Im Nachhinein klang es wie eine Vorahnung. „Es wird auf jeden Fall ein besonderer Auftritt“, hatte Umut im Einspieler gesagt, „ich werde an die Sache so rangehen, als ob’s mein letzter Auftritt wäre.“ So kam es dann auch, denn trotz anhaltender Fußball-Fangesänge seiner Freunde im Publikum riefen zu wenige Zuschauer für den schüchternen Umut an. Er kann seit gestern Abend nicht mehr „Unser Star für Baku“ werden.
Auch Sebastian wird in der nächsten Show am Montag nicht mehr dabei sein. Seine selbstgeschriebenen Songs brachten ihm zwar Respekt, aber keine Begeisterung des Publikums. „Gewöhnungsbedürftig“ sei Sebastians Stimme, hatte Stefan Raab in der vergangenen Woche geurteilt. Sebastian nahm es locker und freute sich, dass sein Gesang überhaupt als solcher zu erkennen war: „Ich bin ja hier immerhin bei einem echt ernstgemeinten Gesangswettbewerb.“
Der Wettbewerb beschränkt sich inzwischen eigentlich nur noch auf zwei Kandidaten, auch wenn gestern offiziell noch acht im Rennen waren. Der eine, Roman Lob, ist auch für Neuzuschauer sofort anhand der schmachtenden Publikumsreaktion als Favorit auszumachen. Die andere, Yana Gercke, hat erstens eine berühmte Schwester (Lena Gercke ist Model und Siegerin der ersten „Germany’s Next Topmodel“-Staffel), und zweitens – viel wichtiger – eine wirklich gute Stimme.
Die anderen Kandidaten werden von der Jury zwar auch jedes Mal für irgendetwas gelobt, und sei es ihr Mut bei der Songauswahl. Die Kritik steckt, wie bei Arbeitszeugnissen, im Detail. So musste sich die bisweilen etwas langweilige Céline gestern anhören: „Du lieferst immer ordentlich ab“ – ein vernichtendes Urteil.
Wegen der klaren Favoritenrollen gab es dann auch keinen Aufschrei und keinen Protest, als Stefan Raab am Ende der Sendung feststellte, dass Roman und Yana „dieses Fünkchen Etwas“ hätten, das den anderen fehlt. Die Zuschauer sahen das ähnlich und wählten die beiden auf die Plätze eins und zwei.
Der Weg zum Ergebnis ist seit gestern noch ein wenig länger. Für jede Platzierung, mit der man sich für die nächste Runde qualifiziert, gibt es jetzt einen eigenen, einminütigen Countdown. Die Telefonleitungen schließen nacheinander, von oben nach unten. Wer also zunächst seinem Lieblingskandidaten Platz eins gesichert hat, kann sich anschließend in Ruhe den hinteren Plätzen widmen. Sprich: noch ein paar Mal anrufen, noch ein paar weitere SMS schicken.
Immerhin wurde es dadurch gestern noch überraschend spannend. Roman und Yana waren da längst in der nächsten Runde, mit großem Abstand auf die Plätze drei bis sechs. Die aber waren hart umkämpft. „Es sind die hinteren Plätze“, rief Thomas D. begeistert, „da findet das Match statt!“ Nur dass es dort nichts mehr zu gewinnen gibt.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.