Die Weltmeisterschaft ist ein Geschenk für jeden Fußballtrainer in diesem Land. Sie macht meine tägliche Arbeit umso vieles leichter. Jeder hat dieses Funkeln in den Augen, wenn er zum Training kommt. Die WM ist seit Monaten, ach was, seit Jahren das beherrschende Thema.
Wie oft meine Jungs die großen Spiele schon nachgespielt haben, mit wie viel Begeisterung sie in die Rolle von Weltstars wie Messi, Ronaldo oder Ribéry schlüpfen. Und ich muss ihnen selbst bei Übungen, die sie gehasst, bei denen sie immer gemault haben, nur sagen: "Kaká musste sich auch da durch quälen."
Aber ich selbst will auch ein Vorbild sein. Ich rauche nicht, ich trinke nicht. Ich bin nie auf die schiefe Bahn geraten. Und Trainer zu sein, das bedeutet auch, Lehrer zu sein. Deshalb geht meine Verantwortung gegenüber meinen Spielern weit über den Fußball hinaus. Ich kann doch nicht jedem sagen: "Du bist das größte Talent, das ich jemals gesehen habe. Konzentriere dich voll und ganz auf deinen Sport, und ich prophezeie dir eine einzigartige Karriere." Das ist doch Quatsch.
Diese Jungs müssen alle einer geregelten Arbeit nachgehen, und ich muss Sorge dafür tragen, dass sie ihre Zukunft nicht für irgendwelche Träumereien aufs Spiel setzen. Arbeiten oder trainieren? Ich sage ihnen: "Geht arbeiten."
WM-Tipp: Spanien
Aufgezeichnet von Sebastian Gehrmann
Verfolgen Sie unsere Nachrichten in Ihrer Lieblingsdarstellung - via RSS-Feed. Für Ihren Windows-PC bieten wir sogar einen kostenlosen Newsreader an. Informationen im Digital-Bereich.