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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

29. Juni 2012

Sleep-In Flughafen Frankfurt : Demonstranten übernachten am Flughafen

Demonstration am Flughafen.

Am Frankfurter Flughafen demonstrieren Gegner der Landebahn und einer Aufweichung des Nachtflugverbots auf ungewöhnliche Weise: Auf Isomatten übernachten sie inmitten von Reisenden.

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Rund zwei Dutzend Fluglärmgegner haben sich am Freitagabend im Terminal des Frankfurter Airports zu einem Sleep-in niedergelassen. Das Bündnis der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau (BBI) wollte mit der Aktion gegen eine Aufweichung des Nachtflugverbots demonstrieren und forderte eine Deckelung aller Starts und Landungen sowie die Stilllegung der neuen Nordwestbahn. Im Terminal des Rhein-Main-Airports ist es nachts ruhig. „Wir wollen hier demonstrativ unseren Schlaf nachholen“, hieß es in dem Aufruf des BBI.

Durch monatlich Hunderte Ausnahmegenehmigungen für Starts und Landungen während des Nachflugverbots von 23.00 bis 5.00 Uhr werde der Schutz der Anwohner zunehmend aufgeweicht, kritisierte BBI-Sprecher Berthold Fuld. „Auch in den Nachtrandstunden ist die Zahl der Flugbewegungen in der Tendenz steigend“, sagte er. Die Sleep-in-Teilnehmer hatten Schlafsäcke und Zelte für ihre Protestaktion mitgebracht. An einer Demonstration im Terminal beteiligten sich zuvor rund 50 Ausbaugegner und forderten eine Ausweitung des Nachtflugverbots auf acht Stunden.

„Wir sind ständig im Schlafdefizit“

Auch das Ehepaar Kai und Andrea Bettermann aus Frankfurt-Niederrad schlug in der Abflughalle sein kleines Zelt auf. „Nachts geht es uns schlecht“, berichtete die 48-jährige. Einschlafen vor 23.00 Uhr sei wegen des Fluglärms ausgeschlossen. „Und um fünf ist schon wieder Schluss, wir sind ständig im Defizit.“ Das Paar hat vier Kinder. „Wir sind alle zunehmend gereizt, und in den schönen Stadtwald können wir wegen des Krachs am Tag auch nicht mehr.“ Ihr Haus am Rand des Stadtwalds habe durch den Ausbau des Flughafens erheblich an Wert verloren, sagte das Paar.
Pfarrerin Silke Alves-Christe war ebenso mit ihrem Schlafsack zum Flughafen gekommen. Tagsüber sei in den Büroräumen der Bergkirche in Frankfurt-Sachsenhausen seit Inbetriebnahme der neuen Nordwestbahn an Arbeiten nicht mehr zu denken, erklärte die Pfarrerin. „Wir müssen auch unsere Predigten woanders schreiben“, sagte sie. (dapd)

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