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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

06. März 2012

Nachtflugverbot : Manager gegen Nachtflüge

 Von Peter Dietz
Zumindest nachts wollen Anwohner ihre Ruhe.  Foto: mauritius images/imagebroker

Nur jeder zehnte Unternehmer fürchtet wirtschaftliche Nachteile, sollte der Flugverkehr nach 23 Uhr ruhen

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Frankfurt –  
Trendumfrage

Der Rhein-Main-Kompass ist eine
repräsentative Trendumfrage zu
aktuellen Themen unter Managern aus dem Ballungsraum Rhein-Main.
Im Auftrag von Frankfurter Rundschau, Rheinmain-TV und Landesbank
Hessen-Thüringen (Helaba) ermittelt das Marktforschungsinstitut Eopinio
aus Gießen per Telefonumfrage, wie
Inhaber, Geschäftsführer und Vorstände bestimmte Entwicklungen in der Region einschätzen.
An der vierten Ausgabe haben im
Februar dieses Jahres 220 Führungskräfte teilgenommen. Rheinmain-TV berichtet Dienstagabend um 21 Uhr über die Ergebnisse.

Der Flughafen ist für die Mehrheit der in der Region ansässigen Firmen zwar ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Dennoch fordert nur jeder zehnte Manager, dass auch in der Nacht Flüge stattfinden müssen. Die Mehrheit der Unternehmer in der Region hält die Forderung nach einem strikten Nachflugverbot für gerechtfertigt.

Das ist das Ergebnis der jüngsten Umfrage des Rhein-Main-Kompasses. Im Auftrag von Frankfurter Rundschau, Rheinmain-TV und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) wurden Ende Februar rund 220 Firmenchefs aus der Region befragt. Die Hälfte der Entscheider befürwortet demnach ein absolutes Nachtflugverbot. Sie sind der Ansicht, dass die im Umfeld des Airports lebenden Menschen so entlastet werden sollten.

Zweifel an Planungssicherheit

Lediglich elf Prozent der Befragten würden auch nachts Flieger in den Himmel steigen lassen. Sie fürchten einen Anstieg ihrer Kosten sowie verspätete Lieferung von Post und wichtigen Produktionsgütern, sollten die Flieger für Stunden am Boden bleiben müssen. Zwei Fünftel der Manager sind unentschieden – sie sehen Vor- und Nachteile. Auffällig dabei ist: Vor allem große Unternehmen plädieren für das Zulassen von Nachtflügen am Frankfurter Airport.

Die derzeitige schwarz-gelbe Regierung um Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will mit einem Revisionsantrag beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig das nur vorläufig geltende Nachtflugverbot rechtlich überprüfen lassen. Am 13. März wird das Verwaltungsgericht Leipzig in mündlicher Verhandlung über das Revisionsverfahren beraten. Im Kern geht es um das vollständige Verbot von Nachflügen in der Zeit zwischen 23 und 5 Uhr. Im Oktober vergangenen Jahres wurde am Frankfurter Flughafen eine neue Landebahn in Betrieb genommen. Dieser Ausbau war an das Versprechen eines generellen Nachtflugverbots gekoppelt. Dennoch erlaubte der Planfeststellungsbeschluss vor der Klage von Anwohnern 17 Flüge in der Nacht.

Der Streit über Ausbau und Nachtflüge nährt bei einem großen Teil der befragten Manager Zweifel an der Planungssicherheit im Land. 48 Prozent gaben an, die Auseinandersetzung mindere das Vertrauen der Wirtschaft in Genehmigungsverfahren von Großprojekten. Und das könnte Einfluss auf das Investitionsverhalten haben. Immerhin neun Prozent halten das Stilllegen der umstrittenen Landebahn für wirtschaftlich vertretbar. Dagegen sind drei Viertel der Manager der Meinung, dass die neue Bahn das Rhein-Main-Gebiet stärkt. Das Ausweichen auf andere Flughäfen wie etwa Hahn im Hunsrück hält die Mehrheit für nicht sinnvoll.

Flughafen: Größte lokale Arbeitsstätte

Der Flughafen ist mit 71000 Beschäftigten größte lokale Arbeitsstätte Deutschlands. Rund 1300 Flüge täglich verbinden die Region mit der Welt. Kein Wunder, dass 95 Prozent der Manager finden, der Airport sei für die Region von großer Bedeutung. Mit dem Blick aufs eigene Unternehmen indes nimmt die Wichtigkeit des Flughafens ab: 37 Prozent geben an, der Airport sei fürs eigene Geschäft unverzichtbar; 33 Prozent sagen, er sei für die Standortwahl von Relevanz gewesen.

Eine Mehrheit betrachtet den zunehmenden Fluglärm im Zuge des Ausbaus als Belastung. 51 Prozent sehen die Attraktivität des Rhein-Main-Gebiets als Wohn- und Lebensraum stark gemindert. Dass sich das verschärfend auf den Fachkräftemangel auswirkt, glaubt aber nur eine Minderheit. Lediglich ein Fünftel der Wirtschaftskapitäne fürchtet, dass es mit zunehmendem Fluglärm zu einem Abwandern von Fachkräften in ruhigere Regionen kommt. 43 Prozent dagegen meinen, dass der Ausbau einen positiven Effekt auf das Fachkräfteangebot hat.

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