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TV-Kritik "Beckmann": Zugeständnis an die Doofen

Dafür werden unsere Gebühren verwendet: Bei Beckmann feierte Verleger Hubert Burda in seinen 70. hinein. Mit dabei waren seine Frau Maria Furtwängler, Reinhold Messner und Karl Lagerfeld. Von Arno Widmann

Reinhold Beckmann moderiert seit 1999 die nach ihm benannte Talk-Show in der ARD.
Reinhold Beckmann moderiert seit 1999 die nach ihm benannte Talk-Show in der ARD.
Foto: dpa

Beckmann war eine Veranstaltung mit und über Hubert Burda. Hubert Burda wird heute 70 Jahre alt. Der Verleger der Bunten und des Focus feierte also bei Beckmann in seinen Geburtstag hinein. Mit dabei waren seine Frau Maria Furtwängler, Karl Lagerfeld und Reinhold Messner. Mit den beiden Herren ist Burda seit Jahrzehnten befreundet. Mit Messner - so hieß es in der Sendung - macht er seit 17 Jahren Bergtouren.

Man darf sich natürlich nicht fragen, ob es richtig ist, dass unsere Fernsehgebühren dazu verwandt werden, Geburtstagsfeiern für Mitglieder unserer Eliten auszurichten. Das ist natürlich ein Frevel. Noch frevelhafter ist, dass, wenn man zur Langeweile neigte, diese Sendung sie einem ganz sicher beschert hätte.

Verzichtete man auf die Frage und hatte man nichts dagegen, auch einmal nicht unterhalten zu werden, so erfuhr man, dass das große Porträt von Hubert Burda, das das Magazin der Süddeutschen Zeitung zierte, und dort als Selbstporträt des Verlegers verkauft wurde, bei Beckmann von Maria Furtwängler als ihr Werk beansprucht wurde. Burda kommentierte das nicht. Er sprach übrigens dafür, dass es um ihn ging, überraschend wenig.

Wahrscheinlich hatte Beckmann den - sicher nicht falschen - Eindruck, dass Burda gerne lange überlegte, um dann doch kaum etwas zu sagen. Der Mann fremdelte. Spitzbübisch. Aber es dauerte eine Weile, bis man das merkte.

Schön war noch Karl Lagerfeld zuzusehen, als er ein von ihm schnell gezeichnetes Porträt von Maria Furtwängler, das Beckmann ihm entriss, blitzschnell durch ein noch schneller gezeichnetes ersetzte. Da sah man: Das ist einer, der nicht klebt, an dem was er tut. Einer der verwerfen und neumachen kann. Einer, der viel zu klug ist, um alles für klug und gut zu halten, was er tut. Gleichzeitig aber einer, der alles schnell machen muss.

Dass er das zweite schneller gemacht hatte als das erste Porträt hob er als erstes hervor. Erst dann, dass es besser sei. Aber das zu sagen, war schon ein Zugeständnis an die Doofen. Denn wäre er mit dem ersten zufrieden gewesen, er hätte ganz sicher kein zweites gemacht. Sympathisch, vor allem aber, dass er nicht korrigierte - die Lieblingsbeschäftigung von Oberlehrern und Redakteuren -sondern neu machte. Das hat etwas Freies und darum Befreiendes.

Autor:  Arno Widmann
Datum:  9 | 2 | 2010
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