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TV-Kritik "Unser Star für Oslo": Schon so gut wie entschieden

Lena Meyer-Landrut also. Die Frage ist eigentlich nur noch, wie sie sich nennt ab kommenden Freitag, nach dem Finale von USFO. Als Lena Meyer-Landrut wird man eher kein Weltstar. Von Felix Helbig

Die Teilnehmer für das Halbfinale: v.l.: Jennifer Braun, Christian Durstewitz, Lena Meyer-Landrut und Kerstin Freking.
Die Teilnehmer für das Halbfinale: v.l.: Jennifer Braun, Christian Durstewitz, Lena Meyer-Landrut und Kerstin Freking.
Foto: NDR/ProSieben/Willi Weber

Die so genannte Public-Private-Partnership steht in vielen deutschen Kommunen in der Kritik, weil sie doch allzu oft nur der privaten Seite zum Vorteil gereicht. So ist es dann natürlich auch bei "Unser Star für Oslo", da darf die ARD an diesem Freitag genau dann endlich die erste Folge ausstrahlen, als alles entschieden ist.

Lena Meyer-Landrut, eine 18-jährige Schülerin aus Hannover, wird Deutschland beim Eurovision Song Contest in Oslo vertreten, sie hat in den bisherigen Auftritten bei Pro7 derart überzeugt, dass sie nun zum Viertelfinale der Casting-Show schon in sämtlichen Votings der Jugendwellen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vorn liegt; sie ist mit Abstand die Beste, hübsch, eigenwillig, chartstauglich, das ganze Programm. Aber die ARD erleidet das Schicksal eines Fußballers, der beim Stande von 5:0 kurz vor Schluss eingewechselt wird. Ist halt alles schon gelaufen.

Lena Meyer-Landrut also. Die Frage ist eigentlich nur noch, wie sie sich nennt ab kommenden Freitag, nach dem Finale von USFO. Als Lena Meyer-Landrut wird man eher kein Weltstar.

Aber der Reihe nach.

Unser Star für Oslo

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"Meine Damen und Herren, es ist 20.15 Uhr, hier ist das erste deutsche Fernsehen mit 'Unser Star für Oslo'", sagt Raab ganz am Anfang feierlich aus den Kulissen in die Kamera, noch ehe die Fanfare erklingt und die Moderatoren Matthias Opdenhövel und Sabine Heinrich auf die Bühne treten. Will sagen: historischer Moment. Nach fünf Folgen beim Privatsender Pro7 ist die netteste deutsche Casting-Sendung, die endlich einmal einen vielversprechenden Kandidaten für den Eurovision Song Contest finden soll, nun in der ARD angekommen. Und mit ihr Stefan Raab.

Es ist also geschafft. Die Zähne seien geputzt, sagt Raab, die Haare gekämmt, er habe seine beste Kleidung an. Einen schwarzen Anzug, oberster Hemdknopf offen. Mama und Papa wären stolz, sagt Opdenhövel. Raab, wie immer, grinst breit: "Mmhm."

In der Jury sitzen in diesem Viertelfinale der Wir-fahren-nach-Oslo-Show mit Anke Engelke und Adel Tawil die beste deutsche Komödiantin und einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Sänger ("Ich + Ich") der vergangenen Jahre, wie sich das für die ARD gehört. Ansonsten sind da noch Sharyhan, Jennifer und Kerstin, drei weitere Kandidatinnen, aber sie verkommen zu Statisten wie alle anderen in dieser Initiation der Lena Meyer-Landsrut.

Außer Christian Durstewitz vielleicht, ein 20-Jähriger aus Nordhessen, der ziemlich frei Schnauze daher redet und obendrein singen kann. Durstewitz, der sagt, wenn er jetzt andauernd von älteren Leuten angesprochen werde, denke er immer noch, er habe "was gemacht", seinen Müll auf die Straße geworfen oder so, "aber dann wollen die nur viel Glück für die nächste Sendung wünschen".

Er singt "Ochrasy" von Mando Diao ohne dabei auch nur ansatzweise wie Mando Diao klingen zu wollen, es stellt sich heraus, dass er überhaupt nicht pfeifen kann. Aber Pfeifen gewinnen auch nicht in Oslo. Durstewitz wohl auch nicht, immerhin liegt er in den Online-Votings überall auf dem zweiten Rang. Wie die ARD gewissermaßen.

"Don't believe the hype", sagt Adel Tawil am Schluss zu Lena Meyer-Superstar, wenn sie das beachte, "dann fährst du nach Oslo". Die formale Entscheidung fällt am kommenden Freitag in der ARD, das Halbfinale darf am Dienstag noch einmal Pro7 zeigen. Sharyhan wird dann nicht mehr dabei sein, sie wurde abgewählt in diesem Viertelfinale.

Autor:  Felix Helbig
Datum:  6 | 3 | 2010
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