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14. Januar 2014

"frei.wild"-Konzert: Kritik an Auftritt von "frei.wild"

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Die Band "frei.wild" sieht sich als "Opfer der Medien" - allen voran der Sänger Philipp Burger.  Foto: rtr

Die Auftritte der umstrittenen Band "frei.wild" in der Frankfurter Festhalle sind Anlass zur Kritik im Römer. Piraten und die Europa Liste fordern nun, dass der Magistrat Kriterien für Konzerte in der Festhalle vorab definiert.

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Frankfurt –  

Die beiden Konzerte in der Festhalle waren ausverkauft, und die Fans, so heißt es, sollen bei den Shows der Gruppe „frei.wild“ kurz nach Weihnachten voll auf ihre Kosten gekommen sein. Doch der gemeinsamen Fraktion von Europa Liste und Piraten im Stadtparlament gefielen die Auftritte der umstrittenen Band aus Südtirol gar nicht. Sie fordert in einem Antrag die Stadtverordnetenversammlung auf, sich von den Konzerten zu distanzieren.

Außerdem müsse der Magistrat Kriterien definieren, „um zukünftig rechtsradikale Veranstaltungen an städtischen Veranstaltungsorten zu verunmöglichen“. Und schließlich fordert die Fraktion von der Messe als Besitzerin der Festhalle, Kriterien zu entwickeln, die eine Vermietung „an rechtsradikale und andere menschenrechtsfeindliche Gruppierungen“ ausschließen.

Beim Echo ausgeladen

Die Rockband hatte im Sommer vorigen Jahres für Schlagzeilen gesorgt, als sie für den Musikpreis Echo nominiert war. Nachdem andere Bands dagegen protestierten und mit einem Boykott der Veranstaltung drohten, wurde die Nominierung zurückgenommen.

Für Europa Liste und Piraten im Stadtparlament steht fest: „frei.wild“ vertritt „ultranationalistische Inhalte“. Zum Beleg dafür zitieren die Antragsteller aus Liedtexten. Im Stück „Wahre Werte“ heißt es etwa: „Wann hört ihr auf, eure Heimat zu hassen / Wenn ihr euch ihrer schämt, dann könnt ihr sie doch verlassen“. In Nazi-Foren im Internet werde die Band mit Lob überhäuft. Zudem werfen Europa Liste und Piraten der Gruppe Gewaltverherrlichung vor und verweisen auf ein Musikvideo bei You Tube, in dem ein Schauspieler einer am Boden liegenden Person gegen den Kopf tritt.

Auch das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum (Apabiz) in Berlin hat sich intensiv mit „frei.wild“ beschäftigt.

Völkisch-nationalistisch

Frank Metzger, Mitarbeiter beim Apabiz, bezeichnet die Gruppe als „völkisch-nationalistische Band“ und attestiert ihr eine „Blut-und-Boden-Argumentation“. Die Gruppe treffe eine klare Absage an Zuwanderung und fördere rechtes Gedankengut und Rassismus. „frei.wild“ sei in die Lücke gestoßen, die die „Böhsen Onkelz“ hinterlassen hätten. Metzger räumt ein, dass ein Großteil der Fans „sicherlich kein Nazi-Publikum ist“. Die Musik der Gruppe werde in der rechtsextremenen Szene aber „sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen“.

Die Brisanz der Auftritte war auch der Messe Frankfurt durchaus bewusst, deshalb besuchte Pressesprecher Markus Quint zumindest das erste der beiden Konzerte. Sein Eindruck: „Es ist alles sehr professionell abgelaufen.“ Der Sicherheitsdienst habe bei den Kontrollen „sehr genau hingeschaut“, um Fans am Eingang abzuweisen, die etwa T-Shirts mit verfassungsfeindlichen Symbolen tragen. Tatsächlich sei ihm aber kein Fall bekannt, in dem Besucher in derartiger Kleidung gekommen wären. Im Gegenteil: An einem Merchandising-Stand der Gruppe habe man Shirts mit Aufdrucken gegen jede Form von Extremismus kaufen können.

Grundsätzlich übe die Messe keine „kulturelle Zensur“ aus, betonte der Sprecher. Für die Frage, ob eine Band in einer Veranstaltungshalle der Messe auftreten darf, sei entscheidend, „ob gegen sie ein juristisches Verfahren vorliegt“. Das sei bei „frei.wild“ nicht der Fall.

"Opfer der Medien"

Die Band selbst wehrt sich derweil gegen den Vorwurf, rechte Musik zu machen. Sie sieht sich als unpolitisch und als Opfer der Medien. Auf einer eigenen Seite im Internet sammelt die Gruppe Artikel über sich und bewertet diese. Texte mit Titeln wie „Konzert der Vollidioten“ werden mit gesenktem Daumen gekennzeichnet. Einen erhobenen Daumen gab es hingegen für die offenbar einzige Kritik der Konzerte in der Festhalle. Sie erschien in einer schwedischen Zeitung.

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