Wie viele historische Grabstätten auf dem Alten Friedhof war das Heinrich-Krumm-Mausoleum lange vom Verfall bedroht. Die Gruft stand unter Wasser, die zweischalige Rundkuppel des Ovalbaus war mit Moos überzogen, aus ihren Fugen wuchsen Gras und die Schösslinge von Bäumen.
Foto: Andreas Arnold
Ein Meer von Fackeln erleuchtet den Weg über den Alten Friedhof. Bei eisiger Temperatur geht es in der einsetzenden Dämmerung die Mauer entlang. Offenbachs ehemaliger Stadtarchivar Hans-Georg Ruppel führt die Gruppe geladener Gäste des städtischen Dienstleisters ESO zu einem der wertvollsten Grabdenkmale.
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Offenbachs ehemaliger Stadtarchivar Hans-Georg Ruppel weist auf interessante Grabmale auf dem Alten Friedhof hin - es gibt eine ganze Reihe dort.
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Marie Krumm (1869 bis 1921) ließ für ihren Mann Heinrich 1919, sieben Jahre nach dessen Tod, nach den Plänen des Architekten und Leiters der Offenbacher Kunstgewerbeschule (heute HfG), Hugo Eberhardt, eine Grabmal im Stile des späten Jugendstils errichten, das spektakulär teuer war.
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Der Kostenaufwand für das Heinrich-Krumm-Mausoleum stand dem Bau eines Stadthauses nicht nach. Das sorgte für reichlich Gespärchsstoff in der Stadt, wie Ex-Achivar Reinhardt weiß.
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Die Witwe ließ Hugo Eberhardt offenbar freie Hand. Wie schon bei anderen Grabmalen, schuf er zusammen mit drei Bildhauern individuelle Grabmalkunst, bediente sich sehr frei antiker Formen und verband Elemente des Jugendstils und des Neoklassizismus.
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Architekt Claus Giel begeistert sich für dieses "Gesamtkunstwerk" auf dem Alten Friedhof, schwärmt von der Sorgfältigkeit bis ins Detail wie den bronzeüberzogenen Handlauf. 120.000 Euro beanspruchte die Außensanierung samt Treppe, Kuppel und Boden. Die Hälfte übernahm der Bund, den Rest teilten sich Land und ESO. Weitere 50.000 Euro sind für die Innenrestaurierung veranschlagt. Die Finanzierung ist noch offen.
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"Dein Leben war Liebe - deine Liebe war mein Glück" hat Marie Krumm in Stein verewigt. Später heiratete sie ein zweites Mal. Doch beigesetzt wurde sie an der Seite ihres ersten Mannes. Beide Verstorbene werden nach Abschluss der Restaurierung wieder in die Gruft gebettet. Und das Mausoleum wird besonders gesichert. Zuletzt fanden sich hier Spuren von Schwarzen Messen.
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Unter der Bauleitung des Dieburger Architekten Claus Giel (links) wird das Mausoleum von Grund auf saniert. Unser inzwischen schon fast historisches, zehn Jahre altes Bild zeigt Giel im Frankfurter Brentanohaus an der Nidda. Der sensible Umbau gilt als besonders gelungen.
Der kleine Tempel des Lederwarenfabrikanten Heinrich Krumm (1854 bis 1912) auf dem Alten Friedhof in Offenbach erzählt die Geschichte einer großen Liebe. Und einer Trauer, die in einer großzügig gestalteten letzten Ruhestätte ihren Ausdruck fand.
Das Heinrich-Krumm-Mausoleum auf dem Alten Friedhof von Offenbach ist ein Kleinod der Grabmalkunst. Die Stadt lässt es mit Hilfe des Landes aufwendig sanieren. Mehr...