissen, dass es mit der Inbetriebnahme (der Nordwestbahn, Anm. der Red.) eine hohe gefühlte Belästigung und persönliche Betroffenheit gibt“, hieß es in einer Mitteilung an die Presse .

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