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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

20. Februar 2012

Montagsdemo am Frankfurter Flughafen: "Helau, und die Bahn muss weg!"

Aus Fluglärm wird Fluchlärm: Auf der Rosenmontagsdemo der Fluglärmgegner im Terminal 1 sind die Demonstranten passend karnevalistisch verkleidet.  Foto: Sascha Rheker

Mit Büttenreden und einem umgedichteten Karnevalslied demonstrieren Fluglärmgegner am Rosenmontag im Frankfurter Flughafen. Einer der Redner lässt seiner Fantasie freien Lauf.

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Fluglärmgegner haben sich am Montag auch von Fastnacht und dem Streik der Vorfeldbeschäftigten nicht von ihrer traditionellen Demonstration auf dem Frankfurter Flughafen abhalten lassen. Die neue Landebahn gehöre weg, und das Nachtflugverbot müsse ausgedehnt werden, forderten am Abend des Rosenmontags wieder deutlich über 1000, teils kostümierte Demonstranten im Flughafenterminal. Die Veranstalter sprachen von 3000, die Polizei von 1100 Teilnehmern.

„Helau, und die Bahn muss weg!“, rief ein Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen, an den Flughafenbetreiber Fraport gerichtet aus. Mit Blick auf den Arbeitskampf fand der ungelittene Gegner bisweilen aber sogar Zuspruch. „Dem Streik soll sie standhalten, die Fraport“, sagte der Hanauer Lehrer Sven Osten und fügte hinzu: „Den Rest geben wir ihr dann.“

Flughafenbetreiber hat wenig zu lachen

Der Flughafenbetreiber hatte am vorletzten der närrischen Tage indes wenig zu lachen. Dem von der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) am Morgen um 48 Stunden verlängerten Streik von 180 Mitarbeitern auf dem Vorfeld begegnete das Unternehmen mit Ersatzpersonal und 230 Streichungen im Flugplan, um im Tarifstreit nicht nachgeben zu müssen. Eine intensive Informationspolitik nicht nur mit SMS an die Passagiere sorgte tagsüber noch für ganz unaufgeregte Geschäftigkeit in den Terminals. Doch damit war es am Abend vorbei: Was der GdF nicht gelang, schafften die Montagsdemonstranten: den Betrieb im Flughafen auf den Kopf zu stellen.

Mit Trommeln, Tröten und zu Höllenmaschinen umfunktioniertem Hausrat entfalteten sie einen Lärm, wie ihn sonst selbst hartgesottene Fußballfans kaum zustande bringen: Wenn das Spektakel losgeht und der Protestzug durchs Terminal 1 beginnt, geht an den umliegenden Schaltern der Airlines nichts mehr. Passagiere müssen zur Abfertigung andere Counter suchen.

Bunter Lindwurm durchs Terminal

Lärmumtost kommentierte Oberstudienrat Osten aber auch die Gehaltsforderungen der GdF. „Wenn jemand auf dem Vorfeld und nicht mal in leitender Position über 85.000 Euro verdienen soll, bekommt er doppelt so viel wie ich.“ Nicht mehr folgen dürfte Fraport dem Lehrer aber bei seiner grundsätzlichen Einschätzung: „Volkswirtschaftlich zentrale Aufgaben gehören in staatliche Hand.“

Nachdem der bunte Lindwurm des Protestzugs seine Runde durchs Terminal beendet hatte, ließ ein Redner der Demonstranten aus Rheinhessen noch seiner Fantasie freien Lauf. Er sei in Stille aufgewacht, sagte er und reimte weiter: „Da hat die Fraport über Nacht die ganze Ortschaft überdacht.“ (dapd)

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