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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

19. März 2012

Montagsdemo am Flughafen Frankfurt: Prozession im Terminal

 Von Friederike Tinnappel
Auch nach der OB-Wahl versammeln sich die Fluglärmgegner am Terminal 1.

Auch nach den OB-Wahlen gehen die Montagsdemos weiter: Mit Tröten, Pfeifen und Trommeln protestieren etwa 1500 Menschen gegen den Fluglärm. Doch für fünf Minuten wird es dann erstaunlich leise.

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Auch am Tag nach den OB-Wahlen in Frankfurt und Mainz sind die Fluglärm-Gegner am Montagabend wieder vor Ort im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens und schlagen Krach: Tröten, Pfeifen, Trommeln – die für Montagabende übliche Instrumentierung. Dabei soll es heute fünf Minuten lang richtig leise werden: Die Mainzer Kirchen haben zu einem „Stille-Erlebnis“ eingeladen. Eine Prozession soll sich durchs Terminal bewegen, mit dem evangelischen Dekan Andreas Klodt und dem katholischen Dekan Markus Kölzer an der Spitze.

Doch zunächst kommentiert Jochen Kraus von der Niederräder Bürgerinitiative „In Eintracht gegen Fluglärm“ den Wahlausgang in Frankfurt. Die „Nicht-Wahl“ von Boris Rhein (CDU) sei „ein Signal für den Herrn Bouffier“. Der hessischen Ministerpräsident könne schon mal „den Umzugswagen für seine Staatskanzlei bestellen“. Bei der Landtagswahl 2013 werde die lärmgeplagte Rhein-Main-Region die Rolle übernehmen, die die südlichen Stadtteile für Frankfurt spielten: nämlich die Wahl entscheiden.

Wenig später begrüßt Andreas Klodt den neuen Mainzer Oberbürgermeister, Michael Ebling, im Terminal, der wie der künftige Frankfurter OB, Peter Feldmann, der SPD angehört. „Ich habe gestern eine kleine Tochter bekommen“, erzählt Klodt vor circa 1500 Teilnehmern. „Selbst noch im Kreißsaal waren im Sekundentakt die Flugzeuge zu hören.“ Diese ständige „Präsenz“ selbst in so privaten Situationen stehe dem Flughafenbetreiber Fraport nicht zu. Die Kirchen hätten begonnen über den Artikel 4 des Grundgesetzes, der eine ungestörte Ausübung der Religion garantiere, neu nachzudenken. Es gebe auch „ein Grundrecht auf Ruhe“, ergänzt Markus Kölzer. Er bittet darum, sich „heute ausnahmsweise in Stille auf den Weg zu machen.“

An jedem Montag marschieren die Demonstranten, die ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und die Stilllegung der neuen Nordwestbahn fordern, einmal durchs Terminal. Kölzers Aufforderung stößt nicht bei allen Teilnehmern auf Verständnis. Sie wollen Krach schlagen, weil sie unter dem Fluglärm leiden. Andere bewahren die Ruhe und so fällt der Rundgang durchs Terminal tatsächlich deutlich leiser aus.

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