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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

11. Februar 2014

Montagsdemo am Flughafen: Die Bahn „muss weg“ – auch beim 88. Mal

 Von 
Laut gegen Lärm: die Demonstranten am Montagabend.  Foto: Rolf Oeser

Die Montagsdemonstranten geben nicht auf: Auch mehr als zwei Jahre nach der Eröffnung der Landebahn Nordwest wollen sie sich mit der Situation nicht arrangieren. An den Grünen und Minister Tarek Al-Wazir lassen manche kein gutes Haar.

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Die Trommelgruppe ist da, Obelix auch – und die Fluglärmgegner aus Mainz werden, wie stets, bei ihrem Eintreffen mit Sonderapplaus begrüßt. Es gibt eine Rede, danach folgt ein Spaziergang durch das Terminal 1, wo Reisende mit staunendem Blick dem Spektakel folgen: Zum 88. Mal hat das Bündnis der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau zur Montagsdemonstration geladen. Hunderte sind wieder gekommen. Auch mehr als zwei Jahre nach der Eröffnung der Landebahn Nordwest wollen sie sich mit der Situation nicht arrangieren: „Die Bahn muss weg“, heißt ihr rhythmischer Schlachtruf – vier Worte, mit denen sie ihre geballte Wut und Enttäuschung herausschleudern. Von der neuen schwarz-grünen Landesregierung erwarten die wenigsten hier Hilfe in ihrem Kampf gegen den Lärm. Siebenstündige Lärmpausen auf jeweils einer Bahn nutzten ihm in Offenbach-Bieber wenig, sagt Paul Ewald. „Über uns liegen zwei Bahnen, die Flugzeuge sind nur 300 Meter hoch.“

Gundula Hell aus Mainz hält ein Schild mit der Aufschrift „Fluchlärmterror“ in die Luft. „Man merkt noch nichts von weniger Krach“, sagt sie. Ihre Nachbarin Rita Denninger hofft, dass es zumindest beim Ist-Zustand bleibt. „Es wäre schon ein Fortschritt, wenn Terminal 3 nicht gebaut würde.“

Viele haben wieder selbstgestaltete Plakate mitgebracht. „Gesundheit vor Profit“ steht auf dem einen. „Gute Nacht Eddersheim“ wünscht eine andere Demonstrantin. Walter Haider aus Hochheim hat sich ein Wahlplakat der Grünen mit dem Konterfei von Tarek Al-Wazir umgehängt und CDU darauf geschrieben. Er habe im September die Grünen gewählt, fühle sich von ihnen verraten, weil sie mit der Union koalieren. „Das ist Betrug“, schimpft er. Nie wieder werde er die Grünen wählen. Nicht nur er. „Der war schon im Wahlkampf weichgespült“, wirft Irene Van Heemstra aus Offenbach-Rumpenheim ein, bekennende Sozialdemokratin, die gleichwohl den SPD-Hessenchef kritisiert. „Genau wie Thorsten Schäfer-Gümbel.“ Al-Wazir sei kundig, habe aber von Anfang das Amt des Wirtschaftsministers in Wiesbaden angestrebt. „Das Klassenziel war klar, jetzt hat er es erreicht.“

Der Rest geht im Tamtam der Pauken unter. Oben auf der Empore steht Sigrid Frees, die Rednerin des Abends. Sie kommt aus dem rheinhessischen Nierstein. „Bei Westwind ist Nierstein nach Nauheim und Trebur der nächste Ort, der von der Südumfliegung überflogen wird und bei Ostwind kreischt der Gegenanflug über unsere Stadt“, berichtet sie. Fluglärm sei „unmenschlich und lebensfeindlich“. Eine unverantwortliche Politik trage die Verantwortung für „Fehlentwicklungen bei Fraport und in der Luftverkehrswirtschaft“. Ein „perverses“ Beispiel dafür seien Bemühungen von Fraport, den Konsum in den Terminals zu steigern.

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