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Sat.1-Film „Im Brautkleid meiner Schwester“: Ein knackiger Po und ganz viel Liebe

Zwillingsschwestern, die sich nicht kennen, und zwei adrette Jungs, die nichts ahnen – das ist ein toller Stoff für eine romantische Komödie. Tatsächlich gab es  in „Im Brautkleid meiner Schwester“ viel nackte Haut zu sehen und vier verliebte Großstädter. Gelacht wurde aber erst zum Schluss.

Die Darsteller im Film: Laura Osswald, Pasquale Aleardi, Alissa Jung.
Die Darsteller im Film: Laura Osswald, Pasquale Aleardi, Alissa Jung.
Foto: imago

„Das doppelte Lottchen“, jener neben dem „fliegenden Klassenzimmer“ wohl bekannteste Roman Erich Kästners, stand schon oft Pate für Verwechslungskomödien. Auch der Sat.1-Film „Im Brautkleid meiner Schwester“ bediente sich der Zwillings-Thematik und fand einen zumindest halbwegs originellen Zugang: Die Zwillinge wissen gar nichts voneinander.

Jedenfalls solange nicht, bis Sina nach dem Tod ihrer vermeintlichen Mutter erfährt, dass sie gar nicht deren Tochter ist, sondern als Neugeborene aus dem Krankenhaus geraubt wurde. Unfreiwillig zurückgelassen hat sie damals verzweifelte Eltern und Zwillingsschwester Sophie.

Heute ist es Sina als Polizistin natürlich ein Leichtes, ihre wahre Familie ausfindig zu machen und der Schwester einen Besuch abzustatten. Ein vielversprechendes Exposé, doch Drehbuch und Regie machten viel zu wenig aus der Geschichte, die doch eigentlich genügend Ansatzpunkte für Witz, Tempo und Gefühl bot.

Denn Sophie steht unmittelbar vor der Hochzeit mit Ex-Fußballer David, hat allerdings noch etwas mit Ex-Freund Xavier, einem französischen Filmregisseur, zu klären. Da kommt ihr die Schwester gerade recht.

Während Sophie nach Paris reist, schlüpft  Sina also in die Rolle der Braut. Und das so glaubwürdig, dass David kaum von ihr lassen will. Umgekehrt ist  auch Sina nicht nur von Davids knackigem Po sehr angetan, sondern auch von seiner insgesamt sehr zupackenden Art. Fast unausweichlich landen die beiden miteinander im Bett. Und da es sich bei dem Stück um einen Sat.1-Primetimefilm handelt, der schließlich ein Happyend braucht, hat Sophie zuvor ihre Liebe zu Xavier wiederentdeckt.

Am Ende ist also alles gut. Schwestern, Eltern, Liebhaber – alle strahlen vor Glück.

Potenzial verschenkt

Bis zum Happyend allerdings verschenkte der Film das eigentlich üppige Potenzial des Themas. Vor allem deshalb, weil er sich nicht entscheiden konnte, ob er lieber  Romanze oder lieber Komödie sein wollte, und beides kaum miteinander verband.

Warum sich zum Beispiel Sophie dem Schwerenöter Xavier erneut an den Hals wirft, blieb völlig unplausibel. Und auch die spontane Verliebtheit der spröden Sina in den flotten David, der ihr besoffen sein bestes Stück vor das Gesicht hält, ist auch nur schwer nachzuvollziehen. Ebenso das Auftreten einer tollpatschigen Gaunerbande, die Sophies Eltern während der Hochzeit ausrauben will.

Die komischen Elemente schöpfte der Film erst recht nicht aus, auch wenn sich David Rott und Pasquale Aleardi Mühe gaben, ihre klischeehaft angelegten Figuren mit Leben zu füllen und sich dafür einige Lacher verdienten.

Vor allem David Rott scheute dabei nicht den peinlichen Auftritt, siehe oben. Hauptdarstellerin Alissa Jung, der man die Modedesignerin Sophie eher abnahm als die bodenständige Sina, schritt dazu meistens mit großen Augen durch die Kulissen, sehr charmant zwar, aber ohne jede Doppelbödigkeit, die dem Zwillingsauftritt sowohl mehr Spannung als auch mehr Witz hätte verleihen können. Für Aufregung sorgten allein die ziemliche spektakulären Aufnahmen vom Dach des Berliner Olympiastadions. Höhenphobiker bekamen da feuchte Hände.

Autor:  Ralf Mielke
Datum:  14 | 2 | 2012
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