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22. März 2013

Abitur 2013 Frankfurt: Eine fast saubere Abifeier

 Von Eva Bender
Feuchtfröhlich feierten die Abiturienten im Grüneburgpark. Foto: Andreas Arnold

Die schriftlichen Abiturprüfungen sind geschafft, mehrere Hundert Abiturienten ziehen in den Grüneburgpark. Nachdem es zunächst friedlich abläuft, kommt es zu alkoholbedingten Rangeleien. Für einige Schüler endet der Abend im Krankenhaus.

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Die schriftlichen Abiturprüfungen sind geschafft, mehrere Hundert Abiturienten ziehen in den Grüneburgpark. Nachdem es zunächst friedlich abläuft, kommt es zu alkoholbedingten Rangeleien. Für einige Schüler endet der Abend im Krankenhaus.

Die Abifeier im Grüneburgpark, auf der die Frankfurter Abiturienten traditionell das Ende ihrer Klausurphase begießen, ist am Freitagabend unter chaotischen Umständen zuende gegangen. Nach Polizeiangaben hatten sich rund 1000 Schüler zunächst friedlich versammelt, gegen Abend kam es allerdings zu mehreren alkoholbedingten Rangeleien. Für zehn junge Leute endete der Abend im Krankenhaus, weil sie zu tief in die Flasche geschaut hatten. Zwischenzeitlich mussten zwei Buslinien unterbrochen werden, damit die alarmierten Rettungswagen bis in den Park vorfahren konnten.

Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen: Gegen Nachmittag drängen junge Menschen in den Grüneburgpark, Sekt und Bier in den Händen und offensichtlich richtig gut gelaunt. Dazu haben sie auch allen Grund: Für rund 2800 Schüler von 18 Frankfurter Schulen geht die schriftliche Phase der Abiturprüfungen zu Ende.

Mit Musik gegen Müll

Mehrere Hundert von ihnen kommen deshalb zum Feiern zusammen. Die Musik dröhnt, die Abiturienten grölen und Sektkorken knallen. Auf der Wiese liegen Plastikbecher und leere Zigarettenpackungen. Nur keine leeren Flaschen, was wegen des hohen Alkoholkonsums verwundert.

Grund dafür ist eine Idee des Jugendbildungswerks. Wer genau hinsieht, erkennt zwischen den Feiernden viele knallbunt besprühte Eimer. „Wer uns einen Eimer voll mit Müll bringt, der bekommt etwas Süßes und wir spielen ein Lied über die Musikanlage“, sagt Jugendbildungsreferentin Christina Bender. Sie ist zur Feier gekommen und beobachtet, wie ihr Projekt ankommt.

Pausenlos kommen Grüppchen mit vollen Eimern zu der Musikanlage, geben leere Flaschen ab und tanzen anschließend zu aktuellen Radiohits. Darunter sind auch Julia und ihre Freunde. „Uns gefällt die Idee sehr gut, aber man könnte die Musik ruhig etwas länger für uns laufen lassen“, sagt die 18-Jährige. Nach einem Lied aus den Lautsprechern ist nämlich wieder Schluss, bis der nächste Eimer gebracht wird. Nach dem Motto: Ohne Müll keine Musik. Julia gefällt es aber trotzdem. „Das ist ’ne sehr kluge Aktion und ’ne gute Sache. Danke dafür.“

Problem ist ein anderes

Doch das Jugendbildungswerk hat noch mehr im Gepäck: „Die singende Mülltonne.“ Dabei handelt es sich um eine graue Säule, die Kronkorken zählt. Wer fünf von ihnen durch einen Schlitz eingeworfenen hat, dem spielt die Tonne zur Belohnung ein Lied vor. Das weckt Interesse. Und so verschwinden viele Korken nicht auf dem Rasen, sondern in der Tonne.

Darüber freut sich vor allem das Grünflächenamt: „Schön, wenn die Aktion Erfolg hat“, sagt Bernd Roser, Abteilungsleiter der Grünflächenunterhaltung. „Gerade Kronkorken und Glasscherben sind nur mühsam wieder aus dem Rasen zu entfernen und gefährden später andere Parkbesucher.“ Im vergangenen Jahr mussten Mitarbeiter des Grünflächenamts sechs Stunden lang Müll sammeln, um den Park nach der Feier wieder in Ordnung zu bringen. Deshalb freut man sich im Amt über die Ideen des Jugendbildungswerks. „Das ist wirklich sehr lobenswert. Statt dem erhobenen Zeigefinger wird dort ein spielerischer Ansatz geboten“, so Roser.

Und dieser Ansatz kommt an. Zumindest bei den Freundinnen Lisa (18) und Jana (17). Die beiden wollen nach der Prüfungszeit endlich mal ausgelassen feiern. „Die Idee mit den Kronkorken finde ich cool“, sagt Lisa. Und Jana ergänzt: „In den vergangenen Jahren war das mit dem Müll aber auch wirklich schlimm.“

Der gesammelte Müll soll zum Schriftzug „Abi 2013“ geformt und fotografiert werden, um auf das Müll-Problem hinzuweisen. Wie sich im Laufe des Abends zeigt, ist das größere Problem der Abifeier allerdings offenbar der übermäßige Alkoholgenuss.

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