Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

17. November 2012

Winterdienst: Auf Schnee und Eis vorbereitet

 Von Jürgen Ahäuser
Zwei von 58 Enteisungsfahrzeugen am Flughafen. Foto: dapd

Die Fraport zeigt, wie sie den Flugbetrieb im Winter gewährleisten will. Die Zahl der Winterdienstmitarbeiter wurde verdoppelt, widrige Wetterverhältnisse sollen das Nachtflugverbot nicht aushebeln.

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Das war ganz großes Kino, was die Fraport AG am Freitag auf dem Flughafen vorführte. Und die Hauptrollen waren bei dem Blockbuster mit dem profanen Titel „Winterdienst“ außerordentlich prominent besetzt. Die theoretische Präsentation übernahm in Anwesenheit des hessischen Verkehrsministers Florian Rentsch (FDP) der Fraport-Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte höchstpersönlich. Für die Action-Szenen auf dem noch schneefreien Vorfeld zeichneten ein großer und ein kleiner Räumzug sowie ein Original-Jumbo der Lufthansa mitsamt vier einsatzbereiten, je 480 PS-starken Enteisungsfahrzeugen verantwortlich. Für spannungsgeladene Lichteffekte war in der heraufziehenden Abenddämmerung auch gesorgt. Es blinkte so gelb, als habe der ADAC alle seine Straßen-Engel dort versammelt.

Die eindrucksvolle Demonstration diente einem Ziel. Sie sollte sowohl die Luftfahrtgesellschaften, allen voran den Großkunden Lufthansa, als auch die Fluglärm-Gegner beruhigen. Denn beide verbindet nach einem Jahr Gerangel um Ausnahmegenehmigungen für das Nachtflugverbot eines: Sie haben Sehnsucht nach Ruhe. Die Flughafenanwohner pochen auf strikte Einhaltung des höchstrichterlich festgelegten flugfreien Zeitraums zwischen 23 und fünf Uhr, und die Airlines tun mittlerweile fast alles, um nicht noch beim Rollout zum Start zur Umkehr gezwungen zu werden, um dann vor dem Problem zu stehen, Hunderte von aufgebrachten Passagieren noch irgendwo unterzubringen.

„Wir sind gut vorbereitet“, sagt  Fraport-Chef Stefan Schulte.
„Wir sind gut vorbereitet“, sagt Fraport-Chef Stefan Schulte.
Foto: dapd

„Sehr, sehr gut vorbereitet“

Die eindrucksvolle Schau des Räum- und Rollkommandos und die Botschaft von Promoter Schulte war klar: Der nächste Winter kann kommen, Fraport tut alles Menschenmögliche, um auch bei Schnee und Eis einen möglichst reibungslosen Flugbetrieb zu garantieren. Der Flughafenbetreiber hat mächtig aufgerüstet und die Zahl der Winterdienstmitarbeiter innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. „Wir sind sehr, sehr gut vorbereitet“, sagte der Fraport-Manager und schürte unausgesprochen die Hoffnung, dass Zustände wie im harten Winter 2010/11, als ergiebige Schneefälle den Flughafen zeitweise lahmlegten, nicht mehr vorkommen können.

Eine Garantie, dass es zu keinen Ausnahmegenehmigungen kommt, wollte Schulte aber nicht abgeben. Möglichst wenige Maschinen sollten aufgrund der Witterung noch nach 23 Uhr starten und landen. Den schon am frühen Freitag von den Bürgerinitiativen erhobenen Vorwurf, widrige, winterliche Verhältnisse würden das Nachtflugverbot aushebeln, wollte auch der Minister nicht gelten lassen. Rentsch zog sich auf die Bemerkung zurück, jeder Antrag für eine Ausnahme werde wie bisher als Einzelfall geprüft. „Wetter kann ein Grund sein, muss es aber nicht.“ Rentsch und Schulte betonten, dass bei allem, was getan werde, die Sicherheit Vorrang habe. Ohnehin hätten Fraport und die Fluggesellschaften schon reagiert. Die Flugbewegungen in der Randstunde von 22 bis 23 Uhr wurden von 66 auf 45 reduziert.

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