Tomislav Cunovic, Anwalt und CDU-Mitglied, geht gegen die Organisatoren des Karfreitags-Flashmobs gegen das Tanzverbot zu Ostern vor. Er war bei der Prozession von katholischen Kroaten dabei, als die mit den Flashmobbern aneinandergeriet. Der 34-Jährige zeigt sich unter keinen Umständen kompromissbereit.
Herr Cunovic, Sie haben gegen die Grünen-Landtagsabgeordnete Sarah Sorge sowie gegen die Vorsitzenden der Grünen Jugend Hessen Strafanzeige erstattet. Wegen des Flashmobs am Karfreitag auf dem Römer, mit dem gegen das Tanzverbot an den Osterfeiertagen demonstriert wurde. Sie haben zeitgleich an der Karfreitagsprozession der kroatischen katholischen Gemeinde teilgenommen. War die Störung denn so massiv?
Schwere Vorwürfe erhebt Tomislav Cunovic gegen den Tanz-Flashmob am Karfreitag. In der Anzeige ist unter anderem von Volksverhetzung, Nötigung und der Beschimpfung von Religionsgemeinschaften die Rede. Die Verantwortung sieht er bei der Landtagsabgeordneten Sarah Sorge sowie den Vorsitzenden der Grünen Jugend Hessen.
Die Angezeigten zeigen sich gesprächsbereit. Beleidigungen während der Protestaktion könne man zwar nicht bestätigen, sollte es jedoch dazu gekommen sein, distanziere man sich davon, teilte die Grüne Jugend in einer Stellungnahme mit. Sarah Sorge bot Cunovic eine persönliche Aussprache an.
Auch der Alten Oper droht Ärger. Angeblich muss Intendant Michael Hocks ein Ordnungswidrigkeitsverfahren erwarten, wegen der Aufführung des Musicals „Grease“ am Karfreitag. (dmj)
Ja, eindeutig. Es gibt Zeugenaussagen, Fotos, Videomaterial, die meine Vorwürfe belegen. Durch die Aktion und ihre Teilnehmer sind einige Straftatbestände erfüllt worden, zumindest besteht der Anfangsverdacht. Den Rest werden die Behörden klären. Was aber am wichtigsten ist: Die Prozession war angemeldet, die Demonstration nicht. Die Demo hat hier eine angemeldete Veranstaltung gestört, unter Missachtung des Versammlungsrechts und des Sonn- und Feiertagsgesetzes. Der Römer liegt im Schnittpunkt mehrerer Kirchen, jedes Kind hätte wissen können, dass die Aktion Gläubige in ihrer Religionsausübung stört. Das müssen sich die Organisatoren anlasten lassen.
Der Römer ist aber auch der Vorplatz des Rathauses, in dem Ordnungsdezernent Volker Stein sitzt. Und gegen ihn hat sich die Demonstration in erster Linie gerichtet, nicht gegen die Prozession…
Für mich war das keine Demonstration. Protest kann man anmelden, der Protest hätte auch eine halbe Stunde später stattfinden können. Ich glaube nicht, dass das ein Zufall war. Immerhin wurde die Aktion eine Woche lang im Internet angekündigt. Hier wurde zum offenen Rechtsbruch aufgerufen auch von der Grünen Jugend und Frau Sorge.
Sie beklagen unter anderem, dass die Prozession von den Flashmobber ausgebuht und beschimpft worden sei. Beschimpfungen gab es allerdings auch von Seiten der Gläubigen.
Da verwechseln Sie Ursache und Wirkung. Die Prozession war eine genehmigte Veranstaltung. Wenn einige Teilnehmer auf die Beleidigungen reagiert haben, ist das nur zu verständlich. Eigentlich ist es ein Wunder, dass es nicht zu Handgreiflichkeiten gekommen ist und alles so glimpflich ablief.
Frau Sarah Sorge hat Ihnen ein Gespräch angeboten. Werden Sie dieses Angebot annehmen?
Grundsätzlich bin ich immer zu Gesprächen bereit. Aber die Aussagen, die Frau Sorge über das Sonn- und Feiertagsgesetz gemacht hat, sind aus meiner Sicht nicht verhandelbar. Frau Sorge sollte in sich gehen und darüber nachdenken, ob ihre Position so haltbar ist.
Interview: Danijel Majic

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