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"Günther Jauch" und Wulff: Wulffen oder nicht wulffen, das ist hier die Frage

Günther Jauch und die Wulff-Frage.
Günther Jauch und die Wulff-Frage.
Foto: dpa

Das Wort „Wulffen“ ist das Unwort der letzten Wochen. Es kann als lügen, etwas mitnehmen oder jemanden auf dem Anrufbeantworter beschimpfen interpretiert werden. Wie auch immer: Günther Jauch macht deutlich, dass der Bundespräsident Christian Wulff uns noch lange beschäftigen wird.

Egal, wie man es interpretiert - Günther Jauch widmete sich gestern Abend dem gesellschaftlichen Phänomen des „unethischen Verhaltens“, wie es die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth gestern ausdrückte. Doch die Sendung verhakelte sich zu sehr in Details.

PR-Agent Moritz Hunzinger etwa, der, wir erinnern uns, vor zehn Jahren unfreiwillig den SPD-Politiker Rudolf Scharping durch großzügige Zahlungen zu Fall brachte, sagte: Das sei alles übertrieben und Medienmache. Er wolle nicht in einem Land leben, das so sei „wie Amerika“ – er plädiere für mehr „mediterrane Contenance“.

Doch wohin die führen kann, zeigte jahrelang ja Italiens Ministerpräsident Berlusconi – kaum ein Vorbild für gute Staatsführung, monierte Zeit-Chefredakteur Giovanni die Lorenzo Dabei hatte ausgerechnet die Lorenzo mit dem umstrittenen Interview-Buch über den gefallenen Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg alles andere als die mediterrane Gelassenheit gelebt.

Überhaupt krankte die Sendung daran, dass sie nicht grundsätzlich genug an das Phänomen Wulff heranging. Es geht eben nicht um das Klein-Klein des Sponsoring von Veranstaltungen, Gratis-Flüge oder der Urlaub in Villen von Freunden – sondern um die Frage, wie integer müssen Politiker sein, die von Bürgern, von Steuerzahler und Hartz IV - Empfängern größtmögliche Offenheit und Transparenz erwarten.

Wer Wulffs Rücktritt fordert

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Die Unternehmensberaterin und Grünen-Mitglied Anke Domscheit – Berg, Frau von Ex-Wikileaks- Aktivist Daniel Domscheit- Berg, brachte es auf den Punkt: Dieses Messen mit zweierlei Maß sei niemandem verständlich zu machen und das sei der eigentliche Skandal. Und deshalb sei es Zeit, für Wulff, zurückzutreten. Vielleicht habe Rita Süssmuth ja Lust, zu kandidieren – aber die lehnte noch in der Sendung sofort ab.

Was blieb war der Eindruck, dass die Debatte wohl noch Wochen weitergeht – hatte sie doch am Wochenende neues Futter bekommen durch die Bemerkung des niedersächsischen Grünen-Politikers und Fraktionsvorsitzeden Stefan Wenzel, Wulff sei „ein Lügner“. So drastisch sagte es gestern Abend bei Günther Jauch zwar niemand – aber dennoch mochte man als Zuschauer den Hilferuf ausstoßen: Machen Sie dem Schauspiel ein Ende, Herr Wulff! Der Rücktritt ist überfällig.

Autor:  Michael G. Meyer
Datum:  23 | 1 | 2012
Kommentare:  8
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