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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

24. November 2014

Montagsdemo am Samstag: Laut gegen den Fluglärm

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Die Fluglärmgegner geben nicht auf: Sie wollen, dass die Zahl der Starts und Landungen gedeckelt wird.  Foto: Michael Schick

Montagsdemo diesmal am Samstag: Rund 1500 Ausbaugegner protestieren im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens - diesmal unter dem Motto „Flughafen stoppen – Zähne zeigen“.

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Trillerpfeifen, Trommeln und Rasseln schallen am Samstagmittag durch das Terminal 1 des Frankfurter Flughafens. „Grüne Verräter“, „80 db Horror im Minutentakt“ oder „Nur Lärm und Schmutz, wo bleibt unser Schutz?“, heißt es auf den Schildern der Demonstranten. Laut, aber friedlich protestieren 1500 bis 2000 Menschen nach Angaben des Veranstalters gegen den Flughafenausbau.

Zum 118. Mal hat das Bündnis der Bürgerinitiativen (BBI) zur Demo aufgerufen, die sonst montags stattfindet. Diesmal unter dem Motto „Flughafen stoppen – Zähne zeigen“. Der BBI, ein Zusammenschluss von mehr als 80 Bürgerinitiativen, wollte so allen die Möglichkeit geben zu kommen, die montags verhindert sind. Viel mehr Menschen als sonst seien nicht da gewesen, sagt Michael Wilk vom BBI. Sozialkritische Themen wurden angesprochen, wegen Blockupy. Etwa das Freihandelabkommen TTIP: Die Flughafenausbaugegner befürchten, dass dann ausländische Airlines gegen das Nachtflugverbot klagen könnten. Doch auch die üblichen Forderungen wie das Nein zum Terminal 3 und die Stilllegung der Landebahn Nordwest waren Thema.

Seit drei Jahren demonstriert Ina Gratenau an jedem Montag. „Wir wohnen am Sachsenhäuser Berg, direkt in der Einflugschneise.“ Sie leide unter massiven Schlafstörungen. Jeden Morgen wache sie um fünf Uhr auf, wenn die Flugzeuge anfangen zu fliegen. Der Lärm sei ein krasser Einschnitt in die Lebensqualität. Sie unterstützt die Forderungen des BBI wie ein striktes Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr. Auch ihre Nachbarin, die dort eine Praxis betreibt, berichtet Gleiches. „Wir können unseren Garten nicht nutzen, weil es so laut ist.“ Zu ihr kämen Menschen mit Bluthochdruck, Depressionen und unruhigen Kindern.

„Lärmschutzmaßnahmen sind immer noch nicht rechtskräftig“, sagt Petra Schmidt von der Bürgerinitiative Mörfelden-Walldorf auf dem Podium. Es brauche Druck und Protest, um das durchzusetzen. Auf die Zusagen der politischen Parteien könne man sich nicht verlassen. An der hessischen Landesregierung sehe man, wie schnell sich die Meinung ändern könne, sobald eine Partei an der Regierung sei.

Vom Flughafenterminal begeben sich die Demonstranten vor das Gebäude. Unter ihnen ist Ulla Haider aus Hochheim. „Seitdem die Nordwest-Landebahn in Betrieb genommen wurde, leide ich unter sehr viel stärkerem Lärm.“ Ihr Haus, in dem sie schon lange lebt, möchte sie nicht aufgeben. So bleibt ihr nur das Demonstrieren. Gegen den Flughafen sei sie nicht. „Es ist jedoch rücksichtslos, dass er immer weiter vergrößert wird.“ Dabei gehe es nur um Profit, ans Wohl der Menschen werde nicht gedacht. Auch sie unterstützt die Forderung des BBI, die Starts und Landungen auf 380.000 Flugbewegungen im Jahr zu deckeln.

Wolfgang Knell, der mit Frau und Kindern gekommen ist, möchte Flagge zeigen für Rheinhessen. „Die Kinder wachen auf, sobald der erste Flieger kommt und können abends nicht einschlafen.“ Nicht erst die Lärmwirkungsstudie Norah habe gezeigt, dass sich Kinder bei Fluglärm schlechter konzentrieren könnten, betont auch Carola Gottas von der BI Flörsheim-Hochheim. Zudem lernten sie später lesen und schreiben und müssten mehr Medikamente nehmen. Darum fordert sie, in betroffenen Schulen schnellstmöglich Lärmschutz einzurichten.

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