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12. Juni 2012

AFN-Sendemasten: Strahlung auf dem Riedberg

 Von Marek Fritzen
8000 Euro hat das Kupfergewebe gekostet, mit dem die Wände in Bruns neuem Haus verkleidet werden.  Foto: Andreas Arnold

Die AFN-Sendemasten auf dem Frankfurter Riedberg rufen besorgte Eltern auf den Plan. Sie fürchten langfristige gesundheitliche Auswirkungen der Strahlung. Mit Kupfergewebe wollen sich manche davor schützen.

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Die AFN-Sendemasten auf dem Frankfurter Riedberg rufen besorgte Eltern auf den Plan. Sie fürchten langfristige gesundheitliche Auswirkungen der Strahlung. Mit Kupfergewebe wollen sich manche davor schützen.

Luftlinie sind es genau 840 Meter. Von der Baustelle seines zukünftigen Eigenheimes in der Richard-Breitenfeld Straße sieht Andreas Bruns sie sofort: Die drei 86 Meter hohen Sendemasten der amerikanischen Radiostation American Forces Network (AFN) auf dem Riedberg.

Noch in diesem Jahr will Bruns mit seiner Frau und seinen beiden Kindern von Niederrad auf den Riedberg ziehen. Er sagt: „Wir ziehen vor allen Dingen wegen unserer Kinder auf den Riedberg, für sie sind die Bedingungen dort optimal.“

Doch die Vorfreude auf die neuen vier Wände ist seit einiger Zeit deutlich getrübt. Der Grund: Andreas Bruns fürchtet die Strahlung der AFN-Sendemasten. „Es geht nicht um meine Frau und mich“, sagt Bruns, „es geht um unsere Kinder. Wir fürchten die möglichen langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlung, wie beispielsweise Wachstumsprobleme.“

Aus diesem Grund beauftragte er den Baubiologen und Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik Helmut Merkel mit einer Funkwellenmessung in verschiedenen Wohnräumen des Neubaus. Im anschließenden Gutachten kommt Merkel zu dem Ergebnis, dass die Strahlungsstärke der Mikrowellen-Sender sowohl im Wohnzimmer, als auch im Kinderzimmer und in einem Schlafzimmer extrem auffällig ist. Laut Gutachten liegt die Strahlung beispielsweise im Wohnzimmer bei 75.000 Mikrowatt pro Quadratmeter. Zum Vergleich: in der Innenstadt liege die Mittelwellen-Strahlung bei 500 bis 1000 Mikrowatt pro Quadratmeter, so Merkel.

„Die Sendemasten sind wahre Strahlenkanonen“, sagt der Baubiologe. „Ich persönlich würde nicht auf den Riedberg in die Nähe der Masten ziehen.“

Um die Strahlung fernzuhalten, verkleidet Andreas Bruns nun drei Räume seines Hauses mit Kupfergewebe. „Die einzige Möglichkeit, sich effektiv vor der Mikrowellenstrahlung zu schützen, ist durch einen Faraday’schen Käfig“, behauptet Merkel, „dabei handelt es sich um eine allseitig geschlossene Hülle aus einem elektrischen Leiter, die als elektrische Abschirmung wirkt.“ So könne die Strahlungsstärke beispielsweise im Schlafzimmer um 99,7 Prozent reduziert werden, sagt Merkel.

Über die AFN-Strahlung berichtete die FR schon 2009. Bauarbeiter hatten damals Stromschläge erlitten, nachdem Kräne die Strahlung wie Antennen angezogen und in Form von elektrischer Spannung über die Metallkonstruktion an die Arbeiter weitergeleitet hatten.

Darauffolgende Messungen des TÜV Hessen ergaben, dass davon keine Gefahr durch elektromagnetische Felder für Bewohner des Riedbergs ausgehe. Als Konsequenz wurde jedoch festgelegt, Kranhaken in Zukunft zu isolieren.

Entwarnung kommt auch von der Bundesnetzagentur aus Bonn. „Eine Messung am Standpunkt Riedbergallee aus dem Jahr 2011 hat ergeben, dass die vorgegebenen Grenzwerte nicht annähernd erreicht werden“, berichtet René Henn von der Bundesnetzagentur. „Würde die Anlage die Grenzwerte überschreiten, besäße sie keine Genehmigung.“

Eine Begründung, die Baubiologe Merkel nicht akzeptieren kann, „denn gemäß der sogenannten Elektrosmogverordnung, der 26. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV), existieren in Deutschland keine rechtlich verbindlichen Grenzwerte für Mittelwellensendeanlagen.“

Das bestätigt auch Anja Schulte-Lutz vom Bundesamt für Strahlenschutz. „Es existiert jedoch ein EU-Referenzwert, der auch in Deutschland eingehalten werden muss“, sagt Schulte-Lutz.

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