Baukräne ragen in die Höhe, Bagger und Planierraupen machen ordentlich Lärm, große Schilder werben für Immobilien. Geht man durch Frankfurts neuen Stadtteil Riedberg, wird eines klar: Dieses Projekt wächst und wächst.
Die Geräusche kommen nicht nur von den Bauarbeiten, denn etliche Häuser sind schon bewohnt, da wird zum Beispiel der Rasen gemäht. Das Viertel entsteht von innen heraus. Dies ist jedenfalls die Konzeption, wie Friedhelm Flug, Geschäftsführer der „Hessen Agentur Stadtentwicklungsgesellschaft“ erläutert: „Es ist ein ungemeiner Qualitäts- und auch Vermarktungsvorteil, dass Kitas, Gemeinden und die Stadtbahn zeitnah mit der Bebauung entstehen.“ Gestern konnte so bereits die sechste von zwölf geplanten Kindertagesstätten offiziell eröffnet werden. „Am Riedberg ist immer Gutes zu verkünden“, sagt Bürgermeisterin Jutta Ebeling bei der Eröffnung.
Fast 4000 Menschen wohnen schon im Stadtteil, 15000 sollen es mal werden.
Ein Drittel der geplanten 6000 Wohneinheiten ist an den „Endnutzer “ verkauft.
Von der Mietwohnung bis zur freistehenden Villa im Park entsteht die gesamte Wohnungspalette.
Der Quadratmeter in den Neubauten kostet im Schnitt etwa 11 Euro. (prmz)
Die Leiterin der Kita Quartier Ginsterhöhe, Kirstin Hirschfeld von Slatow, ist beim spannenden Aufbau der Kita von Anfang an dabei. „Wir knüpfen schon Elternkontakte, führen Vorgespräche. Sukzessive kommen immer mehr Kinder.“ Das heißt nicht, dass noch ein Platz frei wäre, 40 Unterdreijährige und 42 Kinder zwischen drei und sechs werden nacheinander aufgenommen und auf sechs Gruppen verteilt.
Enge Verzahnung
Die Kita ist darauf ausgelegt viel für die Kleinsten der Kleinen zu tun, ist für die Zukunft aber auch auf Veränderungen bei den Zahlen vorbereitet. Auf dem 2700 Quadratmeter großen Gelände, könnten irgendwann 120 Kinder unterkommen. Für die ersten Jahre ist man jedoch auf gut 80 Kinder ausgerichtet. „Die klare Architektur der Kita passt wunderbar zu unserem Konzept. Wir wollen Reizüberflutung vermeiden, setzen darauf, dass die Kinder selbst die Dinge entwickeln“, sagt von Slatow. Das großzügige Gebäude, in dem es Guckfenster in die Nachbarzimmer gibt, wurde in der extrem energiesparenden Passivbauweise errichtet und liegt im ruhigen Teil des Quartiers mit Blick auf den Taunus.
Die anliegende evangelische Riedberggemeinde hat nicht nur einen direkten Weg ins Kitagrundstück, sondern nimmt auch zeitgleich ihre Arbeit auf. „Diese enge Verzahnung ist ein echtes Erfolgsmodell“, meint Michael Frase, Leiter der Diakonie Frankfurt, die Trägerin der Kita ist.
Die Macher des Riedbergs sind vollauf zufrieden, denn Stillstand gibt es nicht. Von sieben geplanten Quartieren werden wohl die ersten beiden in den nächsten zwei Jahren abgeschlossen, die Stadtbahn soll Ende 2010 ihren Betrieb aufnehmen. Derzeit befinden sich sechs Viertel im Bau, eines in der Planung.
Erst am Donnerstag wurde der Spatenstich zu einem neuen Mammutprojekt vollzogen. Das renommierte Architekturbüro Stefan Forster aus Frankfurt baut in den nächsten zwei Jahren 149 Mietwohnungen mit einer Wohnfläche von über 13 000 Quadratmetern für den Schweizer Lebensversicherer „Swiss Life“.
Das Unternehmen will die Wohnungen auch langfristig halten und nicht gleich verkaufen. Die Attraktivität des aus zehn Einzelgebäuden bestehenden Komplexes soll auch dadurch gewährleistet werden, dass er in einem Park entsteht, frei von Straßen und Verkehr.

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