Die einen können kaum ihren Namen entziffern, andere scheitern erst an komplizierten Dingen. Die Kompetenzen von Analphabeten sind ganz unterschiedlich. Laut einer Studie der Universität Hamburg können 25 Prozent der Menschen zwar Texte lesen und schreiben, aber nur langsam und mit Fehlern. 14 Prozent sind funktionale Analphabeten. Sie können einzelne Worte und Sätze lesen und schreiben, scheitern aber an kürzeren Texten. Vier Prozent kommen kaum über ihren Namen hinaus und gelten als totale Analphabeten.
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Nach einer Studie der Universität Hamburg können 7,5 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland so schlecht lesen und schreiben, dass sie als funktionale Analphabeten gelten. Das sind 14 Prozent der Bevölkerung. Viele sind arbeitslos, kaum integriert und schotten sich ab.
Noch größer ist die Gruppe derjenigen, die zwar lesen und schreiben können - aber allenfalls auf Grundschulniveau. Diese Menschen können vielleicht eine Boulevard-Zeitung lesen. Sie drücken sich aber so weit wie möglich darum, irgendetwas schreiben zu müssen. Sie lehnen beispielsweise eine Beförderung ab und sich geben sich mit einem einfachen Beruf zufrieden.
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Meist ist eine Kombination aus niedriger Lernfähigkeit und fehlender individueller Förderung in der Schule Ursache, dass die Menschen nicht richtig lesen und schreiben lernen. Bei den meisten Betroffenen gibt es irgendein einschneidendes Ereignis, nach dem sie sich für einen Lese- und Schreibkurs anmelden: Etwa die Trennung vom Lebenspartner, der bislang alles Schriftliche erledigt hat.
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Die Kurse sind klein, damit eine individuelle Betreuung möglich ist. Meist wird außerdem nach Niveau unterschieden. Totale Analphabeten haben oft schon Probleme, überhaupt eine Beziehung zwischen dem gehörten und dem geschriebenen Wort herzustellen. Beim Buchstaben M zum Beispiel: München fängt beim Hören nicht mit einem M an Emmentaler schon. Und viele können sich kaum vorstellen, dass das Wort 'Kuh' viel kürzer ist als das Wort 'Tausendfüßler' - schließlich ist die Kuh ja viel größer.
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Die meisten Betroffenen sind über dieses Niveau deutlich hinaus, können jedoch nur mit Mühe Wörter oder Sätze lesen und schreiben. Sie lernen dann, Einkaufszettel zu schreiben oder ihren Mietvertrag zu lesen.
Aber auch das Geld ist ein Problem. Obwohl rund die Hälfte der Betroffenen arbeitslos ist, bezahlt die Arbeitsagentur häufig keine Lese- und Schreibkurse. Für viele Betroffene ist das ein zusätzlicher Schlag vor den Kopf.
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Analphabetismus: Lesen lernen als Erwachsener
Lesen kann doch jedes Kind? Von wegen. Millionen Menschen verlassen die Schule als Analphabeten und haben damit kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dabei bieten Kurse eine zweite Chance. Viele, die als Kind am Lesen und Schreiben gescheitert sind, schaffen es dort.
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