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Lionel Messi: Mein Freund, der Weltstar

Die Zeit der Leiden liegt mittlerweile hinter ihm. Heute bringt es Messi auf 1,69 Meter. Die größte Herausforderung seines Lebens hat er gemeistert. Eine weitere steht ihm bevor: Die Herzen seiner Landsleute zu gewinnen. Paradoxerweise ist es seine Heimat, die dem Ausnahmeathleten am skeptischsten gegenübersteht. Via Fernsehen verfolgen die Fußballfans am Rio de La Plata die Kunststücke, die Messi bei den Katalanen Woche für Woche vollbringt. Doch sobald er das Trikot der Albiceleste überstreift, wirkt Messi seltsam gehemmt. Er schone sich für Barcelona aus Angst vor Verletzungen, kritisieren manche. Jenen Klub, der ihm jährlich 30 Millionen Euro überweist.

Wie erdrückend die Erwartungen an den Weltfußballer sind, bekommt dieser täglich zu spüren. Wo auch immer Messi auftritt, stürzen sich Dutzende Journalisten auf den Star. Die ewige Frage: Wann brilliert Messi endlich auch in der Nationalelf? In Argentinien wird man ungeduldig. Messi weiß das. Die Antwort will der 22-Jährige auf dem Platz geben: "Die Weltmeisterschaft ist die perfekte Gelegenheit, es dem ganzen Land zu zeigen." Mehr hat er zu dem Thema nicht zu sagen. Forsche Sprüche sind nicht seine Sache. Den Ton in der Mannschaft geben andere an, Juan Sebastian Veron etwa. Der 35 Jahre alte Stratege von Estudiantes de La Plata ist der verlängerte Arm von Nationaltrainer Diego Maradona. Er soll Messi den Rücken freihalten.

Maradonas Plan lautet: Messi plus zehn. "Wenn wir Fußball spielen und unser Spiel läuft nicht über ihn, dann läuft etwas falsch", erklärt Maradona. In Südafrika will Argentiniens Fußball-Ikone eine kompakte, kampfstarke Einheit auf den Platz schicken, die Messi die nötigen Räume schafft, seine Raffinesse auszuspielen. Zudem tut Maradona alles, um im Kreis der Selección jene leistungsfördernde Nestwärme zu schaffen, die Messi in Barcelona spürt. "Messi ist besser, als ich es bei der WM 1986 war. Damals ging ich mit dem Ball voran und meine Mannschaftskameraden wuchsen an mir. Nun habe ich Messi gesagt, dass er dasselbe in Südafrika tun soll", sagt Maradona.

Gonzalo Diaz packt derweil seine Sporttasche. In einem Verein ist er schon seit langem nicht mehr aktiv. Fußball spielt er nur noch am Wochenende mit Freunden. Die Auftritte seines früheren Kameraden in Südafrika wird er im Fernsehen verfolgen, bei der Arbeit in einem Lebensmittellabor.

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Autor:  Kai Behrmann
Datum:  11 | 6 | 2010
Seiten:  1 2
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