Der Computer, der die Lärmdaten sammelt und verteilt, dieser Server – das ist die Einrichtung, die Horst Weise „hochgradig suspekt“ nennt. Weise ist Geschäftsführer des Deutschen Fluglärmdienstes (DFLD), der seit Jahren den Krach misst, den Flugzeuge machen und der ihre Flugspuren aufzeichnet.
Wenn aber die Kommunen des Rhein-Main-Gebietes die gemessenen Fluglärm-Daten direkt an diesen Server schickten, sagt Weise, wenn Umwelt- und Nachbarschaftshaus und der DFLD vom Zustrom aus diesem Server abhängig sind, dann könnte es passieren, dass der DFLD eines Tages abgeklemmt wird vom Datenstrom. „Das geht mit einem Handgriff.“
Fraport rückt Daten nicht raus
Weise ist misstrauisch, wenn es darum geht, wer welche Daten wie bekommt. Dabei hat sich der DFLD schon Anfang 2010 nicht geweigert, die Daten, die von kommunalen Messstationen kommen, an das Umwelt- und Nachbarschaftshaus weiterzuleiten, wo alle Lärmdaten – von Fraport, Deutscher Flugsicherung, Städten und Gemeinden – demnächst zusammenfließen sollen, um ein umfassendes und detailliertes Bild der Lärmbelastung in der Region zeichnen zu können.
Laut Weise hätte das der DFLD auch kostenlos getan, im Gegenzug aber gern die Daten von Fraport ausgewertet. Das aber sei nicht möglich gewesen. Wohl auch, weil Fraport per Vertrag zugesichert hat, die Daten ausschließlich dem Umwelthaus zu liefern.
Das Misstrauen ist groß beim Thema Flughafen und Flugbetrieb – auf allen Seiten. Skeptisch bleibt Weise auch angesichts der Angebotes von Frankfurts Umweltdezernentin Manuela Rottmann, diesen Server auf Frankfurter Boden aufzustellen, um damit die Neutralität zu wahren.
Der DFLD ist 2002 gegründet worden und betreibt auch im Auftrag der Kommunen mehr als 300 Fluglärm-Messstationen zum überwiegenden Teil in Deutschland.
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.