Bockenheim braucht gute Ideen. Daran lassen diejenigen, die sich bereits seit Jahren Gedanken über die Zeit nach dem endgültigen Abzug der Goethe-Universität machen, überhaupt keinen Zweifel. Etwa die „Initiative Zukunft Bockenheim“. Oder auch der „Ratschlag Bockenheim“. Und auch die Evangelische Studentengemeinde. Sie treten gemeinsam dafür ein, auf dem neuen Campus künftig ein „Haus der Kulturen“ zu schaffen. Für entsprechende Vorschläge wollen sie fortan öffentlich werben.
Zunächst aber richten sich ihre Blicke auf die Debatte, die am heutigen Donnerstag die Stadtverordneten aufgreifen wollen. Schließlich gilt das Vorhaben, das sich Stadt und Land für das Quartier zwischen Gräfstraße und Senckenberganlage vornehmen wollen, als eine weit über das nächste Jahrzehnt hinausweisende Weichenstellung: Bockheim soll einen Kultur-Campus bekommen, auf dem sich Musiker, Tänzer und Schauspieler der Hochschule für Musik und Darstellende Künste einrichten können. Schon vor dem Umzug der Universitätsbibliothek sollen die Studenten in einem neu entstehenden Proben-Turm üben und in der dann sanierten Union-Druckerei komponieren können. In diesem Zusammenhang will die Stadt in unmittelbarer Nähe des Studierendenhauses ein Haus der Künste schaffen, in dem die Kreativen unterkommen könnten, die gegenwärtig an der Schmidtstraße das Labor der Moderne eingerichtet haben.
Das Studierendenhaus soll nach diesen, bislang allein großzügigen Planungen für den Kultur-Campus erhalten bleiben. Was Bockenheimer Bürger als Erfolg werten dürften, weil sie sich für den Bestand des erinnerungsträchtigen Gebäudes aus den 50er Jahren immer wieder eingesetzt haben. In dem Studierendenhaus sollen sich künftig auch die Musikhochschüler einrichten.
Mehr ist drin
Doch aus diesem Standort ließe sich mehr machen, sind die Bürger-Initiativen überzeugt. Neben dem Haus der Künste könnte ein Haus der Kulturen entstehen, in dem sich auch die weitgehend unbekannte Kirche am Campus integrieren ließe. Sie ist angebunden an das Studierendenhaus und bietet Nachwuchsmusikern oft die Möglichkeit des Auftretens. Demnächst soll es nach Angaben der Evangelischen Studierendengemeinde bereits das 300. Konzert in dem kleinen Gotteshaus geben. Die Zusammenarbeit mit der Musikhochschule gilt als ausbaufähig, da es zumeist Studenten aus der noch im Westend angesiedelten Bildungseinrichtung sind, die in der Kirche auftreten.
Über all diese Dinge dürfte zu reden sein. Deswegen laden Studierendengemeinde und Bürgerinitiativen für den Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September, von 14 Uhr an zur Diskussion in der Kirche am Campus und ins Koz ein. Dort bieten zunächst die beiden Professoren Detlev Claussen und DW Dreysse zu Rundgängen über des Areal des künftigen Kultur-Campus an. Von 17 Uhr an startet dann ein großes Kulturprogramm. (ing)
Tag des offenen Denkmals, 12. September, Koz und Kirche am Campus.

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