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Vorsitzender des Anti-Fluglärm-Vereins "Gegenwind": "So wie es ist, kann es auf keinen Fall bleiben"

Gerold Buschlinger, Vorsitzender des Anti-Fluglärm-Vereins "Gegenwind", spricht mit der FR über Fluglärm und - die Aktionen gegen die Lärmbelästigung.

Zum Greifen nah: Ein Flugzeug im Landeanflug auf die Nordwestbahn über den Dächern von Eddersheim.
Zum Greifen nah: Ein Flugzeug im Landeanflug auf die Nordwestbahn über den Dächern von Eddersheim.
Foto: Michael Schick

Herr Buschlinger, Sie haben zusammen mit einem Dutzend Mitstreitern vor kurzem den Verein „Gegenwind 2011 Rhein-Main“ gegründet. Gibt es nicht schon genügend Initiativen gegen Fluglärm?

Da haben Sie natürlich vollkommen recht. Er gibt viele, die sich dieses Themas annehmen. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass wir aufgrund unserer besonderen beruflichen Zusammensetzung und Erfahrung, der guten Vernetzung sowie nachhaltiger Pressearbeit mehr Gehör finden als die, die ihre Empörung nur auf der Straße zum Ausdruck bringen.

Zur Person
Gerold Buschlinger ist Vorsitzender des Verweins Gegenwind 2011 Rhein-Mein.

Gerold Buschlinger ist Vorsitzender des Mitte Januar gegründeten Vereins „Gegenwind 2011 Rhein-Main“. Der Rechtsanwalt und Notar hat seine Kanzlei in Wiesbaden und wohnt in Hochheim am Main.

Der Verein „Gegenwind“ hat derzeit rund 100 Mitglieder – es sind vor allem Unternehmer und Freiberufler aus Wiesbaden, Mainz und dem Main-Taunus-Kreis.

Informationen unter www.gegenwind2011.de

Wer sind die Mitglieder von „Gegenwind“?

Es sind viele Unternehmer aus Wiesbaden, Mainz, Hochheim und Flörsheim darunter – Ärzte, Juristen, Leute aus der Werbebranche. Mitverantwortlich für die Vereinsgründung sind auch der Hochheimer Winzer Gunther Künstler sowie Reiner Flick aus Flörsheim. Die beiden haben schon sehr früh sehr engagiert öffentlich Kritik an der neuen Situation am Flughafen geübt. Auch der Weinbauverband Rheingau unterstützt mittlerweile unsere Aktivitäten.

Was haben Sie vor bei „Gegenwind“?

Wir wollen über die vielfältige Problematik des Fluglärms informieren und auf die gesundheitlichen Gefahren aufmerksam machen – im Internet, mit einer eigenen Zeitung und auf Plakaten. Diese stellen wir den Bürgern kostenlos zur Verfügung. Bei den Demonstrationen sind unsere Stopp-Fluglärm-Plakate schon sehr oft zu sehen. Für Städte und Gemeinden haben wir große Transparente produziert. Auf dem Dach der Kirche Sankt Peter und Paul in Hochheim, die man von der Autobahn und natürlich vom Flugzeug aus sieht, werden wir demnächst ein Riesenbanner gegen Fluglärm anbringen. Das wird eine spektakuläre Aktion.

Woher kommt das Geld für all diese Aktivitäten?

Da wir vor allem Unternehmer und Freiberufler als Mitglieder haben, verfügen wir über mehr finanzielle Mittel als andere Initiativen. Eine Hochheimer Druckerei hat uns beispielsweise die ersten Plakate innerhalb von 24 Stunden kostenlos zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus haben wir Sympathisanten, die nicht in den Vordergrund treten, uns aber mit größeren Beträgen unterstützen.

Welche Ziele verfolgt der Verein?

Es sind die Ziele, die die anderen Initiativen gegen Fluglärm auch verfolgen: Wir wollen eine Deckelung der Flugbewegungen, setzen uns ein für ein absolutes Nachtflugverbot zwischen 22 bis 6 Uhr sowie für weniger Flüge in den Tagesrandzeiten. Wir wollen juristisch dafür kämpfen, und wir wollen auch die Politiker mit unseren Forderungen konfrontieren – gegebenenfalls auch eine neue Landesregierung.

Die Stilllegung der Nordwestbahn ist keine Forderung von „Gegenwind 2011“?

Da sind wir bisher zurückhaltend. Für uns steht die Reduzierung von Lärm im Vordergrund. Es sollten alle verfügbaren technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, damit die Bevölkerung in der Einflugschneise des Airports ein menschenwürdiges Leben führen kann. Der wirtschaftliche Aspekt sollte dabei zurücktreten. Wenn diese Maßnahmen allerdings nicht greifen, plädieren wir für eine Stilllegung der Landebahn. Denn so, wies es jetzt ist, kann es auf gar keinen Fall bleiben.

Das Interview führte Andrea Rost

Datum:  3 | 2 | 2012
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