„Da kann man tolle Sachen machen“: Thomas Gottschalk erkundet zusammen mit seiner Social-Media-Redakteurin Caroline Danz das Internet.
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„Da kann man tolle Sachen machen“: Thomas Gottschalk erkundet zusammen mit seiner Social-Media-Redakteurin Caroline Danz das Internet.
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Auf dem Papier stimmt das Konzept von "Gottschalk live": Nach Jahrzehnten in deutschen Wohnzimmern lässt der Moderator die Zuschauer in seins. Doch die ständigen Werbeunterbrechungen vermasseln Gottschalk im Ersten die Premiere.
Berlin –
Um zwanzig nach sieben sitzt Thomas Gottschalk am Metallschreibtisch in seinem neuen Wohnzimmerstudio mit Blick auf den Berliner Feierabendverkehr und fängt an zu reden, als ginge es um sein Leben. Von der Krawatte, die Günther Jauch am Sonntag anhatte! Dass er Nicolas Cage getroffen und zuerst ein- und dann doch lieber wieder ausgeladen hat – er zeigt Fotos zum Beweis! Dass das gar nicht sein Cousin sei, der ihm gerade von irgendeiner Klatschzeitschrift angedichtet wurde! Dass er seit Kurzem in Facebook reinschreibt! Und dass die Heidi sich von dem Seal getrennt hat, der ihm „ein bisschen leid“ tue, aber schon länger, weil: „Ich war mit Heidi auf Partys, Seal war nie dabei!“
Gottschalks «Wohlfühl-Halbe-Stunde» am ARD-Vorabend
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Gottschalks «Wohlfühl-Halbe-Stunde» am ARD-Vorabend
Thomas Gottschalk nach der Premiere. Foto: Sören Stache
Thomas Gottschalk ist wieder auf Sendung. Foto: Sören Stache
Thomas Gottschalk mit seinem Gast Michael «Bully» Herbig. Foto: Sören Stache
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Dann sind die ersten zehn Minuten bei „Gottschalk live!“ auch schon rum, ohne dass der Gastgeber ein einziges Mal Luft geholt hätte. Wahrscheinlich wachsen einem nach so vielen Jahren im Fernsehgeschäft Moderationskiemen.
Oder Gottschalk ist vor seiner Premiere im Ersten doch nervöser gewesen als gedacht. Wegen des schwierigen Sendeplatzes. Und weil jetzt alle ein Fernsehwunder erwarten. Dabei würde es doch schon reichen, wenn er nicht gleich zwanzig Themen auf einmal anreißen und stattdessen auf die ganze Hektik verzichten würde. Denn auf dem Papier stimmt das Konzept schon – und zu Beginn der Show hat Gottschalk es auf den Punkt gebracht: „35 Jahre haben Sie mich in Ihr Wohnzimmer gelassen – jetzt lasse ich Sie in meins.“
Guter Start
Gottschalks Premiere im Vorabendprogramm der ARD ist geglückt. Rund 4,34 Millionen Zuschauer lockte der frühere „Wetten, dass..?“-Moderator mit seiner neuen Sendung „Gottschalk Live“ am Montag vor die Bildschirme. Dies entsprach einem durchschnittlichen Marktanteil von 14,6 Prozent. Von nun an ist er montags bis freitags zwischen 19.20 und 19.50 Uhr auf diesem Sendeplatz zu sehen. (dapd)
Bevor es mit der ausgeruhten Vorabend-Plauderei richtig losgehen kann, muss Gottschalk aber noch ein ernstes Wörtchen mit seinem neuen Programmdirektor reden. Denn am größten Manko von „Gottschalk live“ ist der Gastgeber gar nicht selbst schuld. Es ist jedenfalls eine ziemlich beknackte Idee der ARD, die nicht einmal 30 Minuten dauernde Sendung gleich mehrere Male durch Werbung zu unterbrechen. Dadurch sieht die Live-Show nämlich aus wie Flugzeugessen: Das gibt’s auch nur in Häppchen. Jedes Mal, wenn in der Auftaktsendung am Montag Zeit für die nächsten Werbespots war, wurde im Hintergrund die Titelmusik der Show angespielt – so ähnlich wie bei Preisverleihungen, wenn die Dankesreden zu lange werden. Bloß durfte Bully Herbig, der als erster Gast gekommen war, kein einziges Mal ausreden. Zum Schluss musste Gottschalk auch noch drängeln: „Jetzt aber zügig – dein peinlichster Moment!“
Der Ex-„Wetten, dass..?“-Moderator kann froh sein, dass er sich mit Herbig gut versteht. Die Hollywoodstars, die er künftig gerne im Studio hätte, werden sich so was nicht gefallen lassen – ein solches Werbestakkato ist nämlich nicht einmal in den USA üblich. Dass die erste Ausgabe eher nicht als Glanzstück moderner Fernsehunterhaltung in Erinnerung bleiben wird, sondern eher als eine Art Betriebsanleitung für den Moderator selbst, ist nicht weiter schlimm. Gottschalk muss sich halt erstmal zurechtfinden in seinem neuen Studio, wo er zwischen Schreibtisch, Sitzecke und Recherche-Raum pendeln kann. Dort sitzen ein paar Leute aus der riesigen Redaktion an ihren Computern, um während der Live-Show Arbeit zu simulieren und den Gast zu beklatschen. Was die den Rest des Tages machen, kann ihr Chef ja demnächst mal verraten.
Sicher wird „Gottschalk live“ eine Weile brauchen, um sich einzuspielen. Damit die Zuschauer nicht bald das Interesse verlieren, darf die ARD sie nicht permanent aus der Show werfen, bloß um ein paar Euro zu verdienen. Sonst entsteht der Eindruck, dass den Programmchefs die Kohle wichtiger ist, als ihrem neuen Star bestmögliche Ausgangsbedingungen für den Erfolg zu bieten.
Nach der letzten unsanften Werbegrätsche, zu der noch ein „Sportschau“-Trailer, ein Sponsorhinweis und das Wetter gestopft wurden, verabschiedete sich Gottschalk mit der Bitte an sein Publikum, am Dienstag wieder einzuschalten. „Ich brauche jeden Zuschauer!“, flehte der Moderator auf Knien. Noch viel dringender braucht er aber einen Sender, der ihm dafür auch den Rücken freihält.
Wer die Sendung auch moderieren könnte
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Wer die Sendung auch moderieren könnte
Hape Kerkeling war lange Top-Favorit für die Nachfolge von Thomas Gottschalk. Er sagte ab.
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Jörg Pilawa steht beim ZDF unter Vertrag und hat schon viele Shows moderiert. „Wetten, dass ...?“ lehnte er aber bereits im Sommer ab. Er wolle mehr Zeit mit der Familie verbringen, sagte er.
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Der Name der 45-Jährigen taucht bei der Diskussion um die Gottschalk-Nachfolge immer wieder auf: Beim Eurovision Song Contest bewies Anke Engelke, dass sie eine große Show moderieren kann. Allerdings trat sie schon einmal in große Fußstapfen - und scheiterte. Als sie 2004 den Sendeplatz von Harald Schmidt übernahm, floppte ihre Late-Night-Show. Das will sie nicht noch einmal durchmachen: auch sie sagte dem ZDF ab.
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Er hat als Gast bei "Wetten dass" bereits einmal bewiesen, dass er durchaus die Show aus dem Stand übernehmen könnte. Und mit den öffentlich-rechtlichen kennt sich Stefan Raab seit dem Eurovision Song Contest auch aus. Ob der Zuschauer allerdings Raab auf allen Kanälen sehen möchte, ist fraglich. Außerdem würde er wohl bei jeder Wette selbst mitmachen wollen.
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Barbara Schöneberger: Die Komikerin Hella von Sinnen beklagte neulich im Magazin „Der Spiegel“, die TV-Branche sei zu männlich („Das sehen Sie schon daran, dass offenbar niemand darüber nachdenkt, der wunderbaren Barbara Schöneberger „Wetten, dass..?“ anzubieten“). Trotzdem scherzte sie erst kürzlich, dass sie zusammen mit Kai Pflaume die Show moderieren würde.
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Deutschlands beliebtester Moderator ist Günther Jauch. Aber mit seinem eher zurückhaltenden Charme würde er wohl kaum in den Glitzerrahmen von "Wetten dass" passen. Zudem hat er gerade bei der ARD angeheuert und wohl kaum Zeit für ZDF-Gastspiele.
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Matthias Opdenhövel kommt dem Anforderungsprofil für die Gottschalk-Nachfolge zwar schon relativ nahe - doch auch er ist gerade zur ARD gewechselt.
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Johannes B. Kerner hat es nach seinem Wechsel vom ZDF zu Sat1 gerade nicht so leicht. Auch er will nicht in Gottschalks Fußstapfen treten.
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Frank Elstner hat die Sendung erfunden, moderierte „Wetten, dass ...?“ von 1981 bis 1987. Er will sich aber aus der Diskussion um die Nachfolge heraushalten.
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Und dann gab es da ja noch einen Wetten-dass-Moderator: Wolfgang Lippert. Er übernahm 1992 schon einmal die Sendung von Gottschalk und moderierte neun Folgen lang - danach ging wieder Gottschalk an den Start. Er will nicht - und die Zuschauer wohl auch nicht: Lippert taucht in der Kandidaten-Diskussion zumindest nie auf.
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Er wird es also: Abendtalker Markus Lanz ist zwar schon beim ZDF, hat aber keine Erfahrung mit Samstagabendshows. Er ist eher der Experte für einfühlsame Gespräche. Er muss an sich arbeiten.
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«Wetten, dass..?»-Absage vor laufender Kamera
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«Wetten, dass..?»-Absage vor laufender Kamera
Versteht er das? Michelle Hunziker im Gespräch mit Justin Timberlake. Foto: Jan Woitas
Udo Lindenberg (r) und Clueso im Duett. Foto: Jan Woitas
Hape Kerkeling alias Horst Schlämmer (m) lässt Michelle Hunziker und Thomas Gottschalk im Regen stehen Foto: Jan Woitas
Hape Kerkeling alias Horst Schlämmer (r) mit Thomas Gottschalk. Foto: Jan Woitas
Hape Kerkeling alias Horst Schlämmer küsst die Moderatorin Michelle Hunziker. Foto: Jan Woitas
Wo ist der Nachfolger? Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker auf der Suche Foto: Jan Woitas
Und wie geht's weiter? Thomas Gottschalk mit Michelle Hunziker in Leipzig Foto: Jan Woitas
Prost: Das Moderatoren-Duo Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker mit Komiker Otto Waalkes (r) beim Sekt Foto: Jan Woitas
Entertainer Hape Kerkeling wehrt ab. Foto: Jan Woitas
Hape Kerkeling macht's nicht. Foto: Jan Woitas
Thomas Gottschalk mit Michelle Hunziker und Otto Waalkes (r). (Foto: Jan Woitas)
Wladimir Klitschko behielt den Durchblick. Foto: Jan Woitas
Horst Schlämmer und Michelle Hunziker plaudern. Foto: Jan Woitas
Ein Trauerspiel? Hape Kerkeling (l) und Thomas Gottschalk in Leipzig. Foto: Jan Woitas dpa/lsn +++(c) dpa - Bildfunk+++
Hape Kerkeling und Thomas Gottschalk bei «Wetten, dass..?» auf dem Sofa. Foto: Jan Woitas
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