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04. Dezember 2016

Adlerwerke in Frankfurt: KZ-Häftlinge als Verschiebemasse

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Mit Sträflings-Binden erinnerte ein Projekt des Historischen Museums an die ehemaligen Häftlinge des KZ-Außenlagers Adlerwerke.  Foto: Rolf Oeser

Das Buch „Wir lebten und schliefen zwischen den Toten“ macht bekannt, was in den Adlerwerken in Frankfurt 1944/45 geschah.

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Es war ein Buch, das erstmals ein Schlaglicht auf das unbekannte Arbeitslager mitten in Frankfurt warf. 1994 erschien im Campus-Verlag in Frankfurt der Band „Wir lebten und schliefen zwischen den Toten“ von Ernst Kaiser und Michael Knorn. Sie machten das schreckliche Geschehen der Jahre 1944 und 1945 in den Adlerwerken erstmals etwas breiter bekannt.

Nach dem heutigen Stand der Recherchen waren am 22. August 1944 rund 200 KZ-Häftlinge aus Buchenwald bei Weimar auf dem Werksgelände im Gallus eingetroffen. Sie stellten das Bauvorkommando für das Lager Katzbach dar.

Am 29. September 1944 kamen dann etwa 1000 KZ-Häftlinge aus Dachau nach dreitägigem Transport im Gallus an. Sie waren Überlebende des Aufstands im Warschauer Ghetto, der hauptsächlich von SS-Einheiten blutig niedergeschlagen worden war. Das Alter der Häftlinge lag zwischen elf und 65 Jahren.

Ende Oktober war ihre Zahl dann schon auf 1139 angewachsen. Sie wurden auf einer Fläche von höchstens 1300 Quadratmetern zusammengedrängt.

Bei einem Bombenangriff am 8. Januar 1945 starben mindestens 50 Häftlinge, die in einem Kellerraum unter einer Fahrstraße auf dem Werksgelände eingeschlossen waren. Der Lagerkommandant hatte verboten, die Männer in einen Schutzbunker zu bringen.

Häftlinge zu Fuß aus dem Lager getrieben

Im Januar 1945 hatte es bereits 227 Tote im Lager gegeben. Schwerkranke und arbeitsunfähige Menschen wurden in das KZ Außenlager Vaihingen verschleppt, das als „Sterbelager“ galt. Am 22. Januar leben von 1200 Häftlingen im Lager Katzbach im Gallus noch 744.

Noch am 1. Februar 1945 kommt ein Transport mit weiteren 225 Häftlingen aus Buchenwald an. In den Wochen danach rücken amerikanische Truppen immer näher auf Frankfurt vor. Am 12. März folgt der letzte Eintrag der Lagerleitung in die „Häftlingsstatistik“: 874 Menschen leben noch.

Einen Tag später schaffen SS-Männer etwa 500 sterbende, kranke und marschunfähige Häftlinge in Güterwaggons. Zehn Tage später kommen die verschlossenen Wagen im Konzentrationslager Bergen-Belsen an. Von diesem Transport überleben am Ende acht Menschen.

Am 23. März 1945 wird die Rüstungsproduktion in den Adlerwerken endgültig eingestellt. Einen Tag später werden die Häftlinge zu Fuß aus dem Lager getrieben, etwa 400 sind es noch, die sich in Richtung des KZ Buchenwald schleppen. Am 30. März 1945 erreichen 280 Überlebende Buchenwald. 40 von ihnen werden in Richtung des KZ Dachau bei München weitergetrieben. Einige leben noch, als am 27. April 1945 US-Truppen das Lager Dachau befreien.

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