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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

17. April 2012

Nachtflugverbot Frankfurt Flughafen: 21 Flugzeuge kurz vor Mitternacht

 Von Jutta Rippegather
Ein Flugzeug im Landeanflug auf den Flughafen Frankfurt.  Foto: dapd

Von wegen sechs Stunden Nachtruhe: Am Sonntag hat die Luftaufsicht 21 Flüge nach 23 Uhr genehmigt. Anwohner sind empört, die Behörde versteht die Aufregung nicht.

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Von wegen sechs Stunden Nachtruhe: Am Sonntag hat die Luftaufsicht 21 Flüge nach 23 Uhr genehmigt. Anwohner sind empört, die Behörde versteht die Aufregung nicht.

Von wegen Ruhe in der Nacht: „An die 21 Flugzeuge“ hat Dieter Hooge am Sonntag zwischen 23 und 23.25 Uhr gezählt. Der Sachsenhäuser lag schon im Bett, als die Jets über das Dach seines Wohnhauses donnerten. Er stand wieder auf und beobachtete das Geschehen von seinem Balkon aus. „Das war der Hammer, ich hab mich richtig aufgeregt.“ So viele Ausnahmen vom Nachtflugverbot könne es doch gar nicht geben.

Nicht nur Hooge fühlte sich am Sonntag um seinen Schlaf gebracht. Auch der ebenfalls in Sachsenhausen wohnende Bernd S. zählte zwischen 23 und 23.30 Uhr Flugzeuge statt Schäfchen. Und aus Offenbach meldeten sich weitere Leser bei der Frankfurter Rundschau: „Es waren genau 21 Maschinen“, berichtet Jürgen S., der sich zunächst im Internet über die Lage informierte, bevor er sich am nächsten Morgen empört an die Frankfurter Rundschau wandte.

Aufsicht: Verspätete Flieger müssen runter

Richtig gezählt. 18 Starts und drei Landungen genehmigte die örtliche Luftaufsicht am Sonntag zwischen 23 und 23.26 Uhr, bestätigt die Sprecherin des hessischen Verkehrsministeriums, Ulrike Franz-Stöcker. Schuld war der starke Wind, der in dieser Zeit über die Region fegte. Bei „mehr als 15 Knoten Rückenwind“ hätten die Jets die Startbahn West nicht nutzen können. Und dass verspätete Landungen irgendwie runterkommen müssen, sei auch „selbstverständlich“.

Franz-Stöcker versteht die Aufregung nicht und weist auf die Rechtslage hin: Auch wenn der Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Flughafens ergänzt werden muss, sei er am 4. April im Grundsatz von den Richtern des Bundesverwaltungsberichts bestätigt worden. Darin sei festgehalten, wann die örtliche Luftaufsicht Ausnahmen von den Nachtflugbeschränkungen erteilt.

Das Forum Flughafen & Region hat die Regeln auf seiner Internetseite zusammengestellt. Demnach sind verspätete Starts zwischen 23 und 24 Uhr möglich, wenn die Gründe „außerhalb des Einflussbereichs des jeweiligen Luftverkehrsunternehmens liegen“. Und das sei bei starkem Wind doch der Fall, meint Franz-Stöcker.

Mario K. aus der Heigenbrücker Straße in Sachsenhausen ist das egal: „Entweder es gibt ein Nachtflugverbot oder nicht“, sagt der Frankfurter und sieht das ganz pragmatisch: „Dann sollen die doch woanders fliegen.“

Weitere Informationen: www.dfld.de, www.wirtschaft.hessen.de, http://casper.umwelthaus.org

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