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07. Dezember 2011

Altenhilfe: Ein kleines Stück fürs Glück

 Von Katja Sturm
Die ersten Schnitte sind getan. Bald geht Markus Frank (rechts) dem Nikolaus an den Kragen.  Foto: Boeckheler

Stadtrat Frank verteilt Lebkuchen für die FR-Altenhilfe / 1000 Euro kommen zusammen

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Krippenspiel

Mit einem Trompetenkonzert zweier Künstler des Vereins „Live Music Now“ der Yehudi-Menuhin-Stiftung öffnet heute um 16 Uhr die Weihnachtskrippe in der B-Ebene des Hauptbahnhofs ihre Pforten. Daneben wird ein Baum platziert, an dessen Äste jeder Wünsche, Gedichte oder kleine Texte hängen kann.

Die Bahnhofsmission will mit der Aktion Advent und Weihnachten für die Menschen „im Alltag erlebbar machen“ und ihnen „Hoffnung und Zuversicht geben“, wie Leiterin Sigrid Bender sagt. An den beiden nächsten Samstagen, 10. und 17. Dezember, laden sie und ihre Mitarbeiter jeweils ab 15 Uhr zu einer kleinen Feier an der Krippe ein.

Die Gnadenfrist für den Nikolaus endet um 12.47 Uhr. Dann zückt Stadtrat Markus Frank das Messer und säbelt dem bärtigen Mann die Fußsohlen ab. Wer ab jetzt vorbeikommt am Stand der Altenhilfe der Frankfurter Rundschau an der Hauptwache, der kann wählen, ob er ein Stück Gewürzkuchen mit oder ohne Zuckerguss, also mit oder ohne ein Körper- oder Kleidungsteil des Weihnachtsmanns, probieren will. Zuvor hatte man dem süßen Greis mit dem Marzipanbart nur den braunen Boden unter den Füßen weggeschnippelt. Jetzt aber wird er selbst nach und nach in Einzelteile zerlegt und an Passanten verteilt.

„Delizioso!“, schwärmen Daniela und Claudia. Die Italienerinnen beenden mit einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt einen Kurztrip nach Deutschland und durften als Erste von dem Naschwerk probieren, das am Abend zuvor in der Bäckereifachschule Heyne entstanden war. Gerne zücken sie ihre Börsen, um sich mit einer Spende dafür zu bedanken und so hilfsbedürftigen älteren Menschen das Leben etwas einfacher und glücklicher zu gestalten. So wie viele andere, die CDU-Politiker Frank mit viel Geschick und Überredungskunst zum, wie er sagt, „leckersten und größten Lebkuchen Frankfurts“ lotst.

Viele Touristen spenden

Es sind vor allem Touristen, aus Spanien, England oder Japan, die zu dieser Mittagsstunde durch die Innenstadt bummeln und sich mit einer Gabe für das essbare Gastgeschenk revanchieren. Inge und Eberhard Zodel dagegen wohnen in Sindlingen und verbringen den Tag mit alten Klassenkameraden erst auf dem Markt und dann in einer Weinstube. Eigentlich gelüstet es das Rentnerehepaar nach Wurst, doch dem grinsenden Nikolaus können sie an dessen Ehrentag nicht widerstehen. „Da machen Sie nichts falsch“, bestätigt Frank. Zumal er dem ursprünglich 1,30 Meter großen Lebkuchenmann mittlerweile tief ins eigene Fleisch geschnitten hat. „Das beste Stück kommt aus dem Bauch“, sagt der Wirtschafts- und Sportdezernent.

Es scheppert schon gehörig in den Büchsen, die Gina Lülves von der FR-Altenhilfe, die Mitarbeiterinnen der Tourismus und Congress GmbH sowie Marktstandbetreiberin Hilde Ries, die auch den Tisch für den Nikolaus gestellt hat, den zufrieden Kauenden entgegenstrecken. 1000 Euro werden am Ende zusammengekommen sein, die dank der Kuchenspende der Bäckereischule vollständig in die Altenhilfe fließen. Damit wird an eine Tradition aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg angeknüpft, als Frankfurter Oberschüler alljährlich Lebkuchen backten und an die Armen verteilten.

Der zweijährige Felix weiß davon nichts. Von seinem Vater auf den Arm genommen, verspeist er genüsslich sein großes Stück vom immer kleiner werdenden Mann und ahnt nicht, dass er diesem am Abend im Elternhaus noch einmal in voller Gestalt wiederbegegnen wird. Ob es dann für den Knirps noch einmal genauso angenehm wird? Die Mama zeigt sich guter Dinge: „Eigentlich“, sagt sie, „war er das Jahr über ganz brav.“

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