kalaydo.de Anzeigen

DSDS: Keine Unterhaltung bei Dieter Bohlen

In der neunten DSDS-Staffel fällt auch Dieter Bohlen kein cooler Spruch mehr ein. Im Recall auf den Malediven kann sich kaum ein Kandidat den Songtext merken. Die Show ist deshalb vor allem eines: langweilig.

In der neunten Staffel von DSDS fällt nicht einmal mehr Dieter Bohlen ein flotter Spruch ein.
In der neunten Staffel von DSDS fällt nicht einmal mehr Dieter Bohlen ein flotter Spruch ein.
Foto: dapd/Archiv

„Vielleicht war heute einfach ein Scheißtag“, sagt Juror Dieter Bohlen am Schluss. Ja, vielleicht. Vielleicht ist „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) aber auch einfach eine, um es in Bohlens Ausdrucksweise zu sagen, Scheiß-Show. Ganz unabhängig vom Tag.

Während Pro Sieben / Sat 1 gerade mit der neuen Castingshow „The Voice of Germany“ gute Quoten und noch bessere Stimmen feiert und dafür so eben die „Goldene Kamera“ verliehen bekam, tut RTL alles dafür, mit DSDS seinen Ruf als sogenanntes „Unterschichtenfernsehen“ zu festigen.

Man muss diesen Ausdruck nicht gutheißen. Man muss auch niemandem mehr erklären, dass es bei DSDS schon längst um alles mögliche geht, nur nicht um musikalisches Talent. Wirklich beleidigend für die Intelligenz der Zuschauer, egal welcher gesellschaftlichen Schicht ist aber, dass die Show in der nunmehr neunten Staffel wie ihre eigene Parodie daher kommt und dabei noch nicht einmal mehr zu unterhalten weiß.

Käsefüße im Kandidatenzimmer

Lieblos zusammengeschustert, ohne dramaturgische Höhepunkte oder irgendeine erkennbare Struktur, plänkelt der „Recall“ auf den Malediven dahin. Los geht es abrupt mit einem Skandälchen um Kandidatenzimmer, die nach Käsefüßen stinken, mittendrin werden kurz drei Kandidaten aussortiert, von denen man einige gar nicht hat singen hören, und nach einer Stunde ist es dann plötzlich schon wieder vorbei.

Die Regie macht sich noch nicht einmal die Mühe, erklärende Rückblenden oder biografische Details zu den Kandidaten einzustreuen. Stattdessen wird jeder noch so uninteressante Smalltalk wiedergegeben oder uninspiriert auf die wackelnden Bikini-Popöchen minderjähriger Kandidatinnen gezoomt, die sich durch Miriam Makebas „Pata Pata“ haspeln, wie Sauf-Touristen in einer Karaoke-Bar.

Die Jury sitzt derweil gelangweilt auf einer Jacht im türkisblauen Meer herum, selbst Großmaul Dieter Bohlen fällt kein witziger Spruch mehr ein.

Klassenfahrt-Feeling

Als Zuschauer fühlt man sich dabei, als würde man unfreiwillig einer Klassenfahrt sozial auffälliger Teenager beiwohnen. Im Gemeinschaftszimmer steppen sie in 0815-Choreografien von links nach rechts und sind selbst dabei nicht synchron. Sie unterhalten sich ausgiebig über Verdauungsprobleme, mobben Mitkandidaten aus dem Team und kommt es dann endlich mal zum Auftritt, hat die Hälfte schon wieder den Songtext vergessen oder den Einsatz verpasst.

Das alles ist weder überraschend, noch schockierend – es ist vor allem gähnend langweilig. So kann man es als Drohung verstehen, wenn Dieter Bohlen nach dem „Scheißtag“ die Entscheidung vertagt und ankündigt, den Tag komplett zu wiederholen. Man kann aber auch einfach um- oder ausschalten. Ist besser so.

Autor:  Marie-Sophie Adeoso
Datum:  9 | 2 | 2012
Kommentare:  1
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
TV-Kritik
Höhepunkt des 1. ESC-Halbfinales: der Auftritt der Buranowski Babuschki.
Eurovision Song Contest in Baku 
Jogger an der Außenalster in Hamburg.
TV-Kritik "Der adidas Check" 
TV-Moderator Günther Jauch.
Thilo Sarrazin bei Günther Jauch 

Video

Fotostrecke
Meeresbewohner: Leuchtend grüne Quallen gleiten durch ein Aquarium.

Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.

Quiz
Dezember 2006.

Thomas Gottschalk hat sich bei "Wetten, dass..." verabschiedet. Er bewegt die TV-Nation. Testen Sie Ihr Wissen.

Quiz
Tatort-Logo

Seit 40 Jahren gibt's fast jeden Sonntag im Fernsehen Mord und Totschlag. Mit dem Tatort beweist das öffentlich-rechtliche Fernsehen immer wieder seine Leistungsfähigkeit. Was wissen Sie über die Krimi-Reihe? Testen Sie's!

Medien
Twitter wird für den Erfolg von Kinofilmen immer wichtiger.
Soziale Netzwerke entscheiden über Kino-Erfolge 
Wie beliebt wir in den sozialen Netzwerken sind, hat immer mehr Auswirkungen auf das
Facebook, Twitter und Co. 
        

Viel Prominenz, wenig Quote: Dustin Hoffman (l.) in „Luck“.
Sky Atlantic zeigt US-Serienhits 
World Press Photo
Das beste Pressefoto 2012: Eine jemenitische Frau hält einen verwundeten Verwandten in ihren Armen.

Beeindruckende Aufnahmen: FR-online.de präsentiert interaktiv die Pressefotos des Jahres.

Film

Die Filmwoche: Was läuft wann in welchem Kino? Alle Neustarts, alle Filme, alle Kinos, alle Zeiten.

Meistgeklickt
Turkish Airlines ist als Sponsor im Gespräch.
Eintracht Frankfurt 
Die Politik entscheidet am Freitag über die Organspende-Reform. Doch wissen wir wirklich, wann ein Mensch definitiv tot ist?
Organspende-Reform im Bundestag 
Ödnis oder goldener Boden? In dem Gewerbegebiet Quellenpark in Bad Vilbel soll womöglich ein riesiges chinesisches Handelszentrum entstehen.
China investiert in Hessen 
Blick in die Zukunft am Eschenheimer Turm (links): Büros, Läden und einige Wohnungen lösen das Kino ab.
Turmpalast in Frankfurt